- Die Religion ist Opium für das Volk -
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Gequälte Entschuldigung des Papstes

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Was nützen die besten Worte, wenn sie über die Wirklichkeit hinwegtäuschen? Dieser Spruch des Schriftstellers Kurt Tucholsky bringt die Papst-Erklärung zum tausendfachen Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche auf den Punkt. Ja, die Bitte um Vergebung ist natürlich richtig. Sie kommt allerdings reichlich spät und wirkt allein schon deswegen gequält. Ein Schuldeingeständnis sollte es ohnehin nicht sein. Dass Benedikt XVI. zu den notwendigen Konsequenzen, die aus den Verbrechen zu ziehen sind, herzlich wenig gesagt hat, macht deutlich: Er ist ein Gefangener eines katholischen dogmatischen Selbstverständnisses: unfehlbar, unnahbar, unbelehrbar. In der Wirklichkeit des 21. Jahrhunderts ist der Vatikan jedenfalls nicht angekommen und trauert jetzt seit Jahrzenten noch dem Mittelalter nach. Kein Satz zur Aufweichung oder sogar Abschaffung des Zölibats, was auch deutsche Bischöfe schon befürworteten. Die konservativ-autoritären Strukturen der katholischen Kirche bleiben unantastbar. Von der staatsrechtlichen strafrechtlichen Verfolgung bei neuen Missbrauchsfällen will der Papst nichts wissen. Man kann es drehen und wenden wie man will: Für die Öffentlichkeit und auch für die katholische Reformbewegung, war die Messe kein Befreiungsschlag geschweige den ein Aufbruch. Sie hat nur dem Ansehen des Pontifex Maximus weiter geschadet.

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Die Dämonen des Benedikt

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papstDämon?

In der Missbrauchsaffäre gerät der Papst in Bedrängnis. Hinweise auf den pädophilen US-Priester Lawrence Murphy gingen einst direkt an das Büro von Kardinal Joseph Ratzinger. Donnerstag spätabends ist es schon fast wie Ostern. Der Petersplatz leuchtet, und aufgedrehte Gruppen eines Weltjugendforums feiern singend und klatschend ihren Papst, jene ins Weiß der Reinheit gewandete Gestalt, die gerade vom “Fest der Verkündigung des Herrn” gesprochen hat – “ganz so, als wäre nichts geschehen”. Das sagt Peter Isely. Er steht eine Straßenecke entfernt von dem Spektakel und ist ziemlich entschlossen, dem Papst sein Erlösungsfest zu verderben. Isely ist aus Milwaukee, US-Bundesstaat Wisconsin, gekommen. Ein 49-jähriger Banker mit Stoppelschädel und einer Frage, die ihn umtreibt, seit er 13 ist: “Wieso ist meine Kirche die einzige Institution, in der Kinderschänder weiterbeschäftigt werden?” Peter Isely ist zum ersten Mal in Rom. Die Kapuziner in der St. John’s School for the Deaf, einer Schule für Gehörlose, hatten ihm von der Schönheit der Stadt erzählt, auch jener Mann, der damalige Direktor, der dann etwas tat, was Isely heute als “einem die Seele herausreißen” beschreibt. “Du siehst die Hand, die dir die Hostie reicht, und es ist dieselbe Hand, die dich missbraucht hat.” Schon am Morgen stand Isely mit anderen Opfern auf dem Petersplatz, zeigte Fotos und trug das Seine dazu bei, dass Ihre Heiligkeit ein wenig mehr in jenen Mahlstrom von Schweigen und Aufdecken geriet, der die katholische Kirche in ihre ernsthafteste Krise seit Jahrzehnten gebracht hat. Während auf dem Petersplatz die Kübel mit Olivenbäumen abgeladen wurden, fürs Osterfest, erzählte Isely von “Father” Lawrence Murphy aus Milwaukee: “Dieser Priester hat sich an über 200 Jungen meiner Schule vergangen. Joseph Ratzinger ist verantwortlich dafür, dass dieser Murphy nie seines Priesteramts enthoben wurde.” Er wolle keinen Rücktritt, sagt Isely: “Ich will nur, dass er seine Schuld eingesteht.” Er, der jetzige Papst. Die Affäre um den Missbrauch von Kindern durch Priester hat den Vatikan erschüttert, wie es weder die Regensburger Rede getan hat noch die “Piusbrüder-Affäre” um den Holocaust-Leugner Bischof Richard Williamson. Die Vatikan-Zeitung “Osservatore Romano” bezichtigte die Medien deswegen der “klaren und schäbigen Absicht, Benedikt und seine engsten Mitarbeiter um jeden Preis zu schädigen”.
Die Nerven liegen offensichtlich bloß. Die nächste Welle der Aufdeckungen könnte gleich vor den Toren des Vatikans ins Rollen kommen. Denn selbst in Italien, wo ein Großteil der Jugendarbeit in Händen der Kirche liegt, beginnt die Omertà zu bröckeln. Opfergruppen haben sich in Sizilien, der Emilia-Romagna und den Nordregionen gegründet. Für September ist in Verona ein erster Kongress geplant, unter dem Motto: “Auch ich habe Gewalt von Priestern erlitten”. Die Kurie dort hatte jahrelang den Missbrauch taubstummer Kinder in einer Schule von Chievo verschleiert.

Textauszug aus der Printausgabe “Der Spiegel” 13/2010

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Ratzinger – Der Schweigsame

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Im Missbrauchsskandal um katholische Geistliche steht erneut auch Papst Benedikt XVI. persönlich am Pranger: Wie die Zeitung “New York Times” unter Berufung auf bislang geheime Kirchenakten berichtet, hat der damalige Kardinal Joseph Ratzinger in den 1990er Jahren nichts gegen einen Priester unternommen, der Jahre zuvor in den USA bis zu 200 gehörlose Jungen missbrauchte. Im Mittelpunkt stand demnach der 1998 verstorbene Priester Lawrence Murphy, der von 1950 bis 1974 in einer bekannten Schule für gehörlose Kinder arbeitete. 1996 habe der damalige Kardinal Ratzinger auf zwei Briefe des damaligen Erzbischofs von Milwaukee, Rembert G. Weakland, zu dem Fall nicht geantwortet, so die New York Times. Aus den Dokumenten geht dem Bericht zufolge hervor, dass drei nacheinander amtierende Erzbischöfe von dem Fall wussten, aber nie die Behörden einschalteten. Ein kircheninternes Verfahren gegen den Priester, der 1998 starb, wurde demnach auf Anweisung von Ratzingers damaligem Stellvertreter eingestellt. Insgesamt wurden nach dem Bericht der Zeitung drei hintereinander amtierende Erzbischöfe in Wisconsin über den mutmaßlichen sexuellen Missbrauch in Kenntnis gesetzt, jedoch informierte keiner von ihnen die Behörden. So sei Murphy auch nie von einem staatlichen Gericht zur Rechenschaft gezogen worden. Erzbischof Weakland habe die Vorwürfe gegen Murphy 1993 von einem besonders geschulten Sozialarbeiter untersuchen lassen. Murphy habe ausgesagt, dass er etwa 200 Jungen belästigt habe. Er habe aber keine Reue gezeigt. Der Priester sei 1974 in aller Stille in eine Diözese im nördlichen Wisconsin versetzt worden. Dort habe er bis zu seinem Tod weiter in Gemeinden, Schulen und – laut einer Klageschrift – im Jugendstrafvollzug Umgang mit Kindern und Jugendlichen gehabt. Papst Benedikt XVI. war zuvor bereits wegen eines Missbrauchsfalls in seiner früheren Diözese München und Freising unter Druck geraten. Die Erzdiözese hatte in der vergangenen Woche bestätigt, dass der Papst im Jahr 1980 als Erzbischof der Versetzung eines offenbar pädophilen Priesters aus Essen nach München zustimmte, damit dieser dort eine Therapie machen konnte. Er wurde jedoch wieder in der Gemeindearbeit eingesetzt.

Weiterführende Links:
Große katholische Vertuschung von Christopher Hitchens
Vorwürfe gegen den Papst erhärten sich

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Missbrauchsskandal erreicht Ratzinger

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An einer fragwürdigen Entscheidung in einem Missbrauchsfall der katholischen Kirche ist Joseph Ratzinger, der heutige Papst Benedikt, als Erzbischof von München und Freising beteiligt gewesen. Nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» (Samstagausgabe) wurde damals ein wegen Kindesmissbrauchs aufgefallener Priester in der Gemeindearbeit eingesetzt. Dort habe er sich erneut an Jugendlichen vergangen und sei dafür verurteilt worden. Ratzinger soll dem Umzug des pädophilen Priesters von Essen nach München im Jahr 1980 zugestimmt haben. Das Erzbischöfliche Ordinariat in München bestätigte der «SZ» am Freitag, dass der Priester seit 1980 fast ununterbrochen in der Gemeindearbeit eingesetzt wurde und noch immer als Seelsorger in Oberbayern tätig ist. Die Verantwortung für den Einsatz des Priesters übernahm der frühere Generalvikar Gerhard Gruber. «Der wiederholte Einsatz des Mannes in der Pfarrseelsorge war ein schwerer Fehler», sagte der 81-Jährige der Zeitung. «Ich übernehme dafür die volle Verantwortung. Joseph Ratzinger gehörte dem Bericht zufolge damals als Erzbischof dem Ordinariatsrats des Bistums an. Dieser Rat habe dem Umzug des pädophilen Priesters nach München zugestimmt. «Diesen Beschluss hat der damalige Erzbischof mit gefasst», erklärte das Bistum laut «SZ». Der Zeitung liegt nach eigenen Angaben die eidesstattliche Erklärung des damals elf Jahre alten Opfers aus Essen vor, wonach ihn der Priester zum Oralverkehr gezwungen habe. Der Täter sollte zur Therapie nach München kommen. Er wurde aber sofort wieder in einer Gemeinde eingesetzt.

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Bischof Mixa verhöhnt die Opfer

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Wieder einmal der Walter! Die Kirche ist gar nicht Schuld, an den vielen Missbräuchen an Jugendlichen! Nein die sexuelle Revolution in der Gesellschaft hat Schuld und dem können sich auch pädophile Priester nicht entziehen. Wir haben gar nicht gewusst, das Drogenmissbrauch unter Bischöfen so weit verbreitet ist. Und mit dieser Meinung scheinen wir ja wohl nicht allein zu sein.

Scharfe Kritik an Bischof Mixa: Nach seinen Äußerungen, die sexuelle Revolution sei mitverantwortlich für den sexuellen Missbrauch in katholischen Einrichtungen, gehen Kirchenorganisationen auf Distanz zu dem Augsburger Kirchenoberen. Als verantwortungslos hat die Kirchenvolksbewegung “Wir sind Kirche” die Aussagen Mixas kritisiert. Sexuelle Gewalt gegen Kinder, auch in Internaten, habe es “lange vor der sexuellen Revolution gegeben”, sagte Christian Weisner von der kirchlichen Organisation. Offenbar sei dem Bischof die “Dimension des Problems nicht klar”. Wie wahr wie wahr. Auch Bernd Göhrig von der Initiative “Kirche von unten” äußerte sich kritisch über den Bischof: Er halte Mixa für “persönlich überfordert” mit dem Thema. Zudem konstatierte Göhrig eine “Krise des Führungspersonals” in der katholischen Kirche. Er warnte die in der nächsten Woche tagende Bischofskonferenz vor nur kosmetischen Beschlüssen. Auch die Politik zeigt sich empört von Mixas fragwürdigem Erklärungsansatz. Mixa-Kritikerin Grünen-Chefin Claudia Roth sagte: “Es ist nicht nur haarsträubend, sondern auch eine beispiellose Verhöhnung der Opfer sexuellen Missbrauchs, wenn an diesem Skandal innerhalb der katholischen Kirche nun andere schuld sein sollen”, so die Politikerin. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck forderte auch, dass der Papst sich der Thematik annehmen müsse: “Die weltweiten Skandale haben etwas Systematisches an sich. Der Papst muss dafür sorgen, dass das Thema in allen Teilen der Welt zum Thema gemacht wird. Das ist das Mindeste, was die Opfer erwarten können.”

Zu seinem irischen Problem bekommt der Ratzinger jetzt auch noch ein deutsches Problem.

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