ratz.jpgAls “Gottes Rottweiler” schmähten die US-Medien einst Josef Ratzinger, und noch immer ist sein Image nicht das beste. Nicht nur seinen eigenen Ruf wird Papst Benedikt XVI. mit seiner USA-Reise aufpolieren wollen. Nein auch seine Fingerabdrücke und eine DNA-Probe will das Oberhaupt der katholischen Kirche bei der Einreise abgeben. Sechs Tage lang wird Benedikt XVI. in Washington und New York sprechen und beten. Und versuchen, skeptischen Protestanten Respekt abzunötigen und 67 Millionen Katholiken hinzureißen. Zwei Messen mit je 50.000 Gläubigen, die erste am 17. April im neuen Baseballstadion der Washingtoner Nationals, die zweite am Sonntag im alten Stadion der New York Yankees. In Fragen wie der Verdammung gleichgeschlechtlicher Ehen und der Abtreibung, im Sinnen gegen „moralischen Relativismus“, dürften Bush und Benedikt einander nahe sein. Beim Schutz gottgegebener Umwelt, bei der Bekämpfung menschengemachter Armut, aber auch beim Verhütungsverbot mögen die Herren einander höflich zuhören, ohne Zustimmung zu heucheln.
Auch in Amerika haben die vielen Missbrauchsskandale das Ansehen der katholischen Kirche ramponiert. Ruf und Finanzen der katholischen US-Kirche haben freilich vor allem lüsterne Priester, Laien, sogar Nonnen ruiniert, die Kinder in ihrer Obhut über Jahrzehnte, manchmal mit Duldung und Omertá der Hierarchie, sexuell missbrauchten. Zwei Milliarden Dollar hat die katholische Kirche der USA bisher an Buß- und Schmerzensgeld für die elende Verführung von Messdienern durch ihre Hirten bezahlt.

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