Geld und Gold, sie sind nicht wirklich wichtig. Armut ist Seelenheil, denn eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher durch die Himmelstür. Auf diese alte biblische Weisheit hat Papst Benedikt XVI. jetzt hingewiesen, aufgerüttelt durch die internationale Finanzkrise genommen. Der frühere Chefinquisitor der katholischen Kirche und spätere Popstar verwies darauf, dass es Werte gebe, die wesentlich wichtiger als Geld seien:
„Wir sehen jetzt durch den Zusammenbruch der großen Banken, dass Geld einfach verschwindet, dass es nichts bedeutet, und dass alle Dinge, die uns so wichtig erscheinen, in Wirklichkeit zweitrangig sind.“
Weil das so ist und die katholische Kirche deshalb bald auf alle irdischen Besitztümer verzichten wird, hat der Vatikan Ende September noch einmal richtig Geld in Rohstoffe gesteckt. Die Kurie kaufte rund eine Tonne Gold, um ihr Vermögen vor der bereits absehbaren Krise zu schützen, berichtet das britische Wochenmagazin “The Tablet”. Gut so, denn wer nichts hat, kann auch auf nichts verzichten und nichts mit Ärmeren teilen. So zeigt das klare Anlageverhalten der katholischen Kirche, dass das Wort des Papstes seinen Gläubigen etwas gilt: Geld bedeutet nichts, Vertrauen alles und hier wird gelebt, wie geredet wird. Das Vermögen des Kirchenstaates wird auf rund 1,5 Milliarden Euro geschätzt, davon sollen rund ein Drittel Wertpapiere und 340 Mio. Euro Devisen sein. Der Vatikan kommentiert die Daten nicht. Seit die Vatikan-Finanzen vor knapp 30 Jahren durch angeblich unsaubere Machenschaften, wie etwa Geldwäsche und mafiöse Verstrickungen, in das Kreuzfeuer der internationalen Kritik gerieten und der damalige Verantwortliche, der US-Erzbischof Paul Marcinkus ins Exil entsandt wurde, ist es um die Vermögenswerte des Kirchenstaates ruhig geworden. Auch die Tatsache, dass der Vatikan in Italien keine Immobiliensteuer zahlt, hat in den letzten Monaten nicht nur in Rom sondern auch in Brüssel für Ärgernis gesorgt.
[Update 10.12.2008] Rom – Auf dem Petersplatz in Rom haben am Samstag mehrere hundert Menschen gegen die Haltung des Vatikans gegenüber Homosexuellen demonstriert. Es sei eine “schlechte Wahl” der katholischen Kirche, gleichgeschlechtliche Liebe immer noch als Vergehen anzusehen, sagte der Chef der Schwulenorganisation Arcigay, Aurelio Mancuso. Aber nicht nur der Vatikanstaat hat was gegen Homosexuelle, nein auch Russland, Türkei, Irak und viele mehr.
Der Vatikan kritisiert einen Vorschlag Frankreichs, das im Namen aller EU-Mitglieder der UNO ein Projekt zur weltweiten Aufhebung der Strafbarkeit der Homosexualität vorlegen will. Frankreich will am 10. Dezember anlässlich des 60. Jahrestag der UNO-Menschenrechtserklärung seinen Vorschlag zur Aufhebung der Strafbarkeit der Homosexualität vorlegen. Die Position des Vatikans sorgte für heftige Kritik in Italien. “Der Vatikan verteidigt die Todesstrafe für Homosexuelle”, protestierte der italienische Verband für die Rechte der Homosexuellen Arcigay. “Dank des besonderen Status, den der mittelalterliche Vatikan-Staat bei der UNO genießt, kann die Kirchenlobby Druck auf alle Länder ausüben, damit zivile Rechte nicht anerkannt werden. Der Vatikan verbündet sich somit mit Diktaturen jeglicher Art, darunter auch den islamischen”, sagte der Arcigay-Präsident Aurelio Mancuso. Papst Benedikt XVI. hat in den letzten Monaten wiederholt Eheschließungen unter Homosexuellen verurteilt.
Ab dem 1. Dezember bekommt die Schweizer Garde in Vatikanstadt einen neuen Kommandanten. Den 36-jährigens selbstbewussten, karriereorientierten aber auch ungestüm Daniel Anrig von der Glarner Kantonspolizei. Besonders gern unternahm er als Chef der Kantonspolizei Hausdurchsuchungen in Asylbewerberheimen. So auch im Jahre 2003 in dem Asylbewerberheim Rain von Ennenda. Offiziell wurde nach Drogen gesucht. Gleichzeitig erkannte die Polizisten die Gelegenheit, einmal so richtig Guantanamo-Feeling aufkommen zu lassen. Sie fesselten die Asylbewerber an Händen und Füssen, entkleideten und fotografierten sie und zogen ihnen einen Stoffsack über den Kopf und hielten sie dann für sechs Stunden im Aufenthaltsraum fest. Drogen wurden dagegen keine gefunden. Umso stärker war das Medienecho. Das Schweizerische Rote Kreuz, das die Heime führt, ganzen Beitrag lesen… »
Nazis auf der Flucht: Wie der Vatikan und das Rote Kreuz mitwirkte
Schon im Oktober 2007 berichtete Kirchensumpf über die sogenannte Rattenlinie. Der Fluchtweg hochrangiger Nazis nach Argentinien, auch möglich gemacht, durch die katholische Kirche. Das Online Magazin profil.at hat jetzt darüber einen Artikel veröffentlicht, mit neuen Erkenntnissen und interessanten Zusammenhängen. Der Tiroler Historiker Gerald Steinacher hat nach intensiver Quellenarbeit die „Rattenlinie“, auf welcher Nazi-Schergen wie Adolf Eichmann und Josef Mengele entkamen, nachgezogen. Steinachers Schluss: Es waren nicht irgendwelche geheimen SS-Bünde wie die sagenumwobene „Odessa“, die den Kriegsverbrechern den Weg nach Übersee wiesen, sondern zwei Institutionen, die über solchen Verdacht erhaben schienen: der Vatikan und das Rote Kreuz.
EICHMANN, PIUS XII. UND PAUL VI. Neue Erkenntnisse über die vom Vatikan nach 1945 unterstützte Flucht von NS-Kriegsverbrechern nach Südamerika
Die “Rattenlinie” – wie die Fluchtroute seinerzeit genannt wurde – war das Ergebnis eines Einwanderungsabkommens, das Giovanni Batista Montini, der spätere Papst Paul VI., im Auftrag von Pius XII. im Juni 1946 mit dem Botschafter des Peron-Regimes beriet.
Der Heilige Vater schlug durch seinen Staatssekretär Montini vor, dass “Experten des Vatikans gemeinsam mit argentinischen Experten einen Aktionsplan ausarbeiten” sollten. Ziel: NS-Kollaborateure, aber auch deutsche NS-Täter nach Argentinien auszuschleusen. Adolf Eichmann war einer davon. Als der Organisator des Holocaust 1960 von Israelis aus Buenos Aires entführt wurde, protestierte der argentinische Kardinal und Leiter der Katholischen Aktion, Antonio Caggiano: “Es ist unsere Christenpflicht, ihm zu verzeihen, was er getan hat.
Datenbank “Religio”, Jena - Das elektronische Informationssystem über Sekten, neue religiöse und ideologische Gemeinschaften und Psychogruppen in Deutschland
Die Laizisten - Petition gegen Religionsunterricht beim Bundestag
Ex-Heimkinder - Ursachen, Folgen und Auswege aus institutioneller Heimerziehung.