Zitat Zollitsch: „Gäbe es die Kirchensteuer nicht, müssten wir uns aus zahlreichen Aktivitäten etwa im karitativen Bereich verabschieden, die dann andere, etwa der Staat, zu übernehmen gezwungen wären”.
Tatsache ist, das beide Großkirchen Steuergeldempfänger sind. Der Staat finanziert durch Steuergelder die karitativen Aktivitäten dieser Großkirchen und deckt darüber hinaus auch ausschließlich deren interne Kosten ab. Beispielsweise bezieht Zollitsch als Bischof ein Beamtengehalt der höchsten Stufe (A1), nebst Dienstwagen und Dienstwohnsitz, für das der Steuerzahler aufzukommen hat.
Geld Geld Geld
weiterführende Literatur:
Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland
Alibri Verlag Gunnar Schedel; Auflage: 3. Auflage
ISBN-Nr.: 978-3932710391
Preis: 24,50€
Wir haben schon des öfteren über die Verflechtung von Staat und Kirche berichtet. Aber auch schon über die Finanzgeschäfte des Vatikans. Milliarden Euro bekommen beide Kirchen jedes Jahr aus dem Staatssäckel.
Aber in den einzelnen Bundesländer gibt es natürlich Abstufungen. In Baden-Würtenberg ist es Tatsache das:
- … die Kirchen und Religionsgemeinschaften von der Grundsteuer befreit sind?
- … die Kirchen ihre Arbeit nicht nur durch die Kirchensteuer finanzieren, also durch die Mitgliedsbeiträge der Gläubigen, sondern dass sie vom Staat kräftige finanzielle Zuschüsse erhalten?
- … die Kirchen darauf bestehen, dass diese Staatsleistungen entsprechend den Gehaltserhöhungen aufgestockt werden, die von den Gewerkschaften durchgesetzt wurden?
- … die Kirchen und ihre Sozialwerke zwar viele soziale Einrichtungen betreiben, aber gar nicht aus dem Kirchenvermögen oder mit der Kirchensteuer finanzieren?
- … die Kirchen beim Religionsunterricht in den staatlichen Schulen sowie bei der Ausbildung des Priester- und Pfarrernachwuchses an den theologischen Fakultäten der Unis das alleinige Sagen haben und dass dies aus Steuermitteln bezahlt wird?
- … die Kirchen aufgrund von Verträgen aus dem 19. Jahrhundert Anspruch darauf haben, dass der Staat die Kosten für den Bau und die Instandhaltung vieler Pfarrhäuser und Kirchen trägt? Dem Land Baden-Württemberg – und damit allen Steuerzahlern! – obliegt die Baulast an rund 1100 „kirchlichen Lastengebäuden“, davon sind 533 bewohnte Pfarrhäuser. Allein die Sanierung für die Kirche St. Johann in Freiburg kostete 2,65 Millionen Euro; davon musste das Land 2,09 Millionen Euro tragen, die Kirche nur 7,5%.
Und wer jetzt denkt, somit könnten die Kirchen doch wenigstens Mindestlohn zahlen und alle christlichen Gewerkschaften spielen eine Vorreiterrolle, der sieht sich leider schwer enttäuscht. Deshalb darf der Satz “Wasser predigen, Wein saufen” nicht vergessen werden.



