Zürich – Im Kampf gegen den Teufel rüstet die katholische Kirche auf. «Ich wünsche mir persönlich, dass das Bistum Chur einen Exorzisten einstellt», sagt Domherr Christoph Casetti von der Churer Bistumsleitung. Papst Benedikt XVI. hatte vergangene Woche angekündigt, weltweit mindestens 3000 zusätzliche Exorzisten zu berufen.
Sein Kollege Luigi Griffa, für die Kantone Waadt und Neuenburg zuständig, erklärt: «Ich habe viel zu tun, bekomme ständig Anrufe aus der ganzen Schweiz.»
In den übrigen Schweizer Diözesen werden Teufelsaustreibungen bisher von bedarfsweise bestellten Priestern vollzogen. «Diesen Leuten mangelt es oft an Ausbildung», begründet Casetti den Wunsch nach eigenen, speziell geschulten Exorzisten.
Mit ihrer Offensive ist die Schweizer Kirche in guter Gesellschaft. 2004 tagte in Mexiko die erste internationale Exorzismus-Konferenz; ein Jahr später bot die päpstliche Universität Athenaeum Regina Apostolorum erstmals Exorzismus-Kurse an. In Polen soll auf Betreiben eines Priesters ein Exorzismus-Zentrum entstehen. Im deutschsprachigen Raum haben spektakuläre Exorzismus-Skandale, bei denen Menschen ums Leben kamen, den Tatendrang der Teufelsaustreiber gebremst. Als Folge der Erstarkung linientreuer Katholiken könnte diese Skepsis nun weichen.
Die deutsche Bischofskonferenz weigert sich bislang beharrlich, Teufelsaustreiber zu nominieren. Exorzist Amorth ist darüber verärgert: „Die Bischöfe müssen sich ihrer Schuld bewusst sein, wenn sie keine Exorzisten benennen.“
Kirchensumpf meint: Die katholische Kirche sollte endlich erkennen, das sie sich nicht mehr im Mittelalter befindet!



