via Pressemitteilung

Die Wiener Linien haben die Atheisten-Buskampagne im letzten Moment gestoppt. Ab 5. Juni hätten auf Bussen der Linien 13A und 14A Sujets mit der Aufschrift „Es gibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Gott. Werte sind menschlich. Es liegt an uns“ fahren sollen. Die Proponenten der Kampagne bezeichnen die überraschende Entscheidung der Wiener Linien als zweifelhaft.


„Es ist sehr ungewöhnlich, dass eine vertraglich vereinbarte Kampagne während der Laufzeit gestoppt wird“, sagt Niko Alm. Er ist Geschäftsführer der Agentur Super-Fi, die die Kampagne für Österreichs atheistische und humanistische Organisationen kostenlos abwickelt. „Inoffiziell hat es geheißen, man dürfe keine politische oder religiöse Werbung machen“, sagt Alm über die Ablehnung der Wiener Linien. „Ein Schreiben liegt leider noch nicht vor“.
„Das ist ein Unfug“, heißt es von den Organisationen AG-ATHE (Atheistinnen und Agnostikerinnen für ein säkulares Österreich), AHA (Allianz für Humanismus und Atheismus) und vom Freidenkerbund Österreich. „Zu sagen, dass es höchstwahrscheinlich keinen Gott gibt, kann man ja wohl kaum als religiöse Werbung bezeichnen“. Erich Eder (AG-ATHE) spricht von vorgeschobenen Gründen: „Die Gewista, bei der die Flächen gebucht waren, hatte keine Einwände. Aber kaum sehen die Wiener Linien die Sujets, bekommen sie kalte Füße“. „Es ist für uns eine traurige Überraschung, dass man in Wien genau so reagiert wie in Deutschland oder Italien. Offenbar ist die Stadt doch noch nicht so weit, wie wir geglaubt haben sondern fürchtet sich vor einer Diskussion“, zeigt sich Martin Luksan (Freidenkerbund) empört.