Dez 28
Nach den letzten Skandalen der Kirche berichtet die FAZ wieder über ein Geschäftsmodell der Kirchen, wie sie versuchen an das Geld von ehemaligen Mitgliedern zu kommen.
Das ganze funktioniere nach dem Prinzip, dass die Ämter die Dokumente nur 10 Jahre aufbewahren muss und generell muss immer der Bürger nachweisen, dass er ausgetreten ist. Auf die einmalig dem Finanzamt zur Kenntnis abgegebene Bestätigung zähle wohl laut einem Urteil des Oberverwaltungsgericht nicht.
Mit gesundem Menschenverstand kann man behaupten, dass es hier gewaltig stinkt und eine große Schieflage vorliegt.
- Man geht zum Amt (Familiengericht oä) bezahlt eine Gebühr und leistet dem Staat eine Unterschrift, dass man austritt
- Der Staat registriert das, verlangt eine Bearbeitungsgebühr
- Man schickt dem Finanzamt eine Kopie des Dokuments, die tragen das in die Steuerkarte ein
- Und nun sagt das Oberverwaltungsgericht, dass das nicht zählt?!
- Das Beste: nach 10 Jahren werden die Dokumente vernichtet und es soll kein verlässlicher Vermerk existieren? Da stellt sich mir die Frage: ist der Staat oder das Amt nicht vertrauenswürdig?
- Die Kirchen scheinen darauf zu spekulieren, dass der Bürger sich auf den Staat verlässt, was man hier eindeutig wohl nicht kann, und macht daraus ein lohnendes Geschäftsmodell mit der Schützenhilfe des Staates
Ich frage an dieser Stelle mal nicht nach der christlichen Nächstenliebe. Das ist definitiv bei den Kirchen, die solche Praktiken betreiben sicherlich nicht zentraler Bestandteil der Religion. Das ist teuflisch.
Das ist ein Originalartikel vom hoergen – Blog.
Dez 14
Geldwäsche
Im Jahre 2009 wurde gegen die Bank des Vatikan schon einmal Geldwäschevorwürfe laut. Auch in diesem Jahr treffen den Vatikan erneute Vorwürfe. Im September gab es einen erneuten Verdacht, so das die italienische Polizei erst einmal 23. Mio. € beschlagnahmte. Der Vatikan dementierte schnell und versuchte die ganze Angelegenheit als Mißverständnis darzustellen. Jetzt bekannt gewordene Gerichtsakten beweisen aber, dass der Vatikan bewusst die Anti-Geldwäsche Gesetze umging, mit dem Ziel, den Ursprung und die Herkunft des Kapitals zu verschleiern. Die Dokumente erzeugten bei den Ermittlern auch den Verdacht, dass der Klerus weiter mit korrupten Geschäftsleuten und der Mafia gehandelt habe. Die Beamten lokalisierten weiterhin aus den Dokumenten zwei Transaktionen, die nicht gemeldet wurden: eine im Jahr 2009, unter Verwendung eines falschen Namens, und eine andere im Jahr 2010, in dem die Vatikan Bank 650000€ von einem italienischen Bankkonto einzog, aber die Transaktion nicht offen legte. Die neuen Vorwürfe der finanzielle Unregelmäßigkeiten kommen zu einem sehr schlechteren Zeitpunkt für den Vatikan, der bereits von den Wikileaks-Veröffentlichungen, dass er pädophile Priester beschützt hat, schwer getroffen ist. Die Korruptionsvorwürfe haben den Überlebenden des Naziregimes neue Hoffnung gegeben, dadurch eine weitere Chance zu erhalten, den Vatikan erneut in den USA zu verklagen, damit die Vatikan-Bank Auskunft über dort gelagerte Nazi-Beute aus dem Holocaust geben muss.
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weitere Artikel über die Geldgeschäfte des Vatikans
Dez 13
Immer mehr Wikileaks-Enthüllungen bringen den Vatikan in Bedrängnis. So zitiert die “New York Times” aus Depeschen, dass US-Diplomaten “Überbleibsel antisemitischer Einstellungen” unter Mitarbeitern des Vatikan äußerten. Laut einer Depesche aus dem Jahr 2002 soll ein älterer Vatikan-Mitarbeiter das Interesse der US-Regierung am modernen europäischen Antisemitismus mit dem “exzessiven Einfluss von Juden” in US-Medien und -Regierung erklärt haben. Außerdem hat der Vatikan laut anderen Enthüllungen eine Mitarbeit bei der Untersuchung von Kindesmissbrauch durch katholische Geistliche in Irland verweigert. Das geht der britischen Zeitung “Guardian” zufolge aus vertraulichen Telegrammen der US-Botschafterin im Vatikan, Julieta Valls Noyes, hervor. Der Vatikan hat sich demnach geweigert, seine Mitarbeiter vor der irischen Kommission zur Untersuchung von Missbrauchsfällen aussagen zu lassen. Die irische Regierung habe dem Kirchen-Druck nachgegeben und Mitarbeitern des Vatikans Immunität gewährt. Nach der nun veröffentlichten Einschätzung der irischen Gesandtschaft habe die “mangelnde Kooperation” des Vatikans die Situation um den Missbrauchsskandal verschlimmert.
Der vom irischen Justizministerium veröffentlichte Report der Murphy-Kommission kam 2009 zu dem Schluss, dass die Erzdiözese Dublin über mehr als 30 Jahre Kindesmissbrauch durch Geistliche systematisch vertuscht habe. Als “äußerst gravierend” hat der Vatikan die Veröffentlichung einer Reihe von Depeschen der Aufdecker-Website Wikileaks über Papst Benedikt XVI. und den Heiligen Stuhl bezeichnet. Der Vatikan wolle den Inhalt der Depeschen nicht kommentieren, war in einer am Samstag veröffentlichten Presseaussendung zu lesen.
weitereführende Links:
weitere Wikileaks-Enthüllungen zum Vatikan
US-Diplomaten: Kardinäle “technophob und ignorant”
Dez 08
Der heilige Schein
David Berger:
Der heilige Schein: Als schwuler Theologe in der katholischen Kirche.
304 Seiten, Verlag: Ullstein
18,00€, ISBN 978-3550088551
von THOMAS ASSHEUER
Der katholische Theologe David Berger war einmal das, was man einen »Traditionalisten« nennt. Traditionalisten sind fleißige Schanzarbeiter, die hohe Mauern um den heiligen Leib der Kirche errichten, um sie vor der gottlosen Moderne zu schützen. Wenn dann noch Zeit bleibt, bekämpfen Traditionalisten den Teufel des »Progressismus«. Damit sind vor allem Linkskatholiken gemeint, aber auch liberale Theologen wie Karl Rahner und sein Schüler Kardinal Lehmann. Auch David Berger, Jahrgang 1968, verfasste Brandschriften gegen die linke »Verirrung« und nannte Karl Rahner einen »Ketzer«, der »Verderbnis in die Kirche bringt«. Mit solchen theologischen Markierungen wurde er über Nacht zum Shootingstar der Rechtskatholiken und galt rasch als ihr Hoffnungsträger, ein intellektueller Typ ganz nach dem Religionsgeschmack der neuen Bürgerlichkeit. Pius-Brüder und Opus-Dei-Leute rissen sich um ihn, Berger hielt Vorträge bei der Vereinigung Pro Missa Tridentina und wurde Lektor der Glaubenskongregation mit dem Auftrag, eine verdächtige Innsbrucker Jesuiten-Zeitschrift zu überwachen. Im Jahr 2003 wurde Berger zum korrespondierenden Professor der Päpstlichen Akademie des heiligen Thomas von Aquin ernannt, danach zum Chefredakteur und Herausgeber der Zeitschrift Theologisches, des wichtigsten Forums konservativer Katholiken. Mittlerweile hat David Berger dem rechtskatholischen Milieu den Rücken gekehrt und über seine Erfahrungen ein Buch geschrieben: “Der heilige Schein: Als schwuler Theologe in der katholischen Kirche”. Dieses Buch gehört zum Unglaublichsten, was derzeit über die katholische Kirche zu lesen ist, und Christian Geyer hat recht, wenn er schreibt, das schmale Werk könne Benedikt XVI. durchaus »in die Bredouille bringen« (FAZ vom 22. 11. 2010). Tatsächlich schildert Berger das Pontifikat des Papstes als fundamentalistische Wende; systematisch würden liberale Theologen zum Schweigen gebracht oder verdrängt, während der Einfluss traditionalistischer Gruppen rapide wachse. Berger meint die Organisation Opus Dei, aber auch die Piusbrüder, das Engelwerk, die Blaue Armee Mariens oder die TFP, die Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum. Die papstkritische Wende des Autors versteht man wohl nur, wenn man sich seinen Werdegang vor Augen hält. Berger stammt aus einer liberalen und religiös unmusikalischen Familie; starken Einfluss übte seine Großmutter auf ihn aus, deren Glaubensstärke die freundliche Unverbindlichkeit im Elternhaus offenbar weit überstrahlte. Auch die Barockkunst seiner unterfränkischen Heimat übte eine große Anziehungskraft auf den Heranwachsenden aus; Berger besuchte altlateinische Messen und war überwältigt von der pontifikalen Pracht der homoerotisch sublimierten »Märchenwelt« und ihres »monarchistisch strukturierten Systems«. Den Vorsatz, Priester zu werden (»mein Traumberuf«), gab er allerdings wieder auf. Weil er einen festen Freund hatte und nicht zölibatär leben wollte, schlug Berger eine wissenschaftliche Laufbahn ein, machte mit Bravour seinen Doktor in Theologie und habilitierte sich an einer polnischen Universität. Erst als konservative Glaubensbrüder an einigen kritischen Bemerkungen gegenüber dem Vatikan Anstoß nahmen und ihn mit seiner Homosexualität erpressten (»sonst kommen unappetitliche Dinge über Sie ans Licht«), brach er mit den traditionalistischen Zirkeln. Berger ging an die Öffentlichkeit und wird seitdem von allen Seiten als Häretiker angefeindet. Auf einer katholischen Internetseite empfehlen fromme Christenmenschen, sich einen Baseball-Schläger zu besorgen« und Berger damit so lange in die »schwule Fresse zu klopfen, bis wir die Homo-Kotze auf den Sondermüll entsorgen können«. ganzen Beitrag lesen… »
Dez 05
Der Osnabrücker katholische Bischof Franz-Josef Bode hat einen Priester wegen der Nutzung kinderpornografischer Inhalte im Internet von seinen Aufgaben entbunden. Der Priester aus dem nördlichen Emsland dürfe mit sofortiger Wirkung nicht mehr seinem Beruf nachgehen, teilte das Bistum am Sonntag mit. Die Polizei habe Ermittlungen aufgenommen. In einem Gespräch mit dem Bischof hatte der Theologe zuvor entsprechende Vorwürfe eingeräumt. Der Priester war seit August 2010 in den Gemeinden Renkenberge, Steinbild und Wippingen im Kreis Emsland als Seelsorger tätig. Unabhängig von den polizeilichen Ermittlungen sei eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet worden, teilte das Bistum mit. Der Priester bleibe bis auf weiteres von seinen seelsorglichen Aufgaben entpflichtet. Erst am vergangenen Sonntag hatte Bode als erster Bischof in Deutschland in einem Bußgottesdienst anlässlich der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche ein Schuldbekenntnis gesprochen. Er hatte sich zutiefst beschämt gezeigt und sich vor dem Altar im Osnabrücker Dom niedergelegt. Er beklagte die “strukturelle Sünde” in der katholischen Kirche. Sie habe die Taten des Missbrauchs begünstigt und deren Aufdeckung erschwert oder behindert. Im Bistum Osnabrück waren bis dahin 28 Hinweisen auf Missbräuche eingegangenen, die sich auf 21 verschiedene Personen bezogen, davon 16 Priester. Elf von ihnen sind bereits gestorben. Im Juni hatte Bode die Opfer sexuellen Missbrauchs erstmals öffentlich um Entschuldigung gebeten und zuvor auch mit Betroffenen persönlich Kontakt aufgenommen.