Update: Aufatmen in der Katholischen Kirche Hamburg: Ein mehr als sechs Monate laufendes Ermittlungsverfahren (Aktenzeichen 7203 JS 85/08) gegen einen Geistlichen aus dem Stadtteil Altona wurde eingestellt. Erzbischof Dr. Werner Thissen: “Ich bin erleichtert, dass die Vorwürfe ad acta gelegt wurden.” Während in der Gemeinde Erleichterung herrscht, reagierte die Gegenseite enttäuscht. “Die Einstellung des Verfahrens bedeutet noch keine Unschuld”, sagte Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Vehlow im Namen seines Mandanten, der die Strafanzeige gestellt hatte. Hierbei handelt es sich um einen namhaften Kaufmann und Mitglied des Pastoralrats der Kirche. Wichtige Zeugen lebten in Polen, und die Behörden hätten sich nicht die Mühe gemacht, diese befragen zu lassen.

Auch im Norden Deutschland gibt es kinderliebe katholische Priester. So soll ein katholischer Geistlicher Kinder in Hamburg seit 1999 sexuell missbraucht haben. Erzbischof Werner Thissen beurlaubte den Priester am Donnerstag. Die Beurlaubung sei „zum Schutz möglicher Opfer und aus Fürsorge für den Verdächtigen“ erfolgt, sagte Thissen. Erzbischof Thissen betonte, das Erzbistum habe bis Mittwoch keine Kenntnis von den Vorwürfen gehabt. Krzysztof Stobinski, ein Mitglied des Pastoralrats der Katholischen Kirche, hatte dem Bericht zufolge über einen Rechtsanwalt Strafanzeige erstattet. Der Priester soll sich an Ministranten vergriffen haben. Mehrere Zeugen hatten gegenüber Stobinski offenbar konkrete Vorwürfe gegen den “keinesfalls unbekannten und unbedeutenden Priester” erhoben. Stobinski und andere Mitglieder der Gemeinde waren verbittert, da der Beschuldigte weiterhin Kinder und Jugendliche in seiner Obhut hatte.
Unterdessen hat jener Mann, der die erste Anzeige erstattet hatte, nach Informationen der Zeitung am Donnerstag eine anonyme Morddrohung erhalten. Ein polnisch sprechender Mann habe ihm gesagt, er werde mit seinem Auto in die Luft fliegen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt unter dem Aktenzeichen 7203 JS 85/08 gegen den Priester.
Die Initiative „Kirche von unten“ (IKvu, Bonn) forderte eine deutliche Korrektur der Leitlinien der deutschen Bischofskonferenz zu diesem Thema.

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