- Die Religion ist Opium für das Volk -
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Tödlicher Ausverkauf

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Dutzende von AIDS-Opfern aus Taiwan und Hongkong haben in den USA Klage gegen den deutschen Pharmakonzern Bayer AG eingereicht. Sie werfen dessen früherer Tochterfirma Cutter vor, 1984 und 1985 AIDS-verseuchte, in den USA und in Europa nicht mehr absetzbare Präparate nach Asien verkauft zu haben, um sie nicht abschreiben zu müssen. Mehrere Hundert Patienten, oft Kinder oder Heranwachsende, wurden damals mit dem Virus infiziert. Wie viele von ihnen heute noch leben, ist nicht bekannt, weil AIDS in Asien noch immer als großes Tabu gilt.

Der im September und im November ausgestrahlte WDR-Film „Tödlicher Ausverkauf – wie ‘AIDS’ nach Asien kam“ dokumentiert nun detailliert, mit welcher Kaltblütigkeit der Konzern für seinen Profit über Leichen ging.

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Killerbrut – Der tödliche Schlendrian

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Das es in Deutschland eine Zweiklassenmedizin gibt, ist ja schon länger bekannt. Und es wird jetzt auch schon durch die Krankenkassen offen dafür geworben. So wie die Hanse-Merkur. Im Jahr 1848 gelang es dem ungarischen Arzt Ignaz Semmelweis (Retter der Mütter), die Sterblichkeitsrate junger Mütter in einem Wiener Hospital von rund 12 auf 1,3 Prozent zu senken. Seine Methode: Er wies behandelnde Ärzte an, sich vor den Untersuchungen die Hände zu desinfizieren. Mehr als 150 Jahre ist diese hygienische Errungenschaft alt und Semmelweis ein anerkannter Pionier. Doch wer glaubt, dass in deutschen Krankenhäusern seither in Sachen Hygiene die Dinge zum Besten stehen, sieht sich böse getäuscht. Das führt Meike Hemschemeiers Bestandsaufnahme “Killerbrut” in aller Deutlichkeit vor Augen. Die WDR-Dokumentation begibt sich gemäß Untertitel auf die unsichtbaren Spuren einer “verschwiegenen Katastrophe”. Das Schockierendste: Sie wäre ganz einfach vermeidbar.

Jeder zehnte bis 20. Patient wird laut WDR-Recherchen genau dort mit Keimen infiziert, wo Gesundheit doch eigentlich alles ist: in deutschen Krankenhäusern. 40.000 Patienten sterben jährlich an den Folgen, viel mehr als es Verkehrs- oder AIDS-Tote gibt – ohne dass eine breite Öffentlichkeit Notiz nähme. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, über die Volker Pispers zu Recht Richtiges sagt, sollte sofort zurücktreten, angesichts solcher unhaltbaren Zustände, in deutschen Krankenhäusern. Eins kann man Ulla Schmidt aber nicht vorwerfen, das Fahrtenbuch ihres Dienstwagens kann sie ausfüllen, auch in spanisch. Das deutsche Gesundheitssystem wurde auf dem Altar des schnöden Mammons geopfert.

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Medikamente dürfen niemals beworben werden

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Kritiker warnen schon länger vor einer Lockerung des Werbeverbots für Medikamente in der EU. EU-Industriekommissar Günter Verheugen gibt jetzt ja schon länger den Pharmalobbyisten und setzt sich für eine Ausweitung des Informationsrechts der Medikamentenhersteller ein. Über einen entsprechenden EU-Gesetzentwurf muss noch entschieden werden. Bisher ist den Herstellern jede Verbraucherinformation über rezeptpflichtige Medikamente in den Medien verboten. Das ZDF-Magazin “Frontal21″ hat über dieses Thema wieder einen hervorragenden Beitrag gemacht.

Seine im Beitrag gezeigte Anbiederungsrede vor Pharmavertretern ist schon mehr als peinlich. Die Pharmaindustrie ist ja durch seine umfangreiche Lobbyarbeit immer wieder Thema vom ZDF. Dafür erhalten jetzt zu Recht die “Pharmakartell“-Autoren Astrid Randerath und Christian Esser in diesem Jahr den Hanns-Joachim-Friedrichs-Förderpreis.

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Nachweihnachtlicher Buchtipp

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Wer zu Weihnachten einen Buchgutschein bekommen hat, für den haben wir noch einen Tipp:

Korrupte Medizin

Hans Weiss
Korrupte Medizin
Ärtzte als Komplizen der Konzerne
Kiepenheuer & Witsch
256 Seiten
ISBN: 3-4620-4037-5, 18,95 Euro
Günter Wallraff lässt grüßen! Wie Ärzte sich bestechen lassen – Korruption im Gesundheitswesen. Ein Journalist wechselt seine Identität und geht in die Pharmaindustrie. Erschreckendes Resultat seiner Recherchen: Die Medizin steht unter der Kontrolle der großen Pharmakonzerne. Und zahlreiche Spitzenmediziner machen sich zu Komplizen. Der Autor absolviert eine sechsmonatige Ausbildung zum Pharmavertreter und gründet – auf dem Papier – eine Beratungsfirma für die Arzneimittelindustrie. Damit baut er sich über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren eine respektable Identität als Pharma-Consultant auf, nimmt an brancheninternen Symposien teil, erhält Zugang zu geheimen Marketingdokumenten, kauft brisante geheime Studien und wird begehrter Gesprächspartner von Klinikchefs. Warum sind Medikamente so teuer? Weil so viel in die Entwicklung und Erforschung von neuen Medikamenten investiert wird, die allen Patienten zugute kommen! So die Antwort der Pharmaindustrie. Tatsächlich wird intern ungeniert kritisiert, dass es mit der Innovationskraft der Industrie nicht weit her ist. Was unter “Forschung und Entwicklung” verbucht wird, sind meist Marketingmaßnahmen, die nur den Zweck haben, den Gewinn der Konzerne zu erhöhen. Die Pharmaindustrie beschäftigt ein ganzes Heer von Marktforschern und Informanten, die ständig untersuchen, wie häufig Medikamente verschrieben werden, welcher Umsatz damit erzielt wird, warum Ärzte bestimmte Medikamente verschreiben und andere nicht, welche Wirkung Pharmavertreter auf die Zahl der Verschreibungen haben. Ohne die aktive Mithilfe von Ärzten wäre das alles nicht möglich.

Wer durch den ZDF-Beitrag “Das Pharma-Kartell” noch nicht ganz überzeugt wurde, der kann hier noch tiefer in die Materie einsteigen und ein Lehrbeispiel von Lobbyismus erleben.

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Das Pharma Kartell

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Ein Highlight-Fernsehbeitrag des ZDF! – Unser Respekt! Alles was man zu diesem hervorragenden Beitrag sagen konnte, kann man bei Ulinne nachlesen. Unbedingt ansehen:


 

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