Nazis auf der Flucht: Wie der Vatikan und das Rote Kreuz mitwirkte
Schon im Oktober 2007 berichtete Kirchensumpf über die sogenannte Rattenlinie. Der Fluchtweg hochrangiger Nazis nach Argentinien, auch möglich gemacht, durch die katholische Kirche. Das Online Magazin profil.at hat jetzt darüber einen Artikel veröffentlicht, mit neuen Erkenntnissen und interessanten Zusammenhängen. Der Tiroler Historiker Gerald Steinacher hat nach intensiver Quellenarbeit die „Rattenlinie“, auf welcher Nazi-Schergen wie Adolf Eichmann und Josef Mengele entkamen, nachgezogen. Steinachers Schluss: Es waren nicht irgendwelche geheimen SS-Bünde wie die sagenumwobene „Odessa“, die den Kriegsverbrechern den Weg nach Übersee wiesen, sondern zwei Institutionen, die über solchen Verdacht erhaben schienen: der Vatikan und das Rote Kreuz.
EICHMANN, PIUS XII. UND PAUL VI. Neue Erkenntnisse über die vom Vatikan nach 1945 unterstützte Flucht von NS-Kriegsverbrechern nach Südamerika
Die “Rattenlinie” – wie die Fluchtroute seinerzeit genannt wurde – war das Ergebnis eines Einwanderungsabkommens, das Giovanni Batista Montini, der spätere Papst Paul VI., im Auftrag von Pius XII. im Juni 1946 mit dem Botschafter des Peron-Regimes beriet.
Der Heilige Vater schlug durch seinen Staatssekretär Montini vor, dass “Experten des Vatikans gemeinsam mit argentinischen Experten einen Aktionsplan ausarbeiten” sollten. Ziel: NS-Kollaborateure, aber auch deutsche NS-Täter nach Argentinien auszuschleusen. Adolf Eichmann war einer davon. Als der Organisator des Holocaust 1960 von Israelis aus Buenos Aires entführt wurde, protestierte der argentinische Kardinal und Leiter der Katholischen Aktion, Antonio Caggiano: “Es ist unsere Christenpflicht, ihm zu verzeihen, was er getan hat.
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