kirchesp.jpgWeil die Menschen immer seltener zur Messe gehen, sind viele Gotteshäuser in Frankreich dem Abriss geweiht. Letzte Rettung vor dem Dynamit ist oft eine neue Nutzung als Wohnhaus, Restaurant oder Galerie. Wie in Deutschland und anderen europäischen Ländern sinkt auch in Frankreich die Zahl der Messebesucher. In dem überwiegend katholischen Land gehen nur noch fünf Prozent wöchentlich zum Gottesdienst, vor einem halben Jahrhundert war es noch jeder dritte. Immer mehr Kirchen verwaisen und werden baufällig. Und den Kommunen, die die Renovierungen zahlen müssten, fehlt gerade auf dem Land das Geld. Erste Kirchen wurden schon in Schutt und Asche gelegt. In Großbritannien wurden Kirchen schon in Wohn- und Lagerhäuser, sogar in eine Zirkusschule umgewandelt. In Rom findet man in profanierten Kirchen Galerien und Restaurants. Auch in Deutschland werden Kirchen einer neuen Nutzung zugeführt. Das Bistum Essen sucht für knapp hundert seiner 350 Gotteshäuser Lösungen. In eine wird ein Seniorenheim ziehen, in eine andere eine Pflegeschule.
Wie viele der rund 60.000 französischen Kirchen von Schließung und Verfall bedroht sind, ist kaum zu ermitteln. Laut Kulturministerium sind 41 Prozent der bedeutenden Denkmäler in schlechtem Zustand, dabei wurden die einfachen Dorfkirchen trotz all ihrer Schönheit nicht mitbewertet. Vor zehn Jahren wurde die erste Kirche, in Le Fief-Sauvin, in einer spektakulären Aktion mit Dynamit gesprengt.

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