Gene Robinson ist der erste offen bekennende homosexuelle anglikanische Bischof. Der Mann aus New Hampshire ist der erste zum Bischof erkorene bekennende homosexuelle Geistliche der anglikanischen, nein irgendeiner Kirche auf der Welt. Ein Pionier also, freilich auch ein Pionier der Kontroverse, denn um ihn als Bischof, bei seiner sexuellen Orientierung, wabert und wogt eine zersetzende Debatte. Robinsons sanfte Radikalität zielt auf die kirchlichen Lehrinhalte, vor allem die Verdammung der Homosexualität durch die Bibel, seit 2000 Jahren gepredigt. Der Bischof skizziert die Etappen seiner Selbstfindung: Die Angst vor dem Sich-Outen, der verzweifelte Versuch, heterosexuell zu leben (er war verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter), schließlich die Akzeptanz seiner Selbst. „Homosexualität habe ich mir nicht ausgesucht. Es ist meine Natur!“ So spricht der Bischof seine Botschaft wider alle Phobien der Geschichte, alle Pogrome, die jemals im Namen der Bibel gegen „die Anderen“ geführt wurden. Was ihr in der Bibel lest, es muss nicht so sein – Jonas im Bauche des Wals, Methusalems Alter, oder eben die Verdammung von Menschen, die nichts dafür können, so geschaffen zu sein, wie Gott sie in seiner „Inklusivität“ schuf. „Es ist nicht an uns, zu bestimmen, wer ‚in’ ist und wer ‚out’. Sich unwürdig fühlen, gehört nicht zum Bild der Kirche, wie Gott sie gewollt hat.
Kirchensumpf: Auch die deutschen Kirchen sind, was andersartige Sexualität angeht, immer noch im Mittelalter und Toleranz zu diesem Thema ist beiden deutschen Kirchen fremd.



