Mit Benedikt XVI. hat ein deutscher Papst Israel besucht. Auch wenn der Papst im Heiligen Land die Juden «unsere älteren Brüder» genannt hat, darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass er ihnen nicht auf Augenhöhe begegnet. Der Grund liegt nicht so sehr in der Begnadigung des Holocaust-Leugners Richard Williamson. Schwerer wiegt, dass Benedikt mit der Zulassung der Lateinischen Messe am Karfreitag wieder für die Bekehrung der Juden zu Christus, dem «Retter aller Menschen», beten lässt. Die katholische Kirche hat eine lange Tradition was den Antisemitismus angeht. Und gerade im zweiten Weltkrieg gab es viele braune Kirchenmänner. Auch in der Jugend des heutigen Papstes Ratzinger, gab es Lehrer die der braunen Ideologie angehängt haben. Als nach der Papstwahl die englische Presse an die Mitgliedschaft des 17-jährigen Ratzingers in der Hitler-Jugend erinnerte, sprachen die deutschen Medien von schlechtem Stil. Für sie ist bis heute auch tabu, dass Ratzinger seine Karriere nazifreundlichen Förderern verdankt. Allen voran dem Regensburger Bischof Rudolf Graber,
dem einstigen Rechtsaussen der Deutschen Bischofskonferenz. Der glühende Marienverehrer und Antisemit hatte dem aufstrebenden Professor die Türen zum Hause Habsburg, aber auch zu Franz Josef Strauss aufgestossen. Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten wurde Graber 1933 geistlicher „Gauführer“ im katholischen Jugend-Bund Neudeutschland. Im selben Jahr schrieb er eine Abhandlung Deutsche Sendung. In dieser Abhandlung finden sich eindeutig antisemitische, völkische Stellen, in denen der „Kampf gegen das Judentum“ als „instinktive Abneigung des ganzen deutschen Volkes“ bezeichnet wird.
Auch die höchste Autorität im Leben der Familie Ratzinger, Kardinal Michael Faulhaber, von 1917 bis 1952 Erzbischof von München, hatte sich nach der Machtergreifung mit den Nazis arrangiert. Er lehnte es ab, die Judenboykotte zu verurteilen, weil die Juden sich selber helfen könnten. Stattdessen sicherte der Monarchist Hitler 1936 zu, die Bischöfe würden ihn «in seinem weltgeschichtlichen Abwehrkampf gegen den Bolschewismus» unterstützen. In seinem Buch «Papst ohne Heiligenschein» macht ein deutsches Autorenkollektiv deutlich, wie Ratzinger die «Strategie des kollektiven Vergessens» mitträgt. In seiner Autobiografie schreibt er, wie sehr sein Vater, ein Gendarm, darunter litt, «einer Staatsgewalt dienen zu müssen, deren Träger er als Verbrecher ansah». Er verschweigt, dass sein Grossonkel Georg Ratzinger, der als erster Theologe der Familie bei dieser in höchster Ehre stand, in Bayern den Antisemitismus zum Programm erhoben hatte.
Jul 12




Ich brauche keine Historie um das zu verstehen.
Mein letzter lebender Bruder, Jahrgang 1923, hat als Knirps “unfreiwillig” wohl eher durch das Diktat der Gesellschaft die gesamte braune Soße eingeflößt bekommen, zumal der 4 Jahre ältere Bruder als Berufsoffizier immer Vorbild war. Dazu gehörte auch ein Geschichtsuntericht an der höheren Schule, in dem der Lehrer aus dem “Stürmer” vorlas, braune absolute Weisheiten verkündete, kritische Schüler von der Schule verbannte und so die jungen Gehirne auf Vordermann brachte. Anstelle zu Hause die Eier der Hühner zu suchen, reiste er als HJ-Hilfskraft nach Italien und organsisierte HJ-Zeltlager. Wer konnte als Jugendlicher so einer Herrausforderung widerstehen, sein brauner Vortänzer von 17 Jahren hatte sogar einen Dienstwagen mit Chauffeur und meine Eltern nicht einmal mehr ein Pferd
Bei seinen Studienanfängen in Stettin etwa ab 1941 hörte er, er wäre jetzt zur seemännischen Reserve aufgestellt, was soviel hieß wie Kanonenfutter für die U-Boot Waffe. Also nutze er Kontakte zu höheren Chargen und landete bei der Luftwaffe in Dresden bei der Fliegerausbildung. Trotz Augenfehler diente er bis zum Ende als Kurierflieger in Italien/Nordafrika.
Diese frühe Prägung von 10 Jahren intensiven braunem “Brainwash” hat er bis heute nicht überwunden, für ihn sind die alten Germanen immer noch blond, unendlich mutig, moralisch allen anderen Rassen überlegen und vom Schicksal ausersehen die Welt zu retten. Auch 5 Jahre in der französichen Armee nach 1945 zusammen mit adligen Preussen oberster Schublade haben ihn nicht kuriert, aber zumindest darüber aufgeklärt wie andere absolutistische Ansprüche ebenfalls als ideologischer Mumpitz versagen. Letztendlich war er erst mit 28 Jahren ein freier Mann ohne jede Ausbildung – das Töten von Menschen ausgenommen. Da waren andere Karrieren schon seit Jahren abgeschlossen. Heute schläft er gemächlich auf der Couch den Rausch aus und träumt Tag für Tag vom Riesengewinn in der Spielbank (Baden-Baden), bei der er auf der schwarzen Liste steht.
Alte demente Knacker wie der Ratzfatz erleiden eine rasante Verengung der externen Wahrnehmungsbreite und füllen das Manko auf mit den Erinnerungen an ihre persönliche glorreiche Jugendzeit, als alles noch so toll,so sauber undso ehrenhaft war. Das geht so weit, das einige “Kameraden” den Pfleger im Altenheim leicht weggetreten mit “Heil Hilter” begrüßen. Wir dürfen bei diesem Papst noch einiges erwarten, bis hin zur Anbetung von Führers Geburtstag durch die Pius-Brüder und andere Fehltritte erster Güte.
Meine jugendliche Prägung ist die des totalen Chaos. Begriffe wie Besitz, Ehre, Glaube, Vaterland, Vorbild bedeuten absolut nichts, das ist von einer Sekunde auf die andere wertlos oder spurlos verschwunden, Familie ist eine unbekannte Größe und nur Selbstvertrauen ist die einzige Stütze. Vermitteln kann man das niemanden, man ist halt vorhanden und mehr auch nicht.
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