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Priester fordert Dresscode für Russinnen

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Wsewolod TschaplinKopftuch und Kittelschürze
So müssen Russinnen aussehen!

Wsewolod Tschaplin von der russisch-orthodoxen Kirche hat sich in einem offenen Brief über die Kleidungsmoral der Frauen in Russland beklagt. Mit ihrer gerne figurbetonten Kleidung und großzügigem Make-up gebärden sich russische Frauen nach Ansicht eines Kirchenmannes, als seien sie Stripperinnen. Es gebe ein Problem mit „Leuten, die die Straße für einen Striptease halten“, erklärte Wsewolod Tschaplin von der russisch-orthodoxen Kirche laut der Nachrichtenagentur Interfax. Frauen, die „fast nichts anhaben oder wie ein Clown herumlaufen, werden sicherlich keinen Mann als Lebenspartner finden, der auch nur ansatzweise Verstand oder Selbstachtung hat“, fügte der für die Beziehungen zwischen der Kirche und Gesellschaft zuständige Vertreter hinzu. In seinem offenen Brief forderte Tschaplin eine nationale Kleiderordnung nach dem Vorbild von Büros und Schulen. Der ranghohe Priester ist bekannt für seine offensive Rhetorik. Im Dezember erklärte er, betrunkene Frauen in Miniröcken seien selbst schuld, wenn sie vergewaltigt würden. Frauen sollten sich „seriöser“ kleiden.

[Kirchensumpf] Die russisch-orthodoxen Kirche befindet sich noch mehr im Mittelalter als die katholische Kirche!

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Russische Kirche gegen Kunstfreiheit

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GucklochkunstGucklochkunst

Im Prozess um die Ausstellung “Verbotene Kunst” triumphieren die radikalen Orthodoxen. Zeitweise wirkte der Prozess vor dem Tangansker Gericht in Moskau eher amüsant als bedrohlich. Wenn der Gerichtstag zu lange dauert, kramen die älteren Frauen auf der Zuschauerbank raschelnd in ihren geblümten Einkaufstaschen. Es wird Zeit für einen Imbiss: Johannisbeeren im Sommer, Kekse im Winter. Auch an geistig orthodoxer Stärkung fehlt es den Frauen im Kopftuch, die kaum einen der 17 Verhandlungstage versäumt haben, nie. Sie murmeln Psalme, bis der Gerichtsdiener »Leiser beten!« gebietet, pressen die Bibel vors Herz oder rufen den Angeklagten ein kehliges »Schande!« zu. Die Anklage gegen den früheren Kurator für zeitgenössische Kunst der Tretjakow-Galerie, Andrej Jerofejew, und den ehemaligen Direktor des Sacharow-Zentrums, Jurij Samodurow, schleppte sich über Monate als Farce hin. Mehr als 100 Ankläger, darunter Priester, Betschwestern und wehrhafte Kosaken im Geiste, fühlten sich durch die von den Angeklagten organisierte Ausstellung Verbotene Kunst in ihren religiösen Gefühlen verletzt. Dabei hatten die meisten von ihnen die Kunstwerke erst gar nicht gesehen. Denn um die Bilder der Ausstellung im März 2007 im Sacharow-Zentrum zu betrachten, mussten die Besucher auf Leitern steigen und durch Gucklöcher schauen. Diese Mühe machte sich die Mehrheit der Ankläger erst gar nicht. Sie marschierten direkt zum Staatsanwalt, wie es ihnen ihre Glaubensbrüder oder nationalistische Webseiten nahegelegt hatten. Der Staatsanwalt hielt ihnen seine Beweismappe, eine Art Ausstellungskatalog, vor die Augen. Da endlich erblickten sie die “satanischen” Kunstwerke und erhoben Anklage.

Der Prozess endete gestern als bitterernster Justizskandal. Das Gericht sprach die Angeklagten der “Erregung von Hass und religiösem Zwist” schuldig. Zwar sah es von den seitens der Staatsanwaltschaft geforderten drei Jahren Lagerhaft :vogel: ab, verurteilte sie aber wegen der “Kränkung der Gefühle der Gläubigen” zu Geldstrafen zwischen 4000 und 5000 Euro.

[Kirchensumpf] Das eine Kirche immer Gift und Galle spuckt, wenn an ihrem Machtturm gerüttelt wird, oder angeblich ihr Glaube verletzt wird, kennen wir doch zu Genüge. Oft genug gebärdet sich die orthodoxe Kirche wie eine Staatskirche, obwohl die russische Verfassung die Trennung von Staat und Kirche vorsieht. Leider eine Farce, wie man an diesem Beispiel sehen kann!

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