Und dieser neuer Erzfeind heisst Wolfgang Schäuble! Der möchte nämlich nach dem neuen BKA-Gesetzentwurfes im Paragraphen 20u der Abhörschutz für alle “Berufsgeheimnisträger” praktisch aufheben. Demnach sollte auch der bislang noch nicht angetastete Abhörschutz von Abgeordneten, Geistlichen und Strafverteidigern gestrichen werden, wenn dies zur Abwehr einer Gefahr notwendig ist.
Das würde dann somit bedeuten, dass das Beichtgeheimnis aufgehoben wird. Dagegen hat sich jetzt der Prälat Karl Jüsten, der gegenüber der Bundesregierung die Interessen der katholischen Bischöfe vertritt, scharf geäußert.
Laut Spiegel äußert er sich folgerdermaßen:
“Wo kommen wir hin, wenn die Menschen gar keine Person mehr haben, an die sie sich vertrauensvoll wenden können, ohne die Angst zu haben, dass sie belauscht werden?”
Recht hat der Mann!
Traurigerweise äußert sich die Kirche zu diesem Thema aber erst, wenn es sie selber betrifft. Wo war ihre kritische Stimme, als das Bankgeheimnis faktisch abgeschafft wurde oder bei den Plänen des Innenministers die Unverletzlichkeit der Wohnung abzuschaffen oder bei der Einführung der Totalüberwachung der elektronischen Nachrichtenwege?
Eines schönes Beispiel dafür, die Kirche wird immer erst dann tätig, wenn es um ihre eigene Pfründe geht.



