Die Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern bekommen jedes Jahr vom Land 14,6 Millionen Euro – und das wahrscheinlich noch bis zum Tag des Jüngsten Gerichts. Rechtsgrundlage für den Geldfluss sind die sogenannten Kirchenverträge, die das Land 1994 mit den Katholischen Bistümern, den Evangelischen Landeskirchen, den Jüdischen Gemeinden und der Evangelisch-reformierten Kirche abschloss. Kirchensteuern von Arbeitnehmern und Zuschüsse für kircheneigene Sozialbetriebe sind darin nicht enthalten. „Die Verträge haben Ewigkeitscharakter“, sagt Ulf Tielking, Sprecher im Schweriner Kultusministerium. In ganz Deutschland bekommen katholische und evangelische Kirche 2010 insgesamt 460 Millionen Euro an Zuschüssen. In Zeiten leerer Kassen ist das sehr großzügig vom Staat. Davon können andere gesellschaftliche Gruppen nur träumen. Die Religionsgemeinschaften werden noch heute für 1803 enteigneten Besitz entschädigt. Die Gehälter von Bischöfen und Pfarrern darf weiter die öffentliche Hand zahlen. Gleichzeitig werden die Stellen von Sozialarbeitern und Jugendbetreuern gestrichen. Die Hotelbegünstiger-Partei behauptet sogar: “Mittelkürzungen würden die Kirchen zerstören!” Das sind aber an den Haaren herbeigezogene Horrorszenarien. Die Zuschüsse sollen ja nicht abgeschafft, sondern nur gekürzt werden.
Für Mecklenburg-Vorpommern galt schon immer der Spruch: “Dort geschieht alles hundert Jahre später.”
Aug 03



