- Die Religion ist Opium für das Volk -
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UL dreht am Zeiger

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Eine Glaubensgemeinschaft «Das Universelle Leben Aller Kulturen Weltweit» ist vor Gericht mit dem Versuch gescheitert, der katholischen Kirche die Bezeichnung «christlich» zu untersagen. Das Verwaltungsgericht Freiburg lehnte in einem am Donnerstag bekanntgegebenen Urteil eine entsprechende Klage gegen das Erzbistum Freiburg als unzulässig ab. Sie hatten im August 2009 die 27 Bischöfe der katholischen Diözesen aufgefordert, sich nicht mehr «christlich» zu nennen und dies schriftlich zuzusagen. Sie begründeten die Klage im Wesentlichen damit, dass das Verhalten der katholischen Kirche im Widerspruch zur Lehre von Jesus Christus stehe. Sie sei daher nicht berechtigt, sich weiter «christlich» zu nennen. Das Gericht führte aber an, es sei nicht ersichtlich, dass die Verwendung der Bezeichnung «christlich» durch die katholische Kirche die Kläger in eigenen Rechten verletzen könnte. Es könne zudem offenbleiben, ob ein von den Klägern behauptetes «postmortales Persönlichkeitsrecht» von Jesus Christus bestehe. Denn jedenfalls seien sie nicht zu dessen Wahrnehmung oder Durchsetzung berechtigt.

[Kirchensumpf] Eine Sekte versucht einer anderen Sekte ans Bein zu pinkeln. Irgendwie lustig, Oder?

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Meinungsfreiheit und das UI

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Gebriele WittekGabriele Wittek

Der Film des Hessischen Rundfunks (HR) sorgte 1993 in Unterfranken für Wirbel. Unter dem Titel „Das Seelenkartell – Geheime Machenschaften einer Sekte“ hatten Ulrike Bremer und Kamil Taylan einen Film über das Universelle Leben (UL) gedreht, der am 10. Dezember im Abendprogramm der ARD gesendet wurde. 16 Jahre nach seiner Ausstrahlung beschäftigt der Streifen erneut die Gerichte. Die Gemeinschaft um die UL-Prophetin Gabriele Wittek fordert die Entfernung des 44-Minuten-Videos aus dem Fundus des Landkreis-Medienzentrums Altötting. UL-Rechtsanwalt Christian Sailer hat einem Bericht der „Passauer Neuen Presse“ (PNP) zufolge einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht München eingereicht. Sailer argumentiert, der HR-Beitrag von 1993 sei „voller Hetze“, die Sachverhalte seien gegenstandslos und veraltet. Außerdem sei der Landkreis zu weltanschaulicher und religiöser Neutralität verpflichtet. Der ARD-Beitrag beleuchtet unter anderem die Rolle zweier zum damaligen Zeitpunkt wichtigen Männer „hinter der Prophetin“, die im UL-Firmen- und Finanzkonzern ganz oben standen. Die beiden liefen Sturm gegen den Film, Gerichte kamen allerdings zu der Überzeugung, die von den „Christusfreunden“ beanstandeten Textpassagen seien vom Recht auf freie Meinungsäußerung und der Freiheit der Berichterstattung gedeckt.

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Bundesgerichtshof bremst UL

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Vergeblich haben Anhänger der umstrittenen Glaubensgemeinschaft Universelles Leben versucht, die evangelische bayerische Landskirche auf Schadensersatz in Millionenhöhe zu verklagen. In einer am Dienstag bekanntgewordenen Entscheidung des Bundesgerichtshofs wurde ihre Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision eines Urteils des Oberlandesgerichts München abgewiesen und damit ein mehr als dreijähriger Rechtsstreit beendet. (III ZR 129/08)
Auf Feststellung von Schadensersatzansprüchen geklagt hatte die ES Bau und Handel GmbH & Co KG aus Marktheidenfeld (Kreis Main-Spessart). Die von Anhängern der Organisation Universelles Leben gegründete Firma ist Eigentümerin eines Gewerbezentrums im Ortsteil Altfeld, das nach eigenen Angaben an 31 Einzelfirmen und Handelsgesellschaftern vermietet ist. In dem Zentrum sind der Klageschrift zufolge rund 360 Mitarbeiter beschäftigt, von denen etwa ein Drittel dem Universellen Leben “nahe stehen”. Angesichts der folgenden Zinsentwicklung habe man sich 2005 um eine Umfinanzierung von Krediten bemüht. Die Verhandlungen mit den Banken, so die Anwälte der Firma, seien jedoch durch Internet-Veröffentlichungen des kirchlichen Sektenbeauftragten Michael Fragner unter www.michelrieth.de gescheitert. Im Oktober 2006 wies das Landgericht München I die Klage ab (Az. 15 O 13511/05). Das Oberlandesgericht München bestätigte im April 2008 dieses Urteil (Az. 1 U 5608/06) und legte den Streitwert auf 1,44 Millionen Euro fest. Die Richter waren der Auffassung, dass die Öffentlichkeit ein Recht auf Informationen über Wirtschaftsbetriebe im Umfeld von Sekten habe. Um die grundgesetzlich garantierte Religionsfreiheit auch wahrnehmen zu können, sei es zwingend notwendig zu erfahren, “wer mit wem in Verbindung steht.”

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Im Revier der Ökosekte

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Die Sekte „Universelles Leben“ hat sich in Unterfranken ausgebreitet. Ihre Anhänger verdienen viel Geld mit Biokost und Naturheilkunde. Manchen Menschen allerdings macht das System hinter der grün-frommen Kulisse Angst. Ein Besuch in Michelrieth.

von Constantin Magnis

Thomas Müller schaut noch einmal auf die Straße. Nur um sicherzugehen. „Nein, niemand“, sagt er beruhigt. „Die wissen noch nicht, dass Sie hier sind.“ Der 50-Jährige winkt uns an sein Auto. Besser, wir nehmen seines. Besser, die notieren sich gar nicht erst das fremde Kennzeichen, wer weiß, murmelt er. Vorsichtig kurvt er durch seinen Heimatort, Michelrieth in Unterfranken, bis zum Neubaugebiet am Waldrand. Müller wird stiller und macht sich klein hinterm Steuer. „Ab jetzt sind wir in deren Revier“, sagt er.
Weiße Engelsstatuen blicken unverwandt aus Büschen vor verschachtelten Häusern mit runden Fenstern, Menschen in wallenden Gewändern beäugen alarmiert Müllers Auto. „Die kennen mich schon“, sagt er. Als einer der wenigen im Ort traut Müller sich noch, öffentlich die Gruppierung zu kritisieren, gegen deren Ausbreitung sich hier früher noch eine ganze Bürgerbewegung mobilisieren ließ: die pseudo-christliche Öko-Sekte „Universelles Leben“ (UL), der schon vorgeworfen wurde, sie beute ihre Mitglieder wirtschaftlich aus, setze sie unter Psychodruck und versuche Kritiker mundtot zu machen.
An der Spitze der umstrittenen Sekte und ihren geschätzten 10000 Anhängern steht die bald 75-jährige Gabriele Wittek, die von sich behauptet, eine Prophetin, „die Göttliche Weisheit auf dem Thron Christi“ zu sein. Regelmäßig beglückt sie ihre Jünger mit scheinbar himmlischen Offenbarungen. ganzen Beitrag lesen… »

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