Alternative Heilmethoden, Pendeln, Aura lesen, Heilpraktiker, Esotherik, selbsternannte Wunderheiler und die Homöopathie, sie alle wollen ein Stück vom großen Gesundheitskuchen ab bekommen. Aber wie macht man am besten auf sich aufmerksam. Durch Werbung, genau! Und da gibt es mal wieder ein lustiges Beispiel beim Mein Parteibuch zu lesen:
Geworben wird für Homöopathie regelmäßig im redaktionellen Teil der “Ärzte Zeitung“, einer auf die Zielgruppe Mediziner zugeschnittenen täglichen Publikation, die sich nach einem Intermezzo bei der berüchtigten Bertelsmann AG nun im Besitz der britischen “Heuschrecken” Cinven und Candover befindet. Der frühere Chefredakteuer, Dr. med. Thomas Kron, erklärte die vielen Beiträge zur Homöopathie in der “Ärzte Zeitung” gerade in einem Kommentar wie folgt:
“Der ganze Homöopathie-Quark steht nur deswegen in dem Blatt, weil die DHU – die Deutsche Homöopathie-Union – dafür bezahlt. Es handelt sich also um bezahlte Redaktion bzw. Werbung. Und da macht sich kein Redakteur mehr Gedanken über den inhaltlichen Wert der Beiträge. Es reicht, dass die DHU gezahlt hat. Ausserdem sind die verantwortlichen Chefredakteure keine Mediziner und verstehen rein gar nichts von dem, was in dem Blatt an Medizin drin ist.”
Ja, das war wohl mal ein ehrliches Statement zur “redaktionellen Qualität” der bekannten “Ärzte Zeitung”. Eigentlich hätte man es ja nun dabei bewenden lassen können. Doch Lanu hat da heute noch so eine lustige E-Mail bekommen, in der nicht Tanja-Anja, sondern eine Peggy Naumann ganz unauffällig erfahren möchte, “wer hinter Lanu und BooCompany steht”. So was aber auch. Ein Name ist immer sehr hilfreich, wenn jemand mit Hilfe der deutschen Zensurindustrie etwas aus dem Internet wegzaubern will. Wirklich lustig ist nun, dass die Propaganda-Verantwortliche bei der DHU, die sich nun am Streisand-Effekt erfreuen darf, zufällig Peggy Naumann heißt. Da darf man nun Peggy Naumann und der DHU dankbar sein. Lachen ist schießlich gesund.
Kritiker warnen schon länger vor einer Lockerung des Werbeverbots für Medikamente in der EU. EU-Industriekommissar Günter Verheugen gibt jetzt ja schon länger den Pharmalobbyisten und setzt sich für eine Ausweitung des Informationsrechts der Medikamentenhersteller ein. Über einen entsprechenden EU-Gesetzentwurf muss noch entschieden werden. Bisher ist den Herstellern jede Verbraucherinformation über rezeptpflichtige Medikamente in den Medien verboten. Das ZDF-Magazin “Frontal21″ hat über dieses Thema wieder einen hervorragenden Beitrag gemacht.
Seine im Beitrag gezeigte Anbiederungsrede vor Pharmavertretern ist schon mehr als peinlich. Die Pharmaindustrie ist ja durch seine umfangreiche Lobbyarbeit immer wieder Thema vom ZDF. Dafür erhalten jetzt zu Recht die “Pharmakartell“-Autoren Astrid Randerath und Christian Esser in diesem Jahr den Hanns-Joachim-Friedrichs-Förderpreis.
Der ranzige mittelalterliche Papst Benedikt XVI. (steht das XVI. eigentlich für seine IQ-Punkte?) hat ja unter dem mörderischen Einfluss der afrikanischen Sonne mal wieder höllische Worte kundgetan. Besser als Unterschichtler vom Wut-Blog können wir unsere Meinung nicht zum Ausdruck bringen:
Ich halte ja eigentlich nichts davon, dass man sich ernsthaft mit jedem verwest stinkenden Hirnfurz beschäftigt, der einem alten, steinherzigen Mann aus dem Munde quillt. Aber der kaltdeutsche “Wir sind Papst”-Papst; dieser Mensch, der unter dem Tarnnamen Benedikt XVI. auftritt, ganz so, als ob er ein Segen wäre; dieser Mensch, der kalt und gierig und mörderisch noch die ungeheuerlichsten und monströsesten Dinge aus sich rauslässt, und dafür auch fast so frenetisch wie damals Hitler auf der Höhe seines Ruhmes umjubelt wird; dieser unheilige Judasfreund, Jesusverkäufer und Mordredner hat die eh schon sehr hoch liegende Maßlatte für wirkmächtigen und tödlichen Schwachsinn wieder ein bisschen erhöht. Der hat doch tatsächlich und allen Ernstes den Standpunkt vertreten, dass die Benutzung von Kondomen das AIDS-Problem nur noch verschlimmern würde. Scheiß auf die paar Millionen Menschen, die diesem unheiligen Vater aller Mörder an den Lippen hängen oder — noch schlimmer — eher unbeteiligt im Machtbereich dieses Menschen und seiner gefährlichen Sekte leben müssen und elend siechend an AIDS verrecken.
[Update 16.03.2009] Schon im Jahre 1985 wurde von Hamer eine “Klinik” im rheinlandpfälzischen Ort Katzenelnbogen betrieben. Aus dem Jahre 2007 gibt es ein Radiointerview von dem RADIO Wüste Welle, Tübingen 96,6 MHz. In diesem Interview äußern sich drei ehemalige Mitarbeiterinnen der Hamerschen Klinik, sie hätten niemanden zu Gesicht bekommen, der von Dr. Hamer geheilt wurde. Hier der 31 minütige Mitschnitt von der airplex Seite (dort kann das Interview auch nochmal nachgelesen werden!):
Wir haben ja schon des öfteren über Scharlatane geschrieben, die behaupten, sie können Krebs heilen oder Krebs heile sich von selbst. Nicht das wir die Schulmedizin für das NullPlusUltra halten, eben gerade was die Praktiken der Pharma-Industrie angeht. Auch Alternativmedizin kann heilsam sein. Die “Germanische Neue Medizin” mit ihrem Gründer Ryke Geerd Hamer ist praktisch als Sekte zu bezeichnen, aber HEILEN kann sie NICHT! Immer wieder wird behauptet, man könne Krebs mit alternativer Methoden heilen. Und nimmt dadurch immer wieder Tote in Kauf. Die Öffentlichkeit wird gegen diese Leute aber immer misstrauischer. Jetzt will sich eine Ehepaar, Anhänger der GNM, in Kronach nieder lassen. Aber schon hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die diesen Vorgang sehr genau begleiten. Auch unter dem Zusammenhang das die “Germanische Neue Medizin” sehr intensive Züge von Antisemitismus in sich trägt. Immer haben diese Gruppen sehr enge Beziehungen zu der erzkonservativen Katholische Pfadfinderschaft Europas (KPE). Da die Wunderheiler von der GNM in Bayern schon länger mit Stammtischen und Infoabenden aktiv sind, ist Aufklärung sehr wichtig.
Wer zu Weihnachten einen Buchgutschein bekommen hat, für den haben wir noch einen Tipp:
Korrupte Medizin
Hans Weiss Korrupte Medizin
Ärtzte als Komplizen der Konzerne
Kiepenheuer & Witsch
256 Seiten
ISBN: 3-4620-4037-5, 18,95 Euro
Günter Wallraff lässt grüßen! Wie Ärzte sich bestechen lassen – Korruption im Gesundheitswesen. Ein Journalist wechselt seine Identität und geht in die Pharmaindustrie. Erschreckendes Resultat seiner Recherchen: Die Medizin steht unter der Kontrolle der großen Pharmakonzerne. Und zahlreiche Spitzenmediziner machen sich zu Komplizen. Der Autor absolviert eine sechsmonatige Ausbildung zum Pharmavertreter und gründet – auf dem Papier – eine Beratungsfirma für die Arzneimittelindustrie. Damit baut er sich über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren eine respektable Identität als Pharma-Consultant auf, nimmt an brancheninternen Symposien teil, erhält Zugang zu geheimen Marketingdokumenten, kauft brisante geheime Studien und wird begehrter Gesprächspartner von Klinikchefs. Warum sind Medikamente so teuer? Weil so viel in die Entwicklung und Erforschung von neuen Medikamenten investiert wird, die allen Patienten zugute kommen! So die Antwort der Pharmaindustrie. Tatsächlich wird intern ungeniert kritisiert, dass es mit der Innovationskraft der Industrie nicht weit her ist. Was unter “Forschung und Entwicklung” verbucht wird, sind meist Marketingmaßnahmen, die nur den Zweck haben, den Gewinn der Konzerne zu erhöhen. Die Pharmaindustrie beschäftigt ein ganzes Heer von Marktforschern und Informanten, die ständig untersuchen, wie häufig Medikamente verschrieben werden, welcher Umsatz damit erzielt wird, warum Ärzte bestimmte Medikamente verschreiben und andere nicht, welche Wirkung Pharmavertreter auf die Zahl der Verschreibungen haben. Ohne die aktive Mithilfe von Ärzten wäre das alles nicht möglich.
Wer durch den ZDF-Beitrag “Das Pharma-Kartell” noch nicht ganz überzeugt wurde, der kann hier noch tiefer in die Materie einsteigen und ein Lehrbeispiel von Lobbyismus erleben.
Datenbank “Religio”, Jena - Das elektronische Informationssystem über Sekten, neue religiöse und ideologische Gemeinschaften und Psychogruppen in Deutschland
Die Laizisten - Petition gegen Religionsunterricht beim Bundestag
Ex-Heimkinder - Ursachen, Folgen und Auswege aus institutioneller Heimerziehung.