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Scheinheilige Geschäfte – Die Finanzen des Vatikans

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Curzio Maltese: Scheinheilige Geschäfte. Die Finanzen des Vatikans
Antje Kunstmann Verlag, München 2009
158 Seiten
ISBN: 978-3888975585
16,90 €

Nach dem Skandal um die Mafia-Verstrickungen der Vatikanbank in den 1980er Jahren galten die Finan­zen des kleinsten Staates der Welt als zerrüttet. Heute sind dessen Kassen wohl gefüllt: dank Spendenrekorden, einer umfassenden Steuerbefreiung und lukrativen Nebeneinkünften. Topmanager kümmern sich um die Geschäfte. Um die Transparenz ist es weniger gut bestellt: Was der Kirche an Geldern zufließt und wofür sie sie ausgibt, ist ein streng gehütetes Geheimnis. Curzio Maltese blickt hinter diese Mauer des Schweigens. Gestützt auf Kirchendokumente, fördert seine Recherche Verblüffendes zutage. Entgegen aller Annahmen kommt nur ein Fünftel der Einkünfte aus der Kirchensteuer wohltätigen Zwecken zugute. Die Kirche ist Italiens größter Immobilienbesitzer und Tourismusmanager und zahlt keinen Cent Steuern, wenn sie Hotels betreibt oder einträgliche (Pilger)Reisen organisiert. Der Vatikan, für internationale Anleger ein Steuerparadies, kostet den italienischen Steuerzahler mehr als Staatsverwaltung und Parla­ment zusammengenommen. Doch Kritiker dieses gänzlich undemokratischen Sys­tems bekommen schnell den langen Arm der Kurie zu spüren: In Italien läuft nichts mehr ohne Plazet des Vatikans, der sich immer ungehemmter in die Politik des laizistischen Staates einmischt. Wer wissen will, wie undurchsichtige Finanzsysteme funktionieren und was der Vatikan tatsächlich mit dem Geld seiner Gläubigen macht, kommt an diesem Buch nicht vorbei. »Malteses Buch wirft ein Schlaglicht auf ein intransparentes, ganz und gar anomales Finanzsystem und gibt der Frage nach dem Verhältnis von Religion und Politik, Kirche und Staat eine ganz neue Aktualität.

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Sklaven in Irland

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© Titanic Magazin

Über den Missbrauchskandal in Irland an über 15000 Kindern, hauptsächlich Jungen, durch katholische Priester wurde ja schon viel geschrieben. Jetzt haben sich in einem Spiegel-Bericht erstmals die Opfer John Kelly und Patrick Walsh zu Wort gemeldet, die den Stein ins Rollen gebracht haben. Auzüge gefällig:

Die Ordensbrüder haben Kinder geschlagen, gequält, vergewaltigt. Sie ließen sie hungern und frieren, und manche der Gottesmänner haben die Lederriemen ihrer Peitschen mit Salz eingerieben, damit jeder Schlag lange brennt. “Das waren katholische Konzentrationslager, der irische Archipel Gulag”, sagt Kelly.

Jeder Bruder hatte sein eigenes Design. Die meisten ließen sich Pennys auf die neuen Lederstreifen nähen, damit es schmerzte. Manche bevorzugten Bleistücke oder Kupferdraht. Die noch Perfideren ließen die Gewichte ans Ende der Lederstreifen nähen. Dann wickelte sich das Leder beim Schlag gegen einen Schenkel ums Bein und traf oft die Hoden. “Du wurdest entmenschlicht, und irgendwann glaubtest du, dass du ein Untermensch bist”, sagt Kelly.

Sein Talar beeindruckte O’Gormans Mutter und auch den Jungen. Der Priester warb ihn, angeblich für eine Jugendgruppe. Aber schon am ersten Wochenende vergewaltigte er ihn, nachdem er sich vorher die Hände eingecremt hatte. “Wenn ich Creme rieche und das Geräusch höre, läuft es mir noch heute den Rücken runter.”

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Evangelikale Christen attackieren Journalisten

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Über selbstproduzierte Kirchensendungen verbreiten evangelikale Christen radikale Ansichten. Journalisten, die darüber kritisch berichten, werden in Kirchenmagazinen oder im Internet von den Anhängern massiv bedroht. Evangelikale Fundamentalisten in unchristlicher Aktion!

Weiterführende Links:

Artikel aus der Q-Rage 2008/2009
Artikel aus dem Spiegel
Artikel aus der TAZ
Artikel aus Telepolis
Blogeintrag bei Gender:queer
Stellungsnahme des LSVD

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Eine Statue im Petersdom

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Wie wir schon in unserem Beitrag “Die Geliebte des Papstes” beschrieben habe, ging es im Vatikan des Mittelalters nicht immer sehr christlich zu. Ausschweifende Gelage, Machtgerangel, Sex und Bestechung waren an der Tagesordnung. Ein Dokumentation aus der Serie “Mätressen – Die geheime Macht der Frauen” gibt einen sehr guten Einblick in die damalige Zeit.


 

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Michael Tfirst plant in Österreich eine SNAP-Zweigstelle

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Quelle: Telepolis

Das Survivors Network of those Abused by Priests (SNAP) wurde 1989 gegründet und konnte seitdem zahlreichen amerikanischen Opfern von Missbrauch durch religiöse Autoritäten zu ihrem Recht verhelfen. Nun will der Österreicher Michael Tfirst zusammen mit einigen anderen Missbrauchsopfern eine Zweigstelle des Verbandes gründen, mit der Kirchengeschädigte in seinem Heimatland eine stärkere Stimme bekommen sollen.
Tfirst wurde nach eigenen Angaben als Kind mehrfach von Angehörigen des katholischen Klerus missbraucht, worauf er eine Bulimieerkrankung und zwei Selbstmordversuche zurückführt. Seiner Einschätzung nach geht die Zahl der aktiv pädokriminellen Priester in die Tausende. Material über Missbrauchsfälle in Österreich sammelt er bereits seit geraumer Zeit. Deren juristische Aufarbeitung wird seiner Ansicht nach auch durch Netzwerke verhindert: Weil viele hochrangige Persönlichkeiten in Politik, Polizei und Justiz nicht nur fest in der katholischen Kirche verwurzelt sind, sondern häufig auch die gleichen Internate besuchten wie der Klerus, gibt es laut Tfirst besondere Rücksichtnahmen, die dazu beitrugen, dass es in der Alpenrepublik einen Aufarbeitungsrückstand gibt. Schwere Vorwürfe erhebt er in diesem Zusammenhang unter anderem gegen die Justizsprecherin einer österreichischen Parlamentspartei, die eng mit einem einschlägig tätigen Rechtsanwalt befreundet sein soll, der angeblich einem Provinzial des Schulbrüder-Ordens besonders verbunden ist.

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