[Update] Unbedingt zu diesem Thema auch den Artikel “Evangelische Gummirücken” auf dem Tammox-Blog lesen.

Auf dem Jahresempfang der evangelischen Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern für Politik, Wirtschaft und Kultur in der diakonische Einrichtung Kloster Dobbertin hat die Sozialministerin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig angesichts der Finanzkrise eine “Rormation” der sozialen Marktwirtschaft gefordert. Der Mensch müsse im Mittelpunkt stehen und nicht das Kapital. Zuvor hatte der mecklenburgische Landesbischof Andreas von Maltzahn in seiner Andacht die „angeblichen Selbstheilungskräfte des Marktes’ als bloße Fata Morgana bezeichnet. In der Krise bestünde die Chance umzusteuern. Weg von einer Form des auf kurzfristigen Gewinn zielenden Wirtschaftens hin zu einer auf Nachhaltigkeit orientierten, gerechten, solidarischen Gesellschaft.
So weit so gut. Die Evangelische Kirche hat sich im Juli 2008 aber schon mal ganz anders zu diesem Thema geäußert. Und warum sind es dann immer gerade die christlichen Gewerkschaften die Niedriglöhne abschliessen? Warum müssen gerade in diakonischen Einrichtungen Mitarbeiter zu ihrem Einkommen Hartz-IV-Leistungen in Anspruch nehmen? Der Mitarbeitervertreter in der bundesweiten arbeitsrechtlichen Kommission der Diakonie, Wolfgang Lindenmaier, wirft den Kirchen vor, die Lohnspirale bewusst nach unten zu treiben! Alle Welt rege sich über Lidl und Aldi auf, aber „Kirche ist schlimmer“, kritisierte Lindenmaier.
Aber im mecklenburgischen Dobbertin hörte man solche Worte nicht.

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