Benedikt XVI. wich überraschend von seinem Redemanuskript ab: In Sydney hat der Papst sich erstmals für den sexuellen Missbrauch von Kindern durch katholische Geistliche entschuldigt. Er bedaure die Leiden der Opfer, die Täter müssten vor Gericht gebracht werden. Auch bei seiner USA-Reise im April hatte der Papst bereits seine “Scham” über die Missbrauchsfälle in der dortigen Kirche ausgedrückt, sich aber nicht öffentlich entschuldigt. Nach Angaben der Opferschutzorganisation Broken Rites wurden in Australien bislang 107 Priester und andere Geistliche wegen sexueller Übergriffe verurteilt. Weitere Prozesse laufen noch. Broken Rites geht aber davon aus, dass die Justiz über weitere Fälle, von denen kirchliche Würdenträger Kenntnis haben, noch nicht informiert wurde. Auch dem Erzbischof von Sydney, Kardinal George Pell, wurde von mehreren Missbrauchsopfern vorgeworfen, er habe die Fälle vertuschen wollen. Zwei Tage vor Ankunft des Papstes in Australien ordnete er schließlich die Einsetzung einer Kommission ein, die die Vorwürfe gegen ihn unabhängig prüfen solle. Kritiker werfen der katholischen Kirche vor, sie wolle verhindern, dass Opferfälle polizeilich und gerichtlich verfolgt werden. Stattdessen versuche sie, im Vorfeld mit den Betroffenen Vereinbarungen zu treffen.
in die eigene Tasche?
Der Finanzchef, Günther Hetschko, der Evangelisch-reformierten Kirche in Bayern soll deren gesamtes Barvermögen veruntreut haben. Die Höhe der abgezweigten Beträge belaufen sich auf fast elf Millionen Euro. Hetschko habe das Geld nach und nach eigenmächtig in Unternehmensbeteiligungen investiert, an denen er selbst beteiligt war und die nicht erfolgreich waren. Er habe die Geschäfte abgesehen von einer Ausnahme an den zuständigen Gremien vorbei abgewickelt. Soweit die Geschehnisse inzwischen aufgearbeitet sind, hat alles im Jahr 2004 seinen Anfang genommen. Herr Hetschko hat in seiner Funktion als Rechner der Evangelisch-reformierten Kirche in Bayern der Firma Technotherm International GmbH mit Sitz in Nürnberg ein Darlehen in Höhe von über 2,67 Millionen Euro gewährt. Ab 2005 veranlasste er eine weitere Zahlung an diese Firma sowie Zahlungen in Höhe von insgesamt 4,15 Millionen an die Firma MESA 2000 GmbH, deren Gesellschafter Herr Hetschko selbst ist. Ab 2007 nahm er dann Barabhebungen vor, deren Verbleib erst geklärt werden müssen. Laut Pressemitteilungen, die sich auf Informationen der Staatsanwaltschaft Nürnberg beziehen, wurde Herr Günther Hetschko am Freitag Vormittag von der Kriminalpolizei in Haft genommen. Der Verlust des gesamten Barvermögens trifft die Evangelisch-reformierte Kirche in Bayern hart.
Kirchensumpf: Dank der Kirchensteuereinnahmen muss niemand in der evangelisch-reformierten Kirche in Bayern am Hungertuch nagen. Und vom Staat wird ja auch reichlich subventuniert. Da hilft es nur aus der Kirche auszutreten.
Gene Robinson ist der erste offen bekennende homosexuelle anglikanische Bischof. Der Mann aus New Hampshire ist der erste zum Bischof erkorene bekennende homosexuelle Geistliche der anglikanischen, nein irgendeiner Kirche auf der Welt. Ein Pionier also, freilich auch ein Pionier der Kontroverse, denn um ihn als Bischof, bei seiner sexuellen Orientierung, wabert und wogt eine zersetzende Debatte. Robinsons sanfte Radikalität zielt auf die kirchlichen Lehrinhalte, vor allem die Verdammung der Homosexualität durch die Bibel, seit 2000 Jahren gepredigt. Der Bischof skizziert die Etappen seiner Selbstfindung: Die Angst vor dem Sich-Outen, der verzweifelte Versuch, heterosexuell zu leben (er war verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter), schließlich die Akzeptanz seiner Selbst. „Homosexualität habe ich mir nicht ausgesucht. Es ist meine Natur!“ So spricht der Bischof seine Botschaft wider alle Phobien der Geschichte, alle Pogrome, die jemals im Namen der Bibel gegen „die Anderen“ geführt wurden. Was ihr in der Bibel lest, es muss nicht so sein – Jonas im Bauche des Wals, Methusalems Alter, oder eben die Verdammung von Menschen, die nichts dafür können, so geschaffen zu sein, wie Gott sie in seiner „Inklusivität“ schuf. „Es ist nicht an uns, zu bestimmen, wer ‚in’ ist und wer ‚out’. Sich unwürdig fühlen, gehört nicht zum Bild der Kirche, wie Gott sie gewollt hat.
Kirchensumpf: Auch die deutschen Kirchen sind, was andersartige Sexualität angeht, immer noch im Mittelalter und Toleranz zu diesem Thema ist beiden deutschen Kirchen fremd.



