Die Vatikan AG
Gianluigi Nuzzi
Vatikan AG: Ein Geheimarchiv enthüllt die Wahrheit über die Finanz- und Politskandale der Kirche.
336 Seiten, Ecowin Verlag; Auflage: 1., Aufl.
22,50€, ISBN 978-3902404893
Die Vatikanbank wusch jahrelang das Geld der Mafia weiss – mit dem Segen des damaligen Papsts Johannes Paul II. Es sind nicht nur Pädophilie-Skandale, welche die katholische Kirche gerade erschüttern: Das neu erschienene Buch «Vatikan AG» gewährt Einblick hinter die Kulissen der Vatikanbank – und zeigt Sauereien von biblischem Ausmass auf: Milliarden von Euro sind mit dem Wissen von Päpsten und Kardinälen in den heiligen Hallen weissgewaschen worden. Hohe Mafiabosse hätten genauso auf der Kundenliste gestanden wie italienische Ministerpräsidenten. Bereits die Entstehungsgeschichte des Sachbuchs liest sich wie ein Thriller: Renato Dardozzi, ein hochrangiger Manager der Vatikanbank vererbt tausende von Belegen, Briefen und Dokumenten dem italienischen Journalisten Gianluigi Nuzzi. Abgeholt hat der Journalist die Unterlagen in Begleitung zweier Bodyguards. Der siebenfache ehemalige Ministerpräsident Giulio Andreotti habe rund sechzig Millionen Euro über die Bank gewaschen – selbstverständlich unter einem Codenamen. «Omissis» sei sein Deckname gewesen. Und Papst Johannes Paul II, mit bürgerlichem Namen Karl Wojtyla, habe dieses System wissentlich gedeckt. Der Vorteil für die katholische Kirche sei ebenfalls evident gewesen: Man weiss von den verbrecherischen Verstrickungen der Kundschaft – und kann so, falls es vonnöten ist, ebenfalls Druck auf diese ausüben. Hinter den Wänden des Vatikans wurde also nicht nur Geld gewaschen; eine Hand wusch auch die andere.



