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Päpstliches Interview für 7000 Euro

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Da ist die bundesdeutsche Regierung ja noch mal glimpflich davon gekommen. Die mussten die Rede des Papstes im Bundestag wohl noch nicht bezahlen. Aber in Zukunft gibt es das stellvertretende Wort Gottes für Journalisten nur noch gegen den schnöden Mammon. Die zahlreichen, öffentlich gewordenen Missbrauchsskandale haben den Ruf der Kirche ramponiert und erst noch viel Geld gekostet: Nach Schätzungen von US-Experten haben die daraus resultierenden Prozesse und Entschädigungen die Kirche rund zwei Milliarden US-Dollar gekostet. Ausserdem hat die italienische Regierung beschlossen, dass der Vatikan in Zukunft ebenfalls eine Immobiliensteuer (ICI) für seine kommerziell genutzten Gebäude zu bezahlen hat. Und weitere Kosten stehen an: Ende März wird der Papst Mexiko und Cuba besuchen – kein billiger Spass, reist der Heilige Vater doch für gewöhnlich mit einem rund 30-köpfigen Tross von Betreuern und Mitarbeitern. Um den massiven Kosten der Zentralamerikareise entgegenzuwirken, hat sich der Vatikan eine gewinnbringende Massnahme ausgedacht: Wer Papst Benedikt XVI. zur anstehenden Reise interviewen möchte, muss 7000 Euro bezahlen. Denn laut des italienischen Nachrichtenmagazins «L’Espresso» wird der Pontifex die Fragen von Journalisten einzig auf dem Flug nach Mexiko an Bord der jeweils für die päpstlichen Reisen gemieteten Alitalia-Maschine beantworten. Wer mit einer anderen Fluggesellschaft fliegt, geht leer aus. Wenn man bedenkt, dass immer so rund 70 internationale Medienvertreter im hinteren Teil des Flugzeuges mitfliegen, kann man davon ausgehen, dass es am 23. März, wenn der Papst nach Mexiko abhebt, mindestens so viele sein werden. Was bei einem Preis von 7000 Euro pro Medien-Ticket immerhin fast eine halbe Million Euro ausmacht.
Diese Summe wird aber nur einen Teil der Ausgaben decken. Denn wenn Benedikt XVI. eine Reise antritt, wird er von einer Gefolgschaft begleitet, die jeden Rockstar vor Neid erblassen lässt.

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Kein Inquisitionsverfahren eröffnet

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Der Blog Schockwellenreiter kommt jetzt vorerst doch nicht auf den Scheiterhaufen. Die katholische Kirche darf laut aktuellem Gerichtsbeschluß des Amtsgerichts Berlin-Tiergarten als “Kinderficker-Sekte” bezeichnet werden. Katholische Christen sind demnach Mitglieder einer Kinderficker-Sekte – und der Papst wäre Chef einer kriminellen Vereinigung. Der Berliner Polizeipräsident bzw. die Staatsanwaltschaft StA hatte Anklage gegen Jörg Kantel, den Betreiber der Webseite “Schockwellenreiter”, erhoben, weil Kantel die kath. Kirche mit dieser Schmähkritik verleumdet hatte; dabei berief sich die StA auf § 166 StGB. Doch die Richterin verweigerte die Eröffnung eines Hauptverfahrens und damit das Anzünden des Scheiterhaufens.

… es gäbe in der Tat heftige Diskussionen in der Öffentlichkeit zum Thema Missbrauch in der katholischen Kirche. Der Gerichtsentscheid sei bedingt durch die in den letzten beiden Jahren bekannt gewordenen, zahlreichen Fälle von Mißbrauchshandlungen von katholischen Geistlichen und anderen Mitarbeitern der katholischen Kirche. Daher sei der Ausdruck “Kinderficker-Sekte” nicht geeignet, den öffentlichen Frieden zu stören …

Gegen den Gerichtsentscheid kann binnen einer Woche Berufung eingelegt werden.

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