Dutzende von AIDS-Opfern aus Taiwan und Hongkong haben in den USA Klage gegen den deutschen Pharmakonzern Bayer AG eingereicht. Sie werfen dessen früherer Tochterfirma Cutter vor, 1984 und 1985 AIDS-verseuchte, in den USA und in Europa nicht mehr absetzbare Präparate nach Asien verkauft zu haben, um sie nicht abschreiben zu müssen. Mehrere Hundert Patienten, oft Kinder oder Heranwachsende, wurden damals mit dem Virus infiziert. Wie viele von ihnen heute noch leben, ist nicht bekannt, weil AIDS in Asien noch immer als großes Tabu gilt.
Der im September und im November ausgestrahlte WDR-Film „Tödlicher Ausverkauf – wie ‘AIDS’ nach Asien kam“ dokumentiert nun detailliert, mit welcher Kaltblütigkeit der Konzern für seinen Profit über Leichen ging.
[Update 29.11.2009] Weitere unappetitliche Tatsachen aus Irland werden in einem Artikel bei Telepolis unter “Omerta, irisch-katholisch” beschrieben.
Seit Tagen nun schon, überschwemmen Fluten biblischen Ausmaßes, weite Teile der grünen Insel Irland. Und nun hat noch der Bericht einer Untersuchungskommission drei Grundpfeiler von Staat und Gesellschaft erschüttert: Jahrzehntelang haben die katholische Kirche, staatliche Behörden und die Polizei den beinahe schon gewohnheitsmäßigen Missbrauch von Kindern durch Geistliche vertuscht und verschwiegen. Von einer tiefen Schande sprachen bereinstimmend Diarmuid Martin, der Erzbischof von Dublin, und Justizminister Dermot Ahern. Ein anonymer Kirchensprecher nannte es einen “Tsunami” der Schande. Mehrere Jahre lang war eine von der Regierung eingesetzte unabhängige Kommission Vorwürfen von Kindesmissbrauch in der Diözese Dublin nachgegangen und hatte 60 000 Dokumente studiert. Betroffen waren 320 Kinder und 46 Priester. Weitere 450 Männer und Frauen gaben an, als Kinder sexuell missbraucht worden zu sein und erhoben Vorwürfe gegen insgesamt 152 Kirchenangehörige. Sie waren aber nicht Bestandteil der Untersuchung. Die untersuchten Vorgänge erstreckten sich über mehr als ein Vierteljahrhundert – von 1975 bis 2004. Alle vier Erzbischöfe von Dublin, die in dieser Zeit amtierten, waren über den Skandal ganz oder teilweise informiert, ohne jedoch einzuschreiten. Die Hilfsorganisation “One in Four”, die sich um Missbrauchsopfer kümmerte, fordert nun eine Ausweitung der Nachforschungen auf alle Diözesen des Landes. Und erst ein halbes Jahr ist es her, dass eine andere Kommission ebenfalls gewohnheitsmäßigen Missbrauch in kirchlich geführten Kinderheimen und Waisenhäusern aufdeckte. Obwohl Erzbischof Martin schon vorab vorsorglich gewarnt hatte, dass der Bericht viele Katholiken schockieren würde, waren mehrere Einzelheiten dennoch erschütternder als erwartet. So gestand ein Priester den Missbrauch an mehr als hundert Kindern; ein anderer gab zu, während 25 Jahren im Priesteramt sich alle vierzehn Tage an Minderjährigen vergriffen zu haben. Die einst anscheinend allmächtige Kirche hat bereits seit Jahren viel von ihrem politischen und staatlichen Status in Irland eingebüßt. Dennoch sind die meisten Iren nach wie vor gläubige Katholiken, die regelmäßig die Messe besuchen.
Die römische Staatsanwaltschaft überprüft suspekte Konten-Verbindungen der Vatikanbank IOR zur italienischen Bank Unicredit. Die italienische Finanzpolizei untersucht Medienberichten zufolge Bankgeschäfte des Vatikans wegen des Verdachts der Geldwäsche. Bei den Konten, deren Inhaber «aus Mangel an Transparenz» unklar seien, bestehe der Verdacht auf Geldwäsche. Etwa 180 Millionen Euro seien in den vergangenen drei Jahren über Konten der IOR-Bank bei einer Unicredit-Filiale in Vatikan-Nähe geflossen, wie die Tageszeitung «Il Giornale» am Donnerstag berichtete. Das IOR war in der Vergangenheit wiederholt wegen undurchsichtiger Geschäfte in die Schlagzeilen geraten. Es hat erst seit kurzem eine neue Führung. Im neuen Fall werde mit äusserster Diskretion ermittelt, und im Momente sei noch niemand angeklagt worden, heisst es in dem Bericht. Die Staatsanwälte wollten jedoch wissen, wer sich hinter den Konten verbirgt und ob die Konto-Verbindungen der IOR-Bank (Institut für die religiösen Werke) zur Unicredit als eine Art Schutzschirm oder Kanal für den Geldfluss zwischen der Vatikanbank und Italien gedient haben könnten. Die Vatikan-Bank hat 130 Mitarbeiter, 44’000 Konten und geschätzte Einlagen in Höhe von etwa fünf Milliarden Euro. Der Vatikan äusserte sich nicht zu den Ermittlungen.
Für die Vatikanbank wäre es nicht das erste Mal, dass sie mit Geldwäsche in Verbindung gebracht wird. In der 67-jährigen Geschichte hat das Ior mehrfach mit Skandalen von sich reden gemacht. Unter der Führung von Paul Marcinkus etwa war die Bank mit der Banco Ambrosiano von Roberto Calvi verwickelt, die wiederum Geld der Mafia wusch. Calvi spekulierte mit den Millionen des Vatikans, machte sich aber beim Papst Johannes Paul II. beliebt, weil er die Gewerkschaft Solidarnosc in Polen mit Geld versorgte. Letztlich verspekulierte sich Calvi jedoch und saß auf Milliardenschulden, bevor man ihn 1982 erhängt unter der Londoner Blackfriars Bridge fand. Obwohl die Szene nach Selbstmord aussah, schloss die Staatsanwaltschaft einen Mord nicht aus. Marcinkus wurde dank seines Diplomatenpasses von der Justiz nicht belangt. Marcinkus’ Nachfolger Angelo Caloia trat 1989 an. Im September 2009 übernahm Ettore Gotti Tedeschi die Führung.
Ein Pfarrer betrog Frauen um große Teile ihres Vermögens und bezahlte damit seine Schulden bei der Kirche. Die Opfer fordern jetzt von der Erzdiözese Freiburg eine Wiedergutmachung. Eigentlich sollte Kleriker Frank B. seine Dissertation über politische Ethik schreiben, aber dieser wollte lieber feiern und protzen. Der Geistliche legte sich mehrere Geliebte und einen aufwendigen Lebensstil zu. Um den zu finanzieren, erschwindelte er sich hohe Kredite von seiner Kirche, insgesamt 120.000 Euro – unter dem Vorwand, die teure Behandlung seines behinderten Bruders bezahlen zu müssen. Und somit ist er über viel mehr als die Gliederung zu seiner Dissertation nicht hinausgekommen. Eine der Frauen, Gudrun Eigner, ließ den Priester schließlich auffliegen. Im vergangenen Jahr wurde Frank B. wegen Betrugs in elf Fällen sowie wegen Körperverletzung in vier Fällen zu insgesamt 20 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt; die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Und die Ex-Geliebte Gudrun Eigner und ihre Tante fordern vom Bistum jenes Geld zurück, das Frank B. ihnen abgeluchst hat, um seine Schulden bei der Kirche zu begleichen. Nun sorgt sich die Erzdiözese gleich doppelt – um ihre Finanzen und um ihr Image. Schließlich soll Pfarrer B. nicht zimperlich im Umgang mit Eigner gewesen sein. Er schlug schon mal mit dem Ledergürtel oder mit der bloßen Hand zu und trat auch einmal mit seinen Birkenstock-Sandalen auf die am Boden Liegende ein. So steht es im Urteil des Landgerichts Freiburg. Wie es mit dem verurteilten Priester beruflich weitergeht, ist offen. Gegen ihn läuft ein kirchliches Gerichtsverfahren, das über seinen Verbleib im Dienst befinden soll. Anfang Dezember soll die Ex-Geliebte Eigner als Zeugin vernommen werden.
Der Augsburger Bischof Walter Mixa kritisiert den Vorstoß des neuen Präsidenten des Zentralkomitees der Katholiken, Alois Glück, für eine Abschaffung des Zölibats bei Pfarrern. Hoffentlich hat der Mann ein dickes Bankkonto. Denn andere Bischöfe zahlen gerade Millionen an ihre Missbrauchsopfer. Gerade will das katholische Bistum Fairbanks im US-Staat Alaska seinen fast 300 Opfer von sexuellem Missbrauch zehn Millionen Dollar zahlen. Dieses Bistum hatte mit anderen Bistümer aus in San Diego, Portland, Tucson, Spokane, Davenport in diesem Jahr schon mal vorsorglich Konkurs angemeldet. In Irland hat eine irische Ordensgemeinschaft, in der über Jahrzehnte Kinder missbraucht wurden, hat 161 Millionen Euro an Entschädigungszahlungen angeboten. Aber wir können Herrn Mixa verstehen, in Deutschland kann sowas ja nicht vorkommen, denn hier werden gefallende Priester einfach nur in eine andere Pfarrgemeinschaft versetzt, und BASTA!
Datenbank “Religio”, Jena - Das elektronische Informationssystem über Sekten, neue religiöse und ideologische Gemeinschaften und Psychogruppen in Deutschland
Die Laizisten - Petition gegen Religionsunterricht beim Bundestag
Ex-Heimkinder - Ursachen, Folgen und Auswege aus institutioneller Heimerziehung.