Okt 21
Hakenkreuz
auf dem Kirchturm
Auf dem Kiliansturm weht die Hakenkreuzfahne, Pfarrer marschieren im Gleichschritt, ein Vikar lädt zum „Hitler hören“: In der Bibliothek des evangelischen Dekanatsamtes stapeln sich Fotos, Dokumente, Fotokopien, Schautafeln, Zeugnisse einer unheilvollen Zeit. Der ehemalige Religionslehrer Martin Uwe Schmidt ist dabei, Details für eine Ausstellung zu ordnen, die diesen Donnerstag im Rahmen der „Kirchlichen Tage“ eröffnet wird. Die Vorbereitung hat ihn zwei Jahre seines Lebens gekostet. Unter dem Titel „Kreuz und Hakenkreuz“ hat Schmidt, Jahrgang 1940, zusammen mit neun Mitstreitern die Rolle der Heilbronner Protestanten in den Jahren 1933 bis 1939 aufgearbeitet, also von der Machtergreifung der Nazis bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Martin Uwe Schmidt legt die Stirn in Falten. „Unsere Kirche war damals total nationalkonservativ und obrigkeitshörig, sie hat die nationale Revolution durch Hitler sogar begrüßt.“ Die meist älteren Pfarrer seien noch der verloren gegangenen Ordnung des Kaiserreichs nachgehangen. „Die aufklärerische Weimarer Republik war ihnen ebenso fremd wie das Judentum.“ Selbst als im November 1938 die Synagogen brannten, hätten die Pfarrer geschwiegen. „Fast alle sind sie dem Führer nachgelaufen“, sagt Schmidt. Er deutet auf das Foto eines 1. Mai-Festzugs bei dem die evangelischen Pfarrer geschlossen mitmarschierten: „1936 und 1937 gar nimmer mit leichtem Herzen“, wie einer von ihnen später schrieb. Niemals mitmarschiert ist Pfarrer Paul Weitbrecht aus Neckargartach. Weil er als SPD-Mitglied aus der Reihe tanzte, musste er den Ort schon 1934 verlassen. Bei Schmidts Recherche gab es auch Lichtblicke. Neben öffentlich zugänglicher Literatur und Berichten von Zeitzeugen brachte der Nachlass der Gemeindemitarbeiterin Gretel Kiel neue Erkenntnisse. In drei unverhofft aufgetauchten Schachteln fand sich die Korrespondenz des Pfarrers der Südgemeinde, Friedrich Stein. Er war bis 1938 die Schlüsselfigur der Bekennenden Kirche (BK) in Heilbronn, also einer Gruppe, die sich zumindest in innerkirchlichen Fragen selbstbewusst zum Kreuz bekannte und gegen die Gleichschaltung mit der Reichskirche eintrat.
Mai 17
In den USA verlassen prominente Mitglieder die Organisation. In Monat Mai 08 verliert die Sekte sogar ihren größten Geldgeber. Den australische Medienzar und Kasinobesitzer James Packer, der nach eigenen Angaben die Sekte finanziell nicht mehr unterstützen wird. Grund ist offenbar die Furcht vor Angriffen durch die Protestbewegung “Anonymous”, die sich mittlerweile weltweit manifestiert und sich vorgenommen hat, die Organisation restlos zu zerschlagen. Um so mehr verstärkt Scientology ihre Aktivitäten in Deutschland. In einem STERN-Artikel “Scientology will Berlin knacken” berichtet der Journalist Fredy Gareis über interne Abläufe bei Scientology sowie über interne und die externe Kommunikation die völlig unterschiedlich ist. Dafür recherchierte der Journalist fünf Monate lang verdeckt bei Scientology. Ob auf Partys oder in den Drill-Kursen: Die versteckte Kamera war immer dabei. Erschrocken berichtet er, wie viele Kinder in der Zentrale herumliefen. Richtig unheimlich fand er es, wenn die Acht- bis Zehnjährigen dort an diese E-Meter angeschlossen und ausgefragt wurden. Offiziell strebt Scientology keinen Einfluss in der Politik an – aber intern heißt es, man müsse “Straßen in den deutschen Bundestag bauen”. Bei Scientology hat man ihm sogar stolz erzählt, dass man schon wichtige Politiker gewonnen hätte, die würden nur noch auf ein Signal warten, um sich öffentlich zu bekennen. Dieser Bericht von Fredy Gareis beweisst endgültig wie stark sich Scientology in Deutschland engagiert. Dazu passen auch die Meldungen über das Hineindrängen der Sekte in den Nachhilfemarkt, in dem Sekment der Managerschulungen und dem Immobilienmarkt.
Apr 07
Klaus Schnellenberg schaffte den Absprung
Die deutsche Sekte “Colonia Dignidad” sorgte jahrzehntelang für Schlagzeilen. Seit 1996 auf der Flucht, konnte ihr Gründer Paul Schäfer erst 2005 verhaftet werden. 2006 wurde er wegen sexuellen Missbrauchs an Kindern und illegalem Waffenhandel zu 20 Jahren Haft verurteilt. Der deutsche Wanderprediger Schäfer gab vor, in seiner Colognia Dignidad, zu Deutsch “Kolonie der Würde”, in Chile mit tüchtigen Siedlern ein gottgefälliges Leben zu führen. Doch er verantwortete ein Schreckensregime, dem besonders die Kinder, die getrennt von ihren Familien lebten, zum Opfer fielen.
Die Zahl der deutschen Unterstützer der chilenischen “Colonia Dignidad”, der “Kolonie der Würde”, schien lange übermächtig ganzen Beitrag lesen… »