- Die Religion ist Opium für das Volk -
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Kirche in Polen unbeliebt wie nie

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Das Ansehen der katholischen Kirche Polens ist auf den niedrigsten Wert seit der politischen Wende von 1989/90 gefallen. Dies geht aus einer am Dienstag bekannt gewordenen Umfrage des Warschauer Meinungsforschungsinstituts CBOS hervor. Demnach fiel die Zustimmung zur Kirche gegenüber der letzten Umfrage im Juni um zehn Punkte auf 54 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der ablehnenden Stellungnahmen von 25 auf 35 Prozent. Nominell gehren 90 Prozent der Einwohner Polens der katholischen Kirche an. Die Umfrage bestätigt den seit zwei Jahrzehnten anhaltenden Trend, dass die gesellschaftliche Bedeutung der Kirche stetig abnimmt.
Den jüngsten drastischen Einbruch in der Sympathieskala führen die Warschauer Kommentatoren vor allem auf die Haltung der Bischöfe zu den Ereignissen nach dem Flugzeugunglück von Smolensk zurück, bei dem im April 96 Menschen umgekommen waren, unter ihnen Staatspräsident Lech Kaczynski und weitere wichtige Repräsentanten Polens. In den vergangenen Wochen hatte ein Streit um ein Holzkreuz vor dem Warschauer Präsidentenpalast die Medien beherrscht. Katholische Pfadfinder hatten es am Tag nach dem Unglück zum Gedenken an die Opfer aufgestellt. Als der damalige Parlamentspräsident Bronislaw Komorowski in Absprache mit dem Erzbistum Warschau anordnete, das Kreuz in eine Kirche zu überführen, waren die Bischöfe gespalten: Ein Teil meinte, dass das Kreuz als religiöses Symbol nicht vor dem Amtssitz des Präsidenten stehen bleiben solle, andere unterstützten eine Gruppe von Fundamentalkatholiken, die sich ‘Verteidiger des Kreuzes’ nannten. Das Kreuz wurde vergangene Woche in einer Blitzaktion in die Kapelle des Präsidentenpalastes gebracht.
Zerstritten zeigten sich die Bischöfe auch im Präsidentenwahlkampf. Einige unterstützten offen den nationalkonservativen Oppositionsführer Jaroslaw Kaczynski, den Zwillingsbruder des verunglückten Präsidenten. Andere forderten politische Zurückhaltung. Noch im April hatten die Bischöfe bei der Organisation des Staatsbegräbnisses für Lech Kaczynski die Initiative ergriffen und die Politiker zur Seite gedrückt. Die Kirchenpresse berichtete zunächst nicht über die jüngsten CBOS-Zahlen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung
Nr.219, Mittwoch, den 22. September 2010 , Seite 8

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Anklage in Osnabrück wegen Missbrauch

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Gegen den im März 2010 mit sofortiger Wirkung wegen des Vorwurfs eines Sexualdelikts von seinen Ämtern entpflichtete Pfarrer Andreas H. ist heute Anklage wegen Vergewaltigung einer 14-Jährigen erhoben worden. Laut Anklage vergewaltigte der Kaplan das Mädchen in der Dienstwohnung, die ihm die katholische Kirche in Haren zugewiesen hatte. Bei der ersten Tat habe der Geistliche die tiefgläubige und sexuell unerfahrene 14-Jährige festgehalten und so ihren Widerstand gebrochen, sagte Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer. Auch bei der zweiten Tat habe er das Mädchen fest- und ihr den Mund zugehalten. Zudem habe er ihr für den Fall der Weigerung Nachteile in ihrer Stellung vor Gott angedroht. Gegen den 50-Jährigen ist bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück noch ein zweites Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung anhängig. Eine seinerzeit 23-jährige Frau solle im April und Mai 1995 ebenfalls mehrfach Opfer des Geistlichen geworden sein, sagte Retemeyer. In diesem Fall seien die Ermittlungen aber noch nicht abgeschlossen. Der 50-Jährige hatte von 1995 bis zu seiner Suspendierung eine Pfarrstelle in Spelle im Emsland inne. Das Verfahren gegen ihn kam in Gang, weil sich das Opfer im Frühjahr im Zuge des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche an das Bistum Osnabrück wandte. Das Bistum schaltete von sich aus die Staatsanwaltschaft ein, nachdem der Priester eine zunächst zugesagte Selbstanzeige doch nicht erstattete.

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Walter Mixa ist Geschichte, und …

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die katholische Kirche atmete auf, jetzt geht es wieder aufwärts. Mixa-Nachfolger Josef Grünwald: “Es darf nichts vertuscht und unter den Teppich gekehrt werden”. Guter und richtiger Vorsatz. Leider sehr halbherzig, denn Meinungsfreiheit kommt hierbei ganz schlecht. Und muss deshalb auch wehement bekämpft werden. Aber aufwärts, mitnichten. Leider ist Mixa nur ein kleines Puzzleteilchen im gesamten Kirchensumpf. Denn täglich, ja stündlich, werden neue Fälle bekannt, in denen Priester eine unrühmliche Rolle spielen. In Hamburg, Nassau, Würzburg und Freiburg. Und das ist noch lange nicht das Ende. Da wird noch viel Schlamm an die Oberfläche kommen. Wir können nur hoffen, das die katholische Kirche schonungslos damit umgeht und den Staatsanwaltschaften die Arbeit erleichtert. Und vielleicht wagt sie sogar den Schritt, sich weiter zu öffnen, das Zölibat auf den Prüfstand stellt, den Religionsunterricht abschafft, mit der Missionierung aufhört, etc. Nur so kann sie als Institution wieder Heimstatt für Gläubige werden.

Auch nach unserer Meinung, soll jeder das glauben dürfen, wonach ihm ist. Die Einrichtung Kirche aber als Machtinstrument zu missbrauchen, kann nicht im Sinne des Glaubens sein. Und die katholische und evangelische Kirche sind leider bis heute ein reines Machtinstrument.

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Gymnasistin fliegt wegen Kirchenaustritt von Schule

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Immer mehr Gläubige kehren der katholischen Kirche derzeit den Rücken und reagieren damit auf die nicht enden wollenden Diskussionen um die Missbrauchsfälle in ganz Deutschland. Scharenweise laufen den Kirchen die Schäfchen davon. Die Zehntklässlerin des Gymnasiums „Kolleg der Schulbrüder“, das sich in der Trägerschaft des Schulwerks der Diözese Augsburg befindet, muss am Ende des Schuljahres gehen. Der Grund: Mit ihrer Entscheidung, aus der Kirche auszutreten, verstößt sie gegen den Schulvertrag. Jeder hat am Religionsunterricht teilzunehmen. Ansonsten ist die „Schülerpflicht nicht erfüllt“, bestätigt Kathi Marie Ulrich, Pressesprecherin der Diözese Augsburg. Dieser Vertragsbruch könne den Schulverweis bedeuten, müsse jedoch nicht. Das Pikante in Illertissen: Als einziges Gymnasium in der Stadt nimmt die Schule auch konfessionslose oder muslimische Kinder auf. Diese erhalten Ethikunterricht als Ersatzfach für den gesetzlich vorgeschriebenen Religionsunterricht. Der Zehntklässlerin nützt diese Ausnahmeregelung jedoch nichts. Denn entscheide sich ein Schüler katholischen oder evangelischen Glaubens bewusst für einen Austritt aus der Kirche und gegen die Teilnahme an den Religionsstunden, dann sei dem Schulvertrag jede Grundlage entzogen, erklärt der Schulleiter des Kollegs, Manfred Schöpplein auf Anfrage. „Schließlich sind wir eine kirchliche Schule.“ Offiziell bestätigen will er den Ausschluss der Schülerin ebenso wenig wie die Informationen aus dem Umfeld des Gymnasiums, wonach mehrere Schüler bereits den Kirchenaustritt erwogen hätten – im letzten Moment aber wieder davon abrückten. Zu schwer wog augenscheinlich der drohende Schulverweis.
[Kirchensumpf] Also nichts in Deutschland – von wegen – Staat und Kirche sind getrennt.

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Jesus Camp

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Am ‘Devil’s Lake’, dem Teufelssee, in Nord-Dakota werden junge Christen in ‘Gotteskrieger’ verwandelt. Sie sollen genau so radikal ihr Leben für das Evangelium riskieren wie junge Moslems das ihre für den Islam. Das will Becky Fischer, Pastorin der evangelikalen Christen, die mit über 80 Millionen Mitgliedern in den USA zunehmend an Macht und Einfluss gewinnen.

Becky Fischer betreibt ein Sommercamp für Kinder und Jugendliche aus christlich-fundamentalistischen Familien. Ihr Plan: gleich ganze Generationen für einen Kulturkampf auszurüsten, sie für die Sache Gottes zu trainieren. In Kriegsbemalung und Tarnanzügen üben sie den Kampf gegen Abtreibung oder die Meinungshoheit der Naturwissenschaften. Harry Potter sei ‘Teufelszeug’, und sie beten für den Endsieg über Darwinismus und Humanismus. Dabei winden sie sich in Trance auf dem Boden.
Solche Zeremonien enden oft in Massenhysterie. Glaube geht in Psychoterror über. Die Grenzen zwischen religiöser Verzückung und Kindesmissbrauch sind fließend.

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