Jan 23

Gegen einen sogenannten Bischof der Sekte Bruderschaft St. Pius hat die Staatsanwaltschaft Regensburg ein Ermittlungsverfahren wegen Leugnung des Holocausts eingeleitet. Der Bischof Richard Williamson soll in einem Fernsehinterview die Existenz von Gaskammern geleugnet haben, wie Oberstaatsanwalt Edgar Zach am Freitag sagte. Das englisch gegebene Interview eines schwedischen Fernsehjournalisten werde jetzt amtlich übersetzt. Williamson soll Ende 2008 bei dem Interview im Priesterseminar der von der katholischen Kirche abgespaltenen Bruderschaft in Zaitzhofen bei Regensburg bestritten haben, dass sechs Millionen Juden in Gaskammern umgebracht wurden. Die Priesterbruderschaft St. Pius X. war 1970 von dem später exkommunizierten Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet worden.
Nov 09
[Update] Einen sehr guten Überblick über die Struktur der Organisation Opus Dei und weitere Sympathisanten oder Mitglieder des Opus Dei aus Deutschland finden sie auf der Bornpower-Webseite.
Entwicklungshilfe der besonderen Art: Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit gibt Millionen Euro an eine Stiftung, die dem katholischen Geheimbund Opus Dei nahe steht. In Berlin will man davon nichts gewusst haben. Wenn es ums Geld geht, wird beim Opus Dei mit größter Diskretion agiert – anders ist kaum zu erklären, dass ausgerechnet das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Projekte fördert, die unter deeren Einfluss steht. Mehr als 1,3 Millionen Euro Steuergelder hat das von Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) geführte BMZ seit dem Jahr 2000 für stramm religiöse, auch vom Opus Dei unterstützte Projekte in Afrika und Lateinamerika spendiert. Auch in den Jahren davor flossen bereits Millionen. Dabei steht die Gruppierung permanent unter Sektenverdacht. Ex-Mitglieder berichten von fast paramilitärischen internen Regeln und den erzkonservativen Grundsätzen. Die BMZ-Gelder flossen an einen Verein mit einem harmlosen Namen: an die Rhein-Donau-Stiftung mit Sitz in München. Der Buchautor und anerkannte Opus-Dei-Experte Peter Hertel hat festgestellt, dass die Rhein-Donau-Stiftung vor allem für solche Projekte Bundesmittel beantragte, die den Einfluss des Geheimbundes in für ihn wichtigen Erdregionen voranbringen. Die Rhein-Donau-Stiftung hat in Berlin einen eifrigen Lobbyisten. Präsident des Vereins ist der CSU-Bundestagsabgeordnete Norbert Geis, stets zur Stelle, die christlichen Wurzeln des Abendlandes zu verteidigen. Norbert Geis ist seit April 2008 ordentliches Mitglied im Bundestags-Ausschuss für “Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung”, der über die Förderung von Entwicklungshilfeprojekten berät. Auf seiner Bundestagswebseite steht bis heute nichts von seiner Funktion in der Rhein-Donau-Stiftung.
Nov 08
Linz in Österreich. 90% der Teilnehmer einer Umfrage der OÖNachrichten waren der Meinung, dass Bischof Krenn aus seinem Amt entlassen werden sollte. Im Juli 2004 sorgte ein Sexskandal in Österreich, an einem katholischen Priesterseminar für Empörung. Laut einem Pressebericht wurde umfangreiches pornografisches Material sichergestellt. Neben dem Missbrauch von Kindern seien auf den Fotos auch homosexuelle Handlungen zwischen Seminarteilnehmern und ihren Vorgesetzten zu sehen. Der damalige Seminarleiter Ulrich Küchel und sein Stellvertreters Wolfgang Rothe sind damals zurückgetreten. Pure Verharmlosung aber bei der Kirchenführung. Bischof Krenn nahm die Seminarleiter in Schutz und sprach von ‘Buben-Dummheiten’. Das ähnliche homosexuelle Strukturen auch in der deutschen Kirchenlandschaft vorkommen, bewieß die ARD schon im August 2004.
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