Apr 15
Caroline Kennedy
Der Vatikan akzeptiert die Tochter des 1963 ermordeten John F. Kennedy nicht als Vertreterin der USA am Heiligen Stuhl – weil ihm ihre liberale Haltung zur Abtreibung nicht passt. Grund für die Ablehnung seitens des Vatikans ist, dass die 51-jährige Katholikin für das Recht auf Abtreibung sowie für embryonale Stammzellenforschung eintritt. Mindestens zwei weitere Kandidaten von US-Präsident Barack Obama habe der Heilige Stuhl abgelehnt. Von Seiten des Vatikans gab es dazu keine offiziellen Angaben. Im Vatikan herrsche Unzufriedenheit über Obamas Haltung bei den Themen Abtreibung und embryonale Stammzellenforschung. Konservative Katholiken in den USA hätten den Versuch, Kennedy zur Botschafterin zu ernennen, bereits kritisiert. Zugleich hiess es, Obama gerate bei der Neubesetzung des Botschafterpostens unter Zeitdruck. Schon im Juli – wenn Obama zum G8-Gipfel nach Italien komme – sei ein Treffen mit Papst Benedikt XVI. geplant.
Frau Kennedy soll nicht traurig sein, braucht sie sich doch jetzt nicht den ganzen Tag mit senilen alten Männer umgeben und auch nicht gegen mittelalterliche Einstellungen ankämpfen.
Mrz 15

Die katholische Kirche in USA zahlt auch im Jahr 2009 Missbrauchsopfern Millionen. In den USA hat die katholische Kirche den Opfern sexuellen Missbrauchs durch Geistliche im vergangenen Jahr mehrere hundert Millionen Dollar Entschädigung gezahlt. Von der Gesamtsumme in Höhe von 436 Millionen Dollar gingen mehr als 374 Millionen Dollar an die Missbrauchsopfer, wie aus einem Bericht im Auftrag der US-Bischofskonferenz hervorgeht. Rund 22 Millionen Dollar wurden demnach für Therapien ausgegeben. Während die von der katholischen Kirche im Zusammenhang mit den Skandalen gezahlte Geldsumme gegenüber 2007 (526 Millionen Dollar) deutlich zurückging, erhöhte sich die Zahl neuer Anschuldigungen: Insgesamt 803 Übergriffe wurden dem Bericht zufolge in 2008 gemeldet, im Jahr zuvor waren es 692.
Feb 01
Wege sexueller Misshandlung eines Jungen ist ein früherer Priester in Kalifornien zu drei Jahren Haft verurteilt. Der heute 70-jährige Katholik räumte vor dem Gericht in San Fernando ein, den Jungen vor gut 20 Jahren erstmals missbraucht zu haben, als dieser erst neun Jahre alt war. Er gestand auch sexuelle Übergriffe auf vier weitere Jungen. Das Urteil vom Freitag erfolgte vor dem Hintergrund einer Serie von ähnlichen Fällen in der Erzdiözese von Los Angeles. Diese einigte sich 2007 mit mehr als 500 mutmaßlichen Missbrauchsopfern auf eine Entschädigung von insgesamt 660 Millionen Dollar (512 Millionen Euro), was als Rekordsumme gilt. Grundlage waren Anschuldigungen, wonach die Kirche einschlägige Vorwürfe gegen Priester lange Zeit ignoriert hatte – so auch im jetzigen Fall. Die wenigsten Fälle landen vor Gericht, weil die katholische Kirche in den USA bisher immer versucht hat sich außergerichtlich zu einigen, um nicht in die Schlagzeilen zu gelangen.
Dez 19
Entschädigung
Im Skandal um die sexuelle Misshandlung von Jugendlichen durch Geistliche in den USA ist abermals eine hohe Entschädigung vereinbart worden. Die Erzdiözese von Chicago erklärte sich nach eigenen Angaben am Donnerstag bereit, fast 1,4 Millionen Dollar (knapp eine Million Euro) an einen Mann zu zahlen, der als Junge von einem Priester missbraucht worden sein soll. Der Vorfall soll 1987 begonnen haben, als das Opfer 13 Jahre alt war, und sich bis 1992 hingezogen haben. Der Priester wurde bislang nicht zur Rechenschaft gezogen und hat das Opfer wegen Verleumdung verklagt. Er befindet sich noch im Amt, obwohl die Verantwortlichen der Diözese von seinen Vergehen gewusst haben sollen, wie aus Dokumenten hervorgeht. Am Mittwoch hatte sich die Erzdiözese von Chicago bereits mit dem Opfer eines anderen Geistlichen auf eine Entschädigungssumme von 1,2 Millionen Dollar geeinigt. Die amerikanischen Diözesen haben nach rund 250 Missbrauchsvorwürfen in den vergangenen drei Jahrzehnten schon 198 Millionen Dollar gezahlt.
Aug 12
Fall eines Gottkönigs
Angesichts der vielen “Pro Tibet” Aktionen im Vorfeld der Olympischen Spiele und das hohe Ansehen des Dalai Lama in der westlichen Welt ist das gerade verlegte Buch von Colin Goldner “Dalai Lama. Fall eines Gottkönigs” mal eine gute Quelle eine andere Seite des tibetischen Führers kennen zulernen. Wir haben ja schon mal darüber berichtet, das in der Biographie des Dalai Lama, gerne mal tiefgründige Informationen verschwiegen werden. Dabei zeigt Goldner , dass das im Westen vorherrschende Bild von Tibet und dem Buddhismus stark idealisiert ist. Auch das Bild des friedfertigen, weisheitsorientierten Buddhismus erhält einige schwere Kratzer, denn durch die Geschichte des Lamaismus zieht sich eine Blutspur, die Dämonologie kann es locker mit der katholischen aufnehmen und die Rolle der Frau läßt sich nur als erniedrigend beschreiben. Die Äußerungen des Dalai Lama zeugen von absolutem Unverständnis für die am Ende des 20. Jahrhunderts anstehenden Fragen, seine “Weisheiten” entpuppen sich als nichtssagende, teilweise sogar peinliche Allgemeinplätze; vielfach sind die Äußerungen “Seiner Heiligkeit” durchzogen von bedenklich rechtslastigem Gedankengut. Auf der Internetseite des hdp.de ist ein sehr schöner Beitrag “Die Finanziers des Dalai Lama” erschienen. Über die Finanzierung des Dalai Lama durch die CIA in den frühen 50ziger Jahren bis hin zu den Finanzierungen durch die US-Organisation NED (National Endowment for Democracy) die unter Ronald Reagen 1983 ins Leben gerufen wurde. Alles in allem, wird hier mal kritisch hinterfragt, ob das hohe Ansehen des Dalai Lama in der westlichen Welt wirklich gerechtfertigt ist.