Arbeitgeber sind oft einfallsreich, wenn es um Lohndrückerei und Profit geht. Dass aber ausgerechnet die Kirche besonders drastisch an ihren Angestellten spart, dürfte die Leser von Kirchensumpf nicht mehr überraschen. Das die Kirchen “Wasser predigen und Wein saufen” ist ja schon länger bekannt. Und christliche Gewerkschaften frönen eine seltsame Art der Nächstenliebe. Doch mit ihrer weltweit einzigartigen arbeitsrechtlichen Sonderstellung kann die Kirche als Arbeitgeber besonders leicht auch beim Lohn zulangen. So gibt es bei der Kirche als Arbeitgebern weder normale Tarifverträge noch Betriebsräte. Sie können diktieren, wieviel Verdienst bezahlt wird – und die Arbeitnehmer müssen das hinnehmen.
Hier ein Bericht der ARD aus dem April 2008:
Auf dem Kiliansturm weht die Hakenkreuzfahne, Pfarrer marschieren im Gleichschritt, ein Vikar lädt zum „Hitler hören“: In der Bibliothek des evangelischen Dekanatsamtes stapeln sich Fotos, Dokumente, Fotokopien, Schautafeln, Zeugnisse einer unheilvollen Zeit. Der ehemalige Religionslehrer Martin Uwe Schmidt ist dabei, Details für eine Ausstellung zu ordnen, die diesen Donnerstag im Rahmen der „Kirchlichen Tage“ eröffnet wird. Die Vorbereitung hat ihn zwei Jahre seines Lebens gekostet. Unter dem Titel „Kreuz und Hakenkreuz“ hat Schmidt, Jahrgang 1940, zusammen mit neun Mitstreitern die Rolle der Heilbronner Protestanten in den Jahren 1933 bis 1939 aufgearbeitet, also von der Machtergreifung der Nazis bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Martin Uwe Schmidt legt die Stirn in Falten. „Unsere Kirche war damals total nationalkonservativ und obrigkeitshörig, sie hat die nationale Revolution durch Hitler sogar begrüßt.“ Die meist älteren Pfarrer seien noch der verloren gegangenen Ordnung des Kaiserreichs nachgehangen. „Die aufklärerische Weimarer Republik war ihnen ebenso fremd wie das Judentum.“ Selbst als im November 1938 die Synagogen brannten, hätten die Pfarrer geschwiegen. „Fast alle sind sie dem Führer nachgelaufen“, sagt Schmidt. Er deutet auf das Foto eines 1. Mai-Festzugs bei dem die evangelischen Pfarrer geschlossen mitmarschierten: „1936 und 1937 gar nimmer mit leichtem Herzen“, wie einer von ihnen später schrieb. Niemals mitmarschiert ist Pfarrer Paul Weitbrecht aus Neckargartach. Weil er als SPD-Mitglied aus der Reihe tanzte, musste er den Ort schon 1934 verlassen. Bei Schmidts Recherche gab es auch Lichtblicke. Neben öffentlich zugänglicher Literatur und Berichten von Zeitzeugen brachte der Nachlass der Gemeindemitarbeiterin Gretel Kiel neue Erkenntnisse. In drei unverhofft aufgetauchten Schachteln fand sich die Korrespondenz des Pfarrers der Südgemeinde, Friedrich Stein. Er war bis 1938 die Schlüsselfigur der Bekennenden Kirche (BK) in Heilbronn, also einer Gruppe, die sich zumindest in innerkirchlichen Fragen selbstbewusst zum Kreuz bekannte und gegen die Gleichschaltung mit der Reichskirche eintrat.
Der Jesuitenordens St. Georgen in Frankfurt am Main verweigert seinen Mitgliedern Unterhaltszahlungen an leibliche Kinder und Kontakt mit ihnen. Vor der katholischen Hochschule des Jesuitenordens protestieren Menschen mittels Sitzstreik dagegen, daß mehr als 3000 Kinder und Frauen katholischer Priester diskriminiert werden. Sie fordern eine Entschädigung und eine Entschuldigung dafür, daß der Orden – wie in vielen anderen Fällen auch – aktiv in ihre Familie eingegriffen hat. Man hat verhindert, daß die damaligen Väter, zu ihren Frauen und Kindern normalen Kontakt haben konnten. Ihnen wurde untersagt, Unterhalt zu zahlen. Man hat dafür gesorgt, daß die Kirche sein Erbe erhält. Im Münchner Provinzialat versucht man sich herauszureden, in Deutschland habe man nichts zu entscheiden. Sie müßten es besser wissen. Alle im Orden führend Tätigen schwören die gleichen Eide. Es gibt eine inhaltliche Einheit. Der Kreisverband der Linkspartei hat die Kirche aufgefordert, im Umgang mit Priesterfamilien die gültigen Gesetze zu achten. Eine andere Partei hat sich bisher nicht gewagt, dafür einzutreten.
Ein katholischer Priester soll vor mehr als 30 Jahren Schüler eines Internats in Bad Neustadt/Saale (Landkreis Rhön-Grabfeld) sexuell missbraucht haben. Der heute 71-Jährige von der Ordensgemeinschaft Missionare von der Heiligen Familie sei seines Amtes als Seelsorger in einem Altenheim in Nordrhein-Westfalen enthoben worden. Ende August hatte sich ein heute 50 Jahre alter Theologe aus dem Raum Nürnberg an das Bistum Würzburg gewandt und die Vorwürfe gegen den Missionspater erhoben. Noch am selben Tag, dem 27. August, habe das Bistum den Orden informiert, sagte ein Sprecher der Diözese Würzburg. Die Übergriffe auf die minderjährigen Buben sollen zwischen 1972 und 1976 erfolgt sein. Mittlerweile haben sich die Missbrauchsvorwürfe gegen Priester bestätigt. Im damaligen Internat des Missionshauses St. Kilian in Lebenhan (Landkreis Rhön-Grabfeld) habe der Priester Minderjährige sexuell missbraucht. Der Ordenspriester hat den mehrfachen sexuellen Missbrauch eingestanden. Deshalb bleibe er bis zum Abschluss der kirchenrechtlichen Voruntersuchung von seinen Pflichten entbunden. Danach würden kirchenrechtliche Schritte gegen den Pater eingeleitet.
Ab dem 1. Dezember bekommt die Schweizer Garde in Vatikanstadt einen neuen Kommandanten. Den 36-jährigens selbstbewussten, karriereorientierten aber auch ungestüm Daniel Anrig von der Glarner Kantonspolizei. Besonders gern unternahm er als Chef der Kantonspolizei Hausdurchsuchungen in Asylbewerberheimen. So auch im Jahre 2003 in dem Asylbewerberheim Rain von Ennenda. Offiziell wurde nach Drogen gesucht. Gleichzeitig erkannte die Polizisten die Gelegenheit, einmal so richtig Guantanamo-Feeling aufkommen zu lassen. Sie fesselten die Asylbewerber an Händen und Füssen, entkleideten und fotografierten sie und zogen ihnen einen Stoffsack über den Kopf und hielten sie dann für sechs Stunden im Aufenthaltsraum fest. Drogen wurden dagegen keine gefunden. Umso stärker war das Medienecho. Das Schweizerische Rote Kreuz, das die Heime führt, ganzen Beitrag lesen… »
Datenbank “Religio”, Jena - Das elektronische Informationssystem über Sekten, neue religiöse und ideologische Gemeinschaften und Psychogruppen in Deutschland
Die Laizisten - Petition gegen Religionsunterricht beim Bundestag
Ex-Heimkinder - Ursachen, Folgen und Auswege aus institutioneller Heimerziehung.