Feb 19
Eugen Drewermann
Eugen Drewermann, katholischer Theologe und Psychotherapeut, sprach mit dem Tagesspiegel über den Druck des Priesteramts und Missbrauchsfälle in der Kirche. Eugen Drewermann (69) wurde 1991 die katholische Lehrbefugnis entzogen, ein Jahr später verlor er das Priesteramt unter anderem wegen seiner Haltung zur Moraltheologie des Vatikans.
Die katholische Kirche hat das Bild einer von Gott gesetzten, heiligen Institution. Alle Fehler, die passieren, gehen zurück auf das Konto fehlbarer Menschen – nie auf die Kirche. Die Abspaltung von Institution und Person erlaubt nicht die geringste Erfahrungskorrektur. Es gibt keine Rückkopplung. Es gibt nur zwei Ebenen, die miteinander nicht zusammenkommen können. Das ist ein monolithischer und nach unten hierarchisch organisierter, heiliger Apparat, der Gottes Gnade vom Himmel auf die Erde herab- führen soll. Ganz sicher wird nicht in diesem System darüber nachgedacht werden, wie es selber als System und als Idealsetzung die Ursache für so viel Leid ist. Das kann nicht gedacht werden. Dies ist undenkbar, oder das ganze System würde gesprengt werden durch die Erkenntnis, dass die Sexualmoral verkehrt ist, dass das Papsttum verkehrt ist, dass die Spaltung zwischen Gott und Mensch verkehrt ist, dass der Unfehlbarkeitsanspruch verkehrt ist, dass die Unterdrückung der freien Meinung durch das Gehorsamsgebot menschlich und religiös nicht zu halten ist. Es ist nicht irgendwas, was da falsch läuft, die Frage der Sexualität ist ein schweres Symptom, aber sie ist nur ein Thema. Ein Oberflächensymptom für eine Grundstruktur, die im Ganzen nicht stimmt.
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Weiterer Artikel im “Der Westen” – “Katholische Kirche ist größte Schutzorganisation für Pädosexuelle“
Feb 18
oh Mann…
1962 schickte Papst Johannes XXIII Instruktionen um die Welt, dass in Fällen von Kindesmißbrauch die Opfer zu Stillschweigegelübden bewegt werden sollten. Und im Mai 2001 verfasste der Ratzinger (damals noch Präfekt der Glaubenskongragation) ein Schreiben an die Bischöfe, wo er expliziert darauf hingewiesen hat wonach die “crimine solicitationies” (das Gesetz über die streng geheimen Fällen von sexuellen Missbrauchs) immer noch in Kraft sind. Das Gesetz, auf das das Ratzinger Schreiben verwiest, wurde vom Papst Johannes XXIII vor 40 Jahren verfasst. Das Gesetz selbst ist erschreckend, da es eine zwingende Voraussetzung der Geheimhaltung beschreibt sowohl für die Täter und Opfer des sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester. Die Bischöfe die sich nicht an dieses Gesetz halten wollten, wurde sogar mit der Exkommunikation bedroht.
Ob diese Einstellung von dem Herrn Ratzinger wohl in der jetzigen Situation in Irland und Deutschland hilfreich ist? Somit wird aus dem Vatikan wohl keine große Hilfe kommen.
Feb 17
der Walter wieder …
Wieder einmal der Walter! Die Kirche ist gar nicht Schuld, an den vielen Missbräuchen an Jugendlichen! Nein die sexuelle Revolution in der Gesellschaft hat Schuld und dem können sich auch pädophile Priester nicht entziehen. Wir haben gar nicht gewusst, das Drogenmissbrauch unter Bischöfen so weit verbreitet ist. Und mit dieser Meinung scheinen wir ja wohl nicht allein zu sein.
Scharfe Kritik an Bischof Mixa: Nach seinen Äußerungen, die sexuelle Revolution sei mitverantwortlich für den sexuellen Missbrauch in katholischen Einrichtungen, gehen Kirchenorganisationen auf Distanz zu dem Augsburger Kirchenoberen. Als verantwortungslos hat die Kirchenvolksbewegung “Wir sind Kirche” die Aussagen Mixas kritisiert. Sexuelle Gewalt gegen Kinder, auch in Internaten, habe es “lange vor der sexuellen Revolution gegeben”, sagte Christian Weisner von der kirchlichen Organisation. Offenbar sei dem Bischof die “Dimension des Problems nicht klar”. Wie wahr wie wahr. Auch Bernd Göhrig von der Initiative “Kirche von unten” äußerte sich kritisch über den Bischof: Er halte Mixa für “persönlich überfordert” mit dem Thema. Zudem konstatierte Göhrig eine “Krise des Führungspersonals” in der katholischen Kirche. Er warnte die in der nächsten Woche tagende Bischofskonferenz vor nur kosmetischen Beschlüssen. Auch die Politik zeigt sich empört von Mixas fragwürdigem Erklärungsansatz. Mixa-Kritikerin Grünen-Chefin Claudia Roth sagte: “Es ist nicht nur haarsträubend, sondern auch eine beispiellose Verhöhnung der Opfer sexuellen Missbrauchs, wenn an diesem Skandal innerhalb der katholischen Kirche nun andere schuld sein sollen”, so die Politikerin. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck forderte auch, dass der Papst sich der Thematik annehmen müsse: “Die weltweiten Skandale haben etwas Systematisches an sich. Der Papst muss dafür sorgen, dass das Thema in allen Teilen der Welt zum Thema gemacht wird. Das ist das Mindeste, was die Opfer erwarten können.”
Zu seinem irischen Problem bekommt der Ratzinger jetzt auch noch ein deutsches Problem.
Feb 13

Das Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg hat vor einem getarnten Scientology-Ableger gewarnt, mit dem die Organisation offenbar Mitglieder werben wolle. Die im Internet aufwändig beworbene Kampagne “United for Human Rights” (Gemeinsam für Menschenrechte) sei “ein dreistes Täuschungsmanöver von Scientology”, sagte die Präsidentin des Landesamtes, Beate Bube, dem “Focus”. Unter dem Deckmantel der Menschenrechte versuche die umstrittene Organisation, Mitglieder zu rekrutieren.
Dabei sollten Menschen über positiv besetzte Themen in Kontakt mit Scientology kommen, sagte Bube. Die verdeckte Werbeaktion richte sich insbesondere an Kinder und Jugendliche. Es bestehe die Gefahr, dass junge und vor allem idealistisch eingestellte Menschen unwissentlich einer Untergliederung von Scientology beitreten und auf subtile Weise instrumentalisiert werden.
Bube kritisierte, dass Scientology “die fundamentalen Rechte wie Meinungsfreiheit und den universalen Geltungsanspruch der Bürgerrechte mit Füßen” trete.
Feb 12
Eine Glaubensgemeinschaft «Das Universelle Leben Aller Kulturen Weltweit» ist vor Gericht mit dem Versuch gescheitert, der katholischen Kirche die Bezeichnung «christlich» zu untersagen. Das Verwaltungsgericht Freiburg lehnte in einem am Donnerstag bekanntgegebenen Urteil eine entsprechende Klage gegen das Erzbistum Freiburg als unzulässig ab. Sie hatten im August 2009 die 27 Bischöfe der katholischen Diözesen aufgefordert, sich nicht mehr «christlich» zu nennen und dies schriftlich zuzusagen. Sie begründeten die Klage im Wesentlichen damit, dass das Verhalten der katholischen Kirche im Widerspruch zur Lehre von Jesus Christus stehe. Sie sei daher nicht berechtigt, sich weiter «christlich» zu nennen. Das Gericht führte aber an, es sei nicht ersichtlich, dass die Verwendung der Bezeichnung «christlich» durch die katholische Kirche die Kläger in eigenen Rechten verletzen könnte. Es könne zudem offenbleiben, ob ein von den Klägern behauptetes «postmortales Persönlichkeitsrecht» von Jesus Christus bestehe. Denn jedenfalls seien sie nicht zu dessen Wahrnehmung oder Durchsetzung berechtigt.
[Kirchensumpf] Eine Sekte versucht einer anderen Sekte ans Bein zu pinkeln. Irgendwie lustig, Oder?