Ein Pfarrer betrog Frauen um große Teile ihres Vermögens und bezahlte damit seine Schulden bei der Kirche. Die Opfer fordern jetzt von der Erzdiözese Freiburg eine Wiedergutmachung. Eigentlich sollte Kleriker Frank B. seine Dissertation über politische Ethik schreiben, aber dieser wollte lieber feiern und protzen. Der Geistliche legte sich mehrere Geliebte und einen aufwendigen Lebensstil zu. Um den zu finanzieren, erschwindelte er sich hohe Kredite von seiner Kirche, insgesamt 120.000 Euro – unter dem Vorwand, die teure Behandlung seines behinderten Bruders bezahlen zu müssen. Und somit ist er über viel mehr als die Gliederung zu seiner Dissertation nicht hinausgekommen. Eine der Frauen, Gudrun Eigner, ließ den Priester schließlich auffliegen. Im vergangenen Jahr wurde Frank B. wegen Betrugs in elf Fällen sowie wegen Körperverletzung in vier Fällen zu insgesamt 20 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt; die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Und die Ex-Geliebte Gudrun Eigner und ihre Tante fordern vom Bistum jenes Geld zurück, das Frank B. ihnen abgeluchst hat, um seine Schulden bei der Kirche zu begleichen. Nun sorgt sich die Erzdiözese gleich doppelt – um ihre Finanzen und um ihr Image. Schließlich soll Pfarrer B. nicht zimperlich im Umgang mit Eigner gewesen sein. Er schlug schon mal mit dem Ledergürtel oder mit der bloßen Hand zu und trat auch einmal mit seinen Birkenstock-Sandalen auf die am Boden Liegende ein. So steht es im Urteil des Landgerichts Freiburg. Wie es mit dem verurteilten Priester beruflich weitergeht, ist offen. Gegen ihn läuft ein kirchliches Gerichtsverfahren, das über seinen Verbleib im Dienst befinden soll. Anfang Dezember soll die Ex-Geliebte Eigner als Zeugin vernommen werden.