Insolvenzverwalter?

Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann hat sich gegen eine generelle finanzielle Entschädigung von Missbrauchsopfern in katholischen Einrichtungen ausgesprochen. Ist schon klar. Sonst wäre die deutsche katholische Kirche auch pleite. «Es kann keine pauschale Abfindung geben, die die Vergehen wie auf einer Preisliste aufzählt», betont Lehmann. Er verweist dabei auf die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz von 2002, wonach den Opfern menschliche, therapeutische und pastorale Hilfen zugesagt werden. Finanzielle Unterstützung therapeutischer Maßnahmen sei aber zumindest im Einzelfall möglich. Der Ruf nach einer beinahe ausschließlichen finanziellen Entschädigung jedoch sei «verräterisch». Wenn sexueller Missbrauch eine Verfehlung sei, die schwerste Schäden anrichte, dann sei eine auf Geld zielende Entschädigung «eine grundlegende Verkennung des ethischen Schwergewichts einer solchen Verfehlung und auch der Formen möglicher Wiedergutmachung», betont der Mainzer Bischof. Mit anderen Worten “Missbrauch” schon, “Entschädigung” auf gar keinen Fall. Die Einrichtung eines Kirchenfonds für die Missbrauchsopfer in Anlehnung an den Zwangsarbeiterfonds lehnt Lehmann klar ab. Die beiden Fragen könne man «nicht vergleichen». Seine Bedenken gegen eine finanzielle Entschädigung würden sich durch einen Fonds sogar noch «verstärken». Missbrauch ist auch nicht ganz so schlimm, wie Zwangsarbeit.

Trotz aller Ausreden, hier soll einfach nur ein finanzieller Kollaps der katholischen Kirche verhindert werden. Und für die Opfer sind die Äußerungen eines Kardinals Lehmann nur ein weiterer Schlag ins Gesicht.

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