Was nützen die besten Worte, wenn sie über die Wirklichkeit hinwegtäuschen? Dieser Spruch des Schriftstellers Kurt Tucholsky bringt die Papst-Erklärung zum tausendfachen Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche auf den Punkt. Ja, die Bitte um Vergebung ist natürlich richtig. Sie kommt allerdings reichlich spät und wirkt allein schon deswegen gequält. Ein Schuldeingeständnis sollte es ohnehin nicht sein. Dass Benedikt XVI. zu den notwendigen Konsequenzen, die aus den Verbrechen zu ziehen sind, herzlich wenig gesagt hat, macht deutlich: Er ist ein Gefangener eines katholischen dogmatischen Selbstverständnisses: unfehlbar, unnahbar, unbelehrbar. In der Wirklichkeit des 21. Jahrhunderts ist der Vatikan jedenfalls nicht angekommen und trauert jetzt seit Jahrzenten noch dem Mittelalter nach. Kein Satz zur Aufweichung oder sogar Abschaffung des Zölibats, was auch deutsche Bischöfe schon befürworteten. Die konservativ-autoritären Strukturen der katholischen Kirche bleiben unantastbar. Von der staatsrechtlichen strafrechtlichen Verfolgung bei neuen Missbrauchsfällen will der Papst nichts wissen. Man kann es drehen und wenden wie man will: Für die Öffentlichkeit und auch für die katholische Reformbewegung, war die Messe kein Befreiungsschlag geschweige den ein Aufbruch. Sie hat nur dem Ansehen des Pontifex Maximus weiter geschadet.
Die Staatsanwaltschaft Kassel hat am Freitag wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Kindern Haftbefehl gegen einen 49-jährigen katholischen Priester aus Fritzlar (Hessen) erlassen. Er soll sich in mehr als 30 Fällen an Ministranten vergangen und dies auch eingeräumt haben, wie die Staatsanwaltschaft erklärte. Das Bistum Fulda zeigte sich am Nachmittag schockiert über die Missbrauchsvorwürfe und deren Ausmaß gegen den Ordenspriester des Priorates der Prämonstratenser in Fritzlar. Bereits Anfang Mai hatte die Diözese nach eigenen Angaben wegen eines angezeigten Verdachts die zuständige Staatsanwaltschaft in Kassel eingeschaltet. Gleichzeitig wurde der Orden aufgefordert, den beschuldigten Priester nicht mehr in der Seelsorge und der Schule einzusetzen. Die Taten sollen sich zwischen 1994 und 2001 ereignet haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft unterrichtete der Pfarrer auch Religion an der Ursulinenschule in Fritzlar, einer katholischen Gesamtschule in Trägerschaft des Bistums Fulda. Fritzlar hat rund 15.000 Einwohner und ist eine katholische Hochburg im überwiegend evangelischen Nordhessen.
Merkel und Westerwelle wollen ja kräftig im sozialen Bereich sparen. Obwohl es auch schon andere und vor allen Dingen bessere Sparvorschläge gibt. Und auf dem angeführten Blog wurde sogar noch eine Einsparung vergessen. Die Kirche!
Wir haben ja schon des öfteren berichtet, das in Deutschland die grundgesetzliche verankerte Trennung von Staat und Kirche eine Farce ist.
Weiterführende Links:
Das Unternehmen Kirche bröckelt
Wasser predigen, Wein saufen
Über den Reichtum der Kirche
Scheinheilige Geschäfte – Die Finanzen des Vatikans
Vatikan und die Geldwäsche
Finanzimperium Kirche
Vatikan – Eine Hand wäscht die andere
Der Sonnengeschädigte
Diese Erfahrung macht gerade der brasilianische Erzbischof Dadeus Grings. Dieser Mann der schon mal 2009 den Holocaust relativiert hatte, macht gerade wieder mal Schlagzeilen. „Die heutige Gesellschaft ist pädophil, das ist das Problem“, sagte der katholische Erzbischof der Tageszeitung „O Globo“. Deswegen würden mehr und mehr Pädophilenfälle aufgedeckt, so der 73-Jährige. Die Schuldfrage ist seiner Meinung nach klar: „Wenn Sexualität banalisiert wird, ist es logisch, dass dies Auswirkungen hat.“ Als Beispiel für die Banalisierung nannte er Homosexualität: „Früher hat niemand über den Homosexuellen gesprochen. Er wurde diskriminiert. Jetzt haben diese Menschen Rechte – etwa das Recht, in der Öffentlichkeit zu demonstrieren – und in kurzer Zeit werden viele denken, dass auch Pädophile Rechte haben.“ Die radikalkatholische Website kreuz.net fasste die Aussage des Erzbischofs unter der Überschrift „Nach den Homos bekommen die Pädos Privilegien“ zusammen. Dabei leben Schwule in Brasilien wahrhaftig nicht im Schlaraffenland: Im größten katholischen Land der Welt ist Homosexualität zwar nicht verboten, allerdings gelten Schwule und Lesben in der Machokultur oft nicht als gleichwertige Menschen. Die brasilianische Homo-Organisation Gruppo Gay da Bahia warnte im vergangenen Jahr vor einem “Homocaust”. So haben die Aktivisten im Jahr 2008 rund 200 Hassmorde an Homo- oder Transsexuellen registriert; die Dunkelziffer liegt allerdings weit höher.
[Kirchensumpf]: Was zuviel Sonne doch alles anrichten kann!
Gott hat ihm die Vergesslichkeit geschenkt!
Dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, wird Beihilfe zu sexuellem Missbrauch von Kindern vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat wegen des Vorwurfs zur Beihilfe zu sexuellem Missbrauch von Kindern ein Ermittlungsverfahren gegen den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, eingeleitet. Grundlage des Ermittlungsverfahrens ist demnach eine Strafanzeige, die bei der Staatsanwaltschaft Freiburg eingegangen ist. Anzeigenerstatter ist ein mutmaßliches Opfer, das in den sechziger Jahren von einem Pater im Kloster Birnau im Erzbistum Freiburg missbraucht worden sein soll. Der Vorwurf des Anzeigeerstatters geht dahin, dass der Erzdiözese Freiburg bekannt gewesen sei, dass es in früherer Zeit zu sexuellen Übergriffen durch einen Pater gekommen sei. Dr. Zollitsch habe als damals zuständiger Personalreferent der Erzdiözese Freiburg im Jahr 1987 gleichwohl die erneute Anstellung des Paters in der Kirchengemeinde Birnau am Bodensee veranlasst.
Und jetzt läuft erneut die katholische Vertuschungsmaschinerie an. Das erzbischöfliche Ordinariat Freiburg weist die Vorwürfe als “sensationsheischend” zurück. Der frühere Personalreferent Zollitsch habe weder von den Vorwürfen aus den sechziger Jahren, noch von einem erneuten Einsatz dieses Paters gewusst. Angeblich hat der damalige Abt des Zisterzienserordens ganz eigenmächtig gehandelt und die erneute Anstellung des Paters eigenverantwortlich vorgenommen haben. Sozusagen am Personalreferenten vorbei. Wers glaubt?! Die katholische Kirche sollte doch langsam gemerkt haben, das die Mixa-Strategie nicht funktioniert.



