- Die Religion ist Opium für das Volk -
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Missbrauch in Internaten

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Die Jesuiten in Bedrängnis

Die ersten Meldungen über sexuellen Missbrauch durch Jesuiten kamen aus dem Berliner Jesuiten Kolleg, dann aus Hamburg und St. Blasien, jetzt aus dem Aloisius Kolleg in Bonn. Eltern, Schüler, Lehrer und Erzieher sind entsetzt und fassungslos, das Vertrauen in das Kolleg bei einigen erschüttert. Martin Blachmann von der WDR-Sendung “tag7″ hat das Aloisius Kolleg besucht, mit Lehrern, Schülern und Eltern gesprochen – auch mit hohen Kirchenvertretern.


 

18 von 27 Bistümern

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… sind mittlerweile in Deutschland von Missbrauchvorwürfen betroffen.  Über Jahrzehnte haben Mönche im Kloster Ettal Kinder und Jugendliche “in sexueller, physischer und psychischer Art” misshandelt – das ist das vernichtende Fazit, des Sonderermittlers Thomas Pfister. Zahlreiche Berichte die von “Stockschlägen auf den Rücken”,  “Kopfnüsse und heftige Ohrfeigen” und  “Prügelstrafen als tägliche Praxis”  handeln, hätten ihn erreicht. Ex-Schüler bezeichneten die früheren Verhältnisse als “absoluten Terror”. Selbst aus den 80ziger Jahren berichteten ehemalige Schüler von “furchtbaren Schlägen”. Mittlerweile hat sich die Zahl der gemeldeten Opfer, auf über 100 erhöht. Tendenz steigend. Der Sonderermittler äußerte sich: “Nach weltlichen Maßstäben hätte jeder von den Akteuren (Erzieher und Mönchen) zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt werden müssen. Ein Pater des Kloster gestand inzwischen den Besitz von kinderpornografischen Material. Deshalb wurde in der vergangenen Woche durch einen Staatsanwalt in Ettal eine Durchsuchung durchgeführt. Ja selbst in Regensburg braut sich mittlerweile Unheil zusammen. In den 60ziger Jahren sollen sich Missbrauchsfälle auch bei den Regensburger Domspatzen ereignet haben.  “Ihm seinen keine Missbrauchsfälle bekannt” sagte der Bruder vom Papst Benedikt XVI, Georg Ratzinger (86), er war von 1964 bis 1994 Leiter der Regensboger Domspatzen.
Der Vatikan musste in diesen Tagen aber auch zugegeben, das gewisse Mitglieder des Vatikans sich äußert gerne von einem Callboy-Ring in Rom bedienen liessen.

Katholische Gnade vor Recht?

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In Deutschland stürzt sich die Presse auf Missbrauchsskandale im katholischen Erziehungsmilieu. Medien wie Kirche betonen das moralisch Verwerfliche der Taten. Empörung allerorten. Wenn man freilich die Diskussion auf Grundsätzliches hin reflektiert, stellt sich eine ganz andere Frage: Entspringt das Verhalten der vorgesetzten kirchlichen Instanzen, ihnen bekannt gewordene Straftaten nicht den Staatsanwaltschaften zu melden, sondern sie interner Behandlung vorzubehalten, womöglich der religiösen Grundüberzeugung, dass die katholische Kirche über ein Recht verfügt, welches sie auch gegenüber dem säkularen Rechtsstaat in eigener Souveränität praktiziert? Die Kirche hat eine eigene, jahrhundertealte Strafgerichtsbarkeit; Höchststrafe ist die Exkommunikation. Das Problem pädophiler Priester ist in diesem Corpus allerdings nicht angemessen berücksichtigt. Im Codex des kanonischen Rechts von 1917 war eindeutig geregelt, dass Kleriker prinzipiell der weltlichen Gerichtsbarkeit entzogen sein sollten. Im Codex von 1983 wird dieser Anspruch, das sogenannte Klerikerprivileg, nicht mehr ausdrücklich erhoben. In theologischer Sicht können Gnade und Vergebung auch nicht einfach an die Stelle der Gerechtigkeit treten.
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Katholische Sexualmoral ist repressiv

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Eugen Drewermann, katholischer Theologe und Psychotherapeut, sprach mit dem Tagesspiegel über den Druck des Priesteramts und Missbrauchsfälle in der Kirche. Eugen Drewermann (69) wurde 1991 die katholische Lehrbefugnis entzogen, ein Jahr später verlor er das Priesteramt unter anderem wegen seiner Haltung zur Moraltheologie des Vatikans.

Die katholische Kirche hat das Bild einer von Gott gesetzten, heiligen Institution. Alle Fehler, die passieren, gehen zurück auf das Konto fehlbarer Menschen – nie auf die Kirche. Die Abspaltung von Institution und Person erlaubt nicht die geringste Erfahrungskorrektur. Es gibt keine Rückkopplung. Es gibt nur zwei Ebenen, die miteinander nicht zusammenkommen können. Das ist ein monolithischer und nach unten hierarchisch organisierter, heiliger Apparat, der Gottes Gnade vom Himmel auf die Erde herab- führen soll. Ganz sicher wird nicht in diesem System darüber nachgedacht werden, wie es selber als System und als Idealsetzung die Ursache für so viel Leid ist. Das kann nicht gedacht werden. Dies ist undenkbar, oder das ganze System würde gesprengt werden durch die Erkenntnis, dass die Sexualmoral verkehrt ist, dass das Papsttum verkehrt ist, dass die Spaltung zwischen Gott und Mensch verkehrt ist, dass der Unfehlbarkeitsanspruch verkehrt ist, dass die Unterdrückung der freien Meinung durch das Gehorsamsgebot menschlich und religiös nicht zu halten ist. Es ist nicht irgendwas, was da falsch läuft, die Frage der Sexualität ist ein schweres Symptom, aber sie ist nur ein Thema. Ein Oberflächensymptom für eine Grundstruktur, die im Ganzen nicht stimmt.
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Weiterer Artikel im “Der Westen” – “Katholische Kirche ist größte Schutzorganisation für Pädosexuelle

Ratzinger und Pädophilie in der Kirche

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oh Mann…

1962 schickte Papst Johannes XXIII Instruktionen um die Welt, dass in Fällen von Kindesmißbrauch die Opfer zu Stillschweigegelübden bewegt werden sollten. Und im Mai 2001 verfasste der Ratzinger (damals noch Präfekt der Glaubenskongragation) ein Schreiben an die Bischöfe, wo er expliziert darauf hingewiesen hat wonach die “crimine solicitationies” (das Gesetz über die streng geheimen Fällen von sexuellen Missbrauchs) immer noch in Kraft sind. Das Gesetz, auf das das Ratzinger Schreiben verwiest, wurde vom Papst Johannes XXIII vor 40 Jahren verfasst. Das Gesetz selbst ist erschreckend, da es eine zwingende Voraussetzung der Geheimhaltung beschreibt sowohl für die Täter und Opfer des sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester. Die Bischöfe die sich nicht an dieses Gesetz halten wollten, wurde sogar mit der Exkommunikation bedroht.

Ob diese Einstellung von dem Herrn Ratzinger wohl in der jetzigen Situation in Irland und Deutschland hilfreich ist? Somit wird aus dem Vatikan wohl keine große Hilfe kommen.

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