Nov 27
… gewaschenes Geld
Die römische Staatsanwaltschaft überprüft suspekte Konten-Verbindungen der Vatikanbank IOR zur italienischen Bank Unicredit. Die italienische Finanzpolizei untersucht Medienberichten zufolge Bankgeschäfte des Vatikans wegen des Verdachts der Geldwäsche. Bei den Konten, deren Inhaber «aus Mangel an Transparenz» unklar seien, bestehe der Verdacht auf Geldwäsche. Etwa 180 Millionen Euro seien in den vergangenen drei Jahren über Konten der IOR-Bank bei einer Unicredit-Filiale in Vatikan-Nähe geflossen, wie die Tageszeitung «Il Giornale» am Donnerstag berichtete. Das IOR war in der Vergangenheit wiederholt wegen undurchsichtiger Geschäfte in die Schlagzeilen geraten. Es hat erst seit kurzem eine neue Führung. Im neuen Fall werde mit äusserster Diskretion ermittelt, und im Momente sei noch niemand angeklagt worden, heisst es in dem Bericht. Die Staatsanwälte wollten jedoch wissen, wer sich hinter den Konten verbirgt und ob die Konto-Verbindungen der IOR-Bank (Institut für die religiösen Werke) zur Unicredit als eine Art Schutzschirm oder Kanal für den Geldfluss zwischen der Vatikanbank und Italien gedient haben könnten. Die Vatikan-Bank hat 130 Mitarbeiter, 44’000 Konten und geschätzte Einlagen in Höhe von etwa fünf Milliarden Euro. Der Vatikan äusserte sich nicht zu den Ermittlungen.
Für die Vatikanbank wäre es nicht das erste Mal, dass sie mit Geldwäsche in Verbindung gebracht wird. In der 67-jährigen Geschichte hat das Ior mehrfach mit Skandalen von sich reden gemacht. Unter der Führung von Paul Marcinkus etwa war die Bank mit der Banco Ambrosiano von Roberto Calvi verwickelt, die wiederum Geld der Mafia wusch. Calvi spekulierte mit den Millionen des Vatikans, machte sich aber beim Papst Johannes Paul II. beliebt, weil er die Gewerkschaft Solidarnosc in Polen mit Geld versorgte. Letztlich verspekulierte sich Calvi jedoch und saß auf Milliardenschulden, bevor man ihn 1982 erhängt unter der Londoner Blackfriars Bridge fand. Obwohl die Szene nach Selbstmord aussah, schloss die Staatsanwaltschaft einen Mord nicht aus. Marcinkus wurde dank seines Diplomatenpasses von der Justiz nicht belangt. Marcinkus’ Nachfolger Angelo Caloia trat 1989 an. Im September 2009 übernahm Ettore Gotti Tedeschi die Führung.
Jun 03
Das dynamische Duo (Fotomontage)
Medienwirksam hat UNICEF (denen fehlt mittlerweile jeder fünfte Spendeneuro) seinen neuen „UNICEF-Report 2009 – Stoppt sexuelle Ausbeutung!“ unter Teilnahme von UNICEF-Geschäftsführerin Regine Stachelhaus, UNICEF-Botschafter Sir Roger Moore und Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, vorgestellt. Damit ruft UNICEF Regierungen, Medien, Unternehmen und die Öffentlichkeit dazu auf, entschiedener gegen sexuelle Gewalt gegen Kinder vorzugehen. Weltweit werden nach Schätzungen der Vereinten Nationen jährlich rund 150 Millionen Mädchen und 73 Millionen Jungen unter 18 Jahren zum Sex gezwungen. Unglaubliche und erschreckende Zahlen! Mit dieser Rückendeckung nutzte Frau von der Leyen diese Gelegenheit selbstverständlich wieder, um für ihre mittlerweile breit unstittende Internetsperren zu werben. In das gleiche Horn hatte ja auch schon Frau Stachelhaus geblasen.
Drei Länderbeispiele laut UNICEF:
- Auf den Philippinen werden nach Einschätzung von UNICEF zwischen 60.000 und 100.000 Kinder als Prostituierte ausgebeutet. Jedes Jahr kommen Tausende Mädchen in die Hauptstadt Manila, weil sie Arbeit suchen. Statt der versprochenen Stelle als Hausmädchen verkaufen Schlepper sie an Bordellbesitzer. Seit kurzem ist zudem das Anbieten von Kinderpornografie im Internet zu einem Geschäft geworden. Kinder werden in Internetcafes angesprochen und mit Geld „als Model“ gelockt.
- Eine UNICEF-Untersuchung in Bangladesch ergab, dass das Durchschnittalter, in dem Minderjährige zu Opfern kommerzieller sexueller Ausbeutung werden, bei 13 Jahren lag.
- In den Touristenzentren an der Küste Kenias wurden nach einer Recherche von UNICEF und der kenianischen Regierung im Jahr 2006 etwa 15.000 Jugendliche als Prostituierte ausgebeutet. Etwa 10 Prozent der Mädchen waren jünger als 12 Jahre, als sie sich das erste Mal prostituierten. Zwei Drittel der Kunden waren wohlhabende Touristen aus den Industrieländern – darunter auch viele Deutsche.
Kirchensumpf dringenste Forderung an Frau von der Leyen: Sofortiger Ausreisestopp von deutschen Männer nach den Philippinen, Bangladesch und Kenia. Das ändert an der dortigen Situation der Kinder leider nichts, aber sie sind ja für Aktionismus bekannt.
Sir Roger Moore stellte in seiner Rede richtig fest: “Kinder sind keine Ware”. Leider gehört UNICEF Deutschland und auch Frau von der Leyen NICHT zu den Unterzeichnern einer Stellungnahme mit dem Titel: „Kinder sind keine Ware“ gegen die RTL Serie: „Erwachsen auf Probe“. Gegen deutsche Fernsehsender öffentlich aufzutreten, schadet aber auch mörderisch dem eigenen Image.
Mai 26
Ein Nationaler?
Der Erzbischof von Trnava, Jan Sokol, soll in den 1990er Jahren mehr als 500 Millionen Kronen (16 Mio. Euro) veruntreut haben. Sokol habe das aus dem Verkauf von Kirchengrundstücken stammende Geld auf das Konto eines früheren Mitarbeiters der kommunistischen Geheimpolizei, Stefan Nahlik überwiesen, Nahlik lebt demnach in Kanada. Ein Sprecher der slowakischen Bischofskonferenz sprach von “schwerwiegenden Informationen”. “Sollten sie bestätigt werden, würde es sich um ein außerordentliches Versagen von Jan Sokol handeln”, sagte Jozef Kovacik. Er wies darauf hin, dass die zuständigen Behörden in der Slowakei und im Vatikan den Fall bereits untersuchen würden. Jan Sokol war im April nach 21 Jahren als Bischof aus Altersgründen in Pension gegangen. Er gehörte in der Slowakei zu den umstrittenen kirchlichen Würdenträgern wegen seiner offenen Sympathien mit nationalistischen Gruppierungen. Denn Sokol machte aus seiner Sympathie zu dem katholische Priester Jozef Tiso, der damals Staatspräsident von Adolf Hitlers Gnaden war, kein Hehl. Für seine Verbrechen bei der Judenvernichtung wurde Tiso 1947 von der kommunistischen Regierung hingerichtet.
Dez 09

Die Aktion “Ein Herz für Kinder” ist eine gute Einrichtung und hat in Deutschland und im Ausland schon sehr schöne Projekte gefördert und unterstützt. Aber das hat UNICEF Deutschland auch getan und trotzdem haben die ihr DZI-Spendensiegel verloren. In der diesjährigen Spenden-TV-Gala des ZDF betrat auch die österreichische Schauspielerin Maria Blumencron die Bühne, die schon seit Ende der 1990er tibetische Kinder auf ihrer „Flucht in die Freiheit” begleitet haben will und seither mit entsprechenden Vorträgen und Lesungen durch die Lande zieht. Dabei ist Frau Blumencron bei Tibet-Experten nicht unumstritten. „Jeder Tibeter und jede Tibeterin kann jederzeit und ohne weiteres Reisepapiere erhalten”, meint der Buchautor Colin Goldner. „Wer, aus welchem Grunde immer, Tibet verlassen will, ist keineswegs auf heimliche Flucht angewiesen. Seit 1979 können Exiltibeter ihre Verwandten in Tibet besuchen und umgekehrt.” Es ist ein Leichtes, mit dem Bus etwa von Lhasa nach Kathmandu und von dort aus weiter nach Dharamsala in Nordindien oder sonstwohin zu fahren. Somit fragt sich der Humanistische Pressedienst nicht umsonst: “Berichte über Flüchtlingskinder frei erfunden?”
Kirchensumpf: Wenn Sie in der Vorweihnachtszeit spenden möchten, dann ziehen Sie vorher Erkundigungen ein, für wen oder was Sie spenden möchten. Am besten spenden Sie natürlich in ihrem Heimatort, Kindergärten, Kinderhorte, Kinderkrebsstationen, Arbeitslosentreffs etc. werden es Ihnen danken. Immer daran denken, auch Spenden will gelernt sein, denn auf dem deutschen Spendenmarkt versickern jährlich hunderte Millionen Euro in dunkle Kanäle.
Jul 20
in die eigene Tasche?
Der Finanzchef, Günther Hetschko, der Evangelisch-reformierten Kirche in Bayern soll deren gesamtes Barvermögen veruntreut haben. Die Höhe der abgezweigten Beträge belaufen sich auf fast elf Millionen Euro. Hetschko habe das Geld nach und nach eigenmächtig in Unternehmensbeteiligungen investiert, an denen er selbst beteiligt war und die nicht erfolgreich waren. Er habe die Geschäfte abgesehen von einer Ausnahme an den zuständigen Gremien vorbei abgewickelt. Soweit die Geschehnisse inzwischen aufgearbeitet sind, hat alles im Jahr 2004 seinen Anfang genommen. Herr Hetschko hat in seiner Funktion als Rechner der Evangelisch-reformierten Kirche in Bayern der Firma Technotherm International GmbH mit Sitz in Nürnberg ein Darlehen in Höhe von über 2,67 Millionen Euro gewährt. Ab 2005 veranlasste er eine weitere Zahlung an diese Firma sowie Zahlungen in Höhe von insgesamt 4,15 Millionen an die Firma MESA 2000 GmbH, deren Gesellschafter Herr Hetschko selbst ist. Ab 2007 nahm er dann Barabhebungen vor, deren Verbleib erst geklärt werden müssen. Laut Pressemitteilungen, die sich auf Informationen der Staatsanwaltschaft Nürnberg beziehen, wurde Herr Günther Hetschko am Freitag Vormittag von der Kriminalpolizei in Haft genommen. Der Verlust des gesamten Barvermögens trifft die Evangelisch-reformierte Kirche in Bayern hart.
Kirchensumpf: Dank der Kirchensteuereinnahmen muss niemand in der evangelisch-reformierten Kirche in Bayern am Hungertuch nagen. Und vom Staat wird ja auch reichlich subventuniert. Da hilft es nur aus der Kirche auszutreten.