Am 01. Februar 2008 haben die spanischen Bischöfe eine Erklärung zu den Parlamentswahlen am 9. März veröffentlicht, in der sie dazu auffordern, keine Partei zu wählen, “die mit Terroristen verhandelt” sondern vielmehr jene, die beispielsweise die “Homo-Ehe” wieder abschaffen würden.
Dieses war eine klare Aufforderung, die konservative Oppositionspartei PP zu wählen.
Somit wurde den katholischen Wähler nahegelegt, nicht für die Partei von Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero zu stimmen. Immer wieder gern wird von den spanischen Katholiken vergessen, dass es auch unter dem konservative Vorgänger Zapateros, José Maria Aznar, ebenso wie Felipe Gonzalez und Adolfo Suárez Versuche gegeben hat, mit der ETA auf dem Verhandlungswege ein Ende der Gewalt zu erreichen. Meist waren Bischöfe – fast schon selbstverständlich – als Vermittler in die Verhandlungen mit eingebunden.
Derzeit erhält die katholische Kirche Spaniens jährlich rund 153 Millionen Euro an staatlichen Zuschüssen aus der Kirchensteuer. Außerdem unterstützt der Staat kirchliche Krankenhäuser, Privatschulen und katholische Hilfsorganisationen jedes Jahr mit fast 14 Milliarden Euro.
Der Generalsekretär der in Spanien regierenden Sozialisten (PSOE), José Blanco, hat jetzt regiert, und laut angedacht, bei einem weiteren Wahlsieg der Sozialisten eine “Eigenfinanzierung der katholischen Kirche” einzuführen.
Sollte diese Situation eintreffen, wäre das in Europa die erste echte Trennung von Staat und Kirche.

In Deutschland kommt es ja auch immer öfter vor, dass sich deutsche Bischöfe und Kardinäle in die aktuelle Politik einmischen. In Deutschland ist dringend die spanische Variante angebracht, denn das deutsche Grundgesetz geht ebenfalls von einer Trennung von Staat und Kirche aus. Auch in Deutschland wird die Kirche nicht unwesentlich durch den Staat subventioniert.

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