Peter JaminPeter Jamin

Die katholische Kirche ist durch den vielfachen sexuellen Missbrauch durch Priester und Mitarbeiter seit Wochen in den Schlagzeilen. Besonders in der Kritik ist die eigenmächtige und oft laienhafte Verfolgung oder gänzliche Ignorierung möglicher Straftaten, wobei Polizei und taatsanwaltschaft
weitgehend ausgesperrt bleiben. Grundlage dieses Zustands sind die 2002 von der Kirche festgeschriebenen „Leitlinien zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz”. Dieses von der Kirche selbst entwickelte Regelwerk manifestiert eine große Benachteiligung für die Opfer und die Behinderung
von Polizei und Justiz. Mitten im Schlagzeilen-Gewitter der neusten Skandale um den Missbrauch von Kindern in Schulen und Internaten an unterschiedlichen Orten Deutschlands versuchen die Bischöfe einen Befreiungsschlag und stellen jetzt eine Reparatur der Leitlinien mit Hilfe von Sachverständigen in Aussicht. Ob viel dabei herauskommt, darf bezweifelt werden. Denn die katholische Kirche hat seit der Herausgabe des Regelwerks nicht dazugelernt – immerhin hatte sie acht Jahre Zeit, die schon bei ihrer Einführung umstrittenen Leitlinien zu überarbeiten.

In dieser umfangreichen Abrechnung von Peter Jamin mit den Leitlinien der katholischen Kirche fallen sehr klare Worte, wie die katholische Kirche versucht die Ermittlungsbehörden und die Staatsanwaltschaft systematisch von den Ermittlungen fern zuhalten.
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