Am 6. Mai 2009 wählte der Hochschulrat den Theologen Reinhard Hütter aus drei Kandidaten zum neuen Präsidenten. Der 50-Jährige lehrt katholische Theologie an der Duke University in Durham in den USA und ist außerdem Vizepräsident der Academy of Catholic Theology. Sein neues Amt in Eichstätt sollte er zum 1. August antreten. Jetzt teilte Hütter dem Stiftungsrat der UNI Eichstätt mit, dass er das Amt nicht antreten werde. Seine hohen finanziellen Forderungen, seine hohe geforderten Pensionszahlungen, sowie seine Forderung nach einem Lehrstuhl auf Lebenszeit, wurden von dem Träger, der Stiftung Katholische Universität Eichstätt, nicht als erfüllbar angesehen.
Vor fast genau einem Jahr sollte der klare Eichstätter Wunschkandidat Ulrich Hemel sein neues Amt antreten. Weil es der ehemalige Top-Manager gewagt hatte, den Papst zu kritisieren, wurde er aber nicht vom Eichstätter Oberhirten Gregor Maria Hanke, nach Intervention des Vatikans, ernannt. Die Turbulenzen hielten auch in den folgenden Wochen an: Zunächst kündigte Anfang Juni der Senatsvorsitzenden Maximilian Fuchs an, aus «beruflichen und persönlichen Gründen» seine Ämter niederzulegen. Wenige Tage später gab auch der kommissarische Vorsitzende der Hochschulleitung, Stefan Schieren, sein Amt auf – wegen unterschiedlicher Auffassungen zwischen ihm und dem Bischof über die konkrete Gestaltung der Übergangszeit bis zur Wahl eines neuen Präsidenten. Keine zehn Tage später wurde der Kanzler der Universität, Gottfried Freiherr von der Heydte, mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Somit wird die Uni Eichstätt, die eine der besten Hochschulen Deutschlands werden sollte, erneut nur interimistisch geleitet werden.

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