Der Erzbischof von Trnava, Jan Sokol, soll in den 1990er Jahren mehr als 500 Millionen Kronen (16 Mio. Euro) veruntreut haben. Sokol habe das aus dem Verkauf von Kirchengrundstücken stammende Geld auf das Konto eines früheren Mitarbeiters der kommunistischen Geheimpolizei, Stefan Nahlik überwiesen, Nahlik lebt demnach in Kanada. Ein Sprecher der slowakischen Bischofskonferenz sprach von “schwerwiegenden Informationen”. “Sollten sie bestätigt werden, würde es sich um ein außerordentliches Versagen von Jan Sokol handeln”, sagte Jozef Kovacik. Er wies darauf hin, dass die zuständigen Behörden in der Slowakei und im Vatikan den Fall bereits untersuchen würden. Jan Sokol war im April nach 21 Jahren als Bischof aus Altersgründen in Pension gegangen. Er gehörte in der Slowakei zu den umstrittenen kirchlichen Würdenträgern wegen seiner offenen Sympathien mit nationalistischen Gruppierungen. Denn Sokol machte aus seiner Sympathie zu dem katholische Priester Jozef Tiso, der damals Staatspräsident von Adolf Hitlers Gnaden war, kein Hehl. Für seine Verbrechen bei der Judenvernichtung wurde Tiso 1947 von der kommunistischen Regierung hingerichtet.

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