Aug 24
Folterarzt Hartmut Hopp
“Es kann nicht sein, dass sich Täter wie Hartmut Hopp, der in Chile an zahlreichen schwersten Verbrechen beteiligt war, seiner Bestrafung erfolgreich durch eine Flucht nach Deutschland entzieht. Um Straflosigkeit zu verhindern, müssen hier die Bundesregierung und die zuständigen deutschen Justizbehörden aktiv werden. Gegen Hopp ein Verfahren in Deutschland zu eröffnen kann doch wohl nicht so schwer sein”, erklärt Jan Korte, Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE. Am 15. Mai 2011 flüchte Hopp, Paul Schäfers rechte Hand und Mitgründer der Colonia Dignidad, über Paraguay und Argentinien nach Deutschland. Dort lebte er in Willich-Schiefbahn, kassierte sogar Sozialhilfe. Er und seine Frau Dorothea wollen jetzt nach Krefeld ziehen. Sie haben eine Wohnung der Krefelder “Wohnstätte” im Stadtteil Linn angemietet. Drei Zimmer, 515 Euro warm. Hier wollen sie weiter unbehelligt von Sozialhilfe leben. Jahrzehntelang wurden in der Colonia Dignidad schwerste Menschenrechtsverletzungen begangen. Regimegegner wurden systematisch gefoltert und ermordet, deutsche und chilenische Kinder systematisch jahrzehntelang und tausendfach sexuell misshandelt und missbraucht. Hartmut Hopp war immer mit dabei. Eine Aufklärung und Ahndung der Verbrechen der klerikal-faschistischen auslandsdeutschen Siedlung erfolgten nicht, oder nur äußerst spät und zögerlich. Stattdessen unterhielten zahlreiche CDU/CSU-geführte Bundesregierungen beste Beziehungen zu den Tätern. Aber auch danach änderte sich außer Lippenbekenntnissen der Regierung nicht viel: Die bereits 2002 vom Bundestag beschlossenen Hilfsmaßnahmen und Entschädigungen für die Opfer wurden offenbar nicht, oder nur punktuell umgesetzt. Eine Strafverfolgung der in die Bundesrepublik abgetauchten Sektenmitglieder fand nicht statt. Ein klarer Kurswechsel ist lange überfällig. Der Fall Hopp bietet dafür nun eine gute Gelegenheit. Sich hinter einer angeblichen Unkenntnis zu verstecken, ist skandalös.
Aug 07
Esoterikbrühe
Kennt noch irgend jemand den Pfarrer Fliege? Als sein Stern als Fernsehpfarrer 2005 zu sinken begann, mussten andere Erwerbsquellen her. An den irdischen Mammon kann man sich auch als evangelischer Kirchenvertreter so schnell gewöhnen. Na ja und in einer spärlich besetzten Kirche zu predigen, bringt nicht gerade Reichtum. Also versuchte der ehemalige TV-Pfarrer ab 2006 im Internet sein Glück, ja wohl eher bescheiden. Jetzt laufen die Geschäfte wohl wieder entschieden besser. Aber nicht mit kirchlichen Dingen, nein mit esoterischen Mummenschanz. Die Branche boomt ohne Ende und der TV-Pfarrer möchte ein Scheibe ab haben, vom großen Esoterik-Kuchen. Zur Zeit bietet er im Internet die “Fliege-Essenz” an. Wohlgemerkt 39,95 Euro verlangt Fliege für 95 ml seiner Essenz.
Besonderheit laut Jürgen Fliege: „Ich habe über sie gebetet wie über Weihwasser. Ich habe immer wieder meine Hände aufgelegt, um den Trost und die Kraft in die Essenz zu senden.“
Ach so, na dann muss die Brühe ja helfen, in jeder Lebenslage!? Oh NEIN, gegen lästige Fliegen hilft sie nicht! Nicht umsonst fragt die Bild am Sonntag jetzt: “Hat Fliege einen an der Klatsche?” Wer unsere Seite regelmäßig liest, weiss die Frage ist eindeutig mit JA zu beantworten. Denn es geht Fliege in seiner Internetkirche keinesfalls um das Seelenheil seiner angeblichen Schäfchen, sondern einzig und allein um den Füllungsgrand seines ureigenen Klingelbeutels. Denn Flieges Kasse klingelt nicht nur in seinem Internetshop sondern auch beim „Wörishofener Herbst“, einem fünftägigen Kongress im Allgäu, den sein eigener Verlag im Oktober zum dritten Mal veranstaltet und den Fliege als „spirituelles Woodstock“ bezeichnet. In diesem Jahr treten auf: eine Frau, die angeblich mit Engeln sprechen kann, ein Schamane und ein „erfahrener Handaufleger und Gesundbeter“. Fliege erwartet mehrere Tausend Esoterik-Jünger. Preis für’s Ticket: 210,45 Euro. Besonders brisant: Unter den Geschäftspartnern von Fliege gibt es auch den Österreicher Wilhelm Mohorn. Er ist Mitglied von Scientology, die Sekte wird in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet. Mohorn ist Chef der Firma Aquapol. Diese Firma vertreibt einen Esoterik-Raumtrockner! Dieser sendet angeblich Kraftfelder aus, die Feuchtemoleküle im Mauerwerk umpolen und zurück ins Erdreich schicken. Kosten 4000€! Ein akustischer Feuermelder kann Leben retten und kostet nur 19.99€ und Kraftfelder kann DER allemal! Das behaupten wir jetzt einfach mal.
Somit ist es nur folgerichtig, das der TV-Pfarrer jetzt in das Blickfeld von der Sekten-Expertin Ursula Caberta geraten ist. In ihrem jetzt erschienenen „Schwarzbuch Esoterik“ beschreibt die Autorin dubiose Tricks und Geschäfte der Esoterik-Branche – und erhebt auch schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen TV-Pfarrer Jürgen Fliege.