Auf Berliner U-Bahnhöfen hängen seit ein paar Tagen Großplakate eines christlichen Missionsdienstes. Halten sich die Berliner Verkehrsbetriebe nicht an den Vorstandsbeschluss vom März, keinerlei religiöse oder weltanschauliche Werbung mehr zu plakatieren? Ende April / Anfang Mai wurde dann die Skepsis wieder größer, ob die BVG nicht vielleicht doch nur eine Scheinbehauptung übermittelt habe, um die atheistische Werbekampagne ablehnen zu können, denn sowohl auf U-Bahnhöfen hingen Großplakate und an verschiedenen Stellen im BVG-Bereich waren „City Lights“ sichtbar, auf denen Werbung für das katholische Bischöfliche Hilfswerk Misereor plakatiert war: „Gott kann nicht alles regeln. Für uns bleibt noch genug zu tun.“ Die BVG geriet nun in den vielfach geäußerten Verdacht, wortbrüchig geworden zu sein und doch den Christen zu erlauben, was sie den Atheisten verweigerte. BVG-Sprecher Wazlak weist diesen Vorwurf zurück. Man sei selber von dieser Kampagne völlig überrascht gewesen. Die BVG ließe zurzeit von ihren Juristen prüfen, ob das rechtens sei. Das man sich in einem öffentlichen Widerspruch befände, darüber sei sich die BVG im Klaren, müsse aber die juristisch Prüfung abwarten. Und sowas kann in Deutschland ja bekanntlich Jahre dauern.

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