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Wird die katholische Kirche zur Sekte?

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Der für sein Lebenswerk mit dem “Preis für Zivilcourage” des Düsseldorfer Freundeskreises Heinrich Heines ausgezeichnete schweizerische Theologe Hans Küng sieht die Kirche zur Sekte werden. Papst Benedikt XVI. vertrete die Idee einer „kleinen Herde“, sagte Küng der französischen Tageszeitung „Le Monde“. Das gleiche ein wenig der Erwartung einer elitären Kirche, die vielleicht aus weniger, aber „wahren Katholiken“ bestehe. Nicht umsonst erklärte der Papst die katholische Kirche zur “einzig wahren Kirche Christi” und löste damit eine Verstimmung in evangelischen Kreisen aus. Der Theologe Hans Küng ist der erste bekannte Geistliche der öffentlich und grundsätzlich, die Unfehlbarkeit des Papstes, das kirchliche Verbot der Empfängnisverhütung und der Abtreibung und die Zölibatsverpflichtung, in Frage stellt. Gleichzeitig ist er in der andauenden Krise um den PIUS-Bruder und Holocaust-Leugner Williamson der größte Kritiker des Vatikans.
Typische und völlig inhaltslose Reaktion aus dem Vatikan in einem Interview des Kardinalsdekan Angelo Sodano mit Radio Vatikan:

„Das hat uns innerlich verletzt, dieses Interview zu lesen. Sollte Küng richtig wiedergegeben worden sein, dann müsse man dazu sagen, dass es sich um allgemeine und nicht bewiesene Behauptungen handele.“

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Deutschland ist nicht mehr Papst

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Nachdem der Traditionalistenbischof Richard Williamson jetzt erst nach Prüfung “historischer Beweise” seine Äußerungen zum Holocoust revidieren will, wird der Papst wohl noch mehr in Erklärungsnot geraten. Selbst in seiner bayrischen Heimatstadt ist man mittlerweile geteilter Meinung. Kirchensumpf ist ja bekanntermaßen ein Fan der bayrischen Fernsehsendung “quer” mit Christoph Süß. Dort gab es letzten Donnerstag wieder eine schöne Zusammenfassung der Geschehnisse um den Vatikan. Sehr sehenswert seine Einschätzung nach dem Beitrag (letztes Drittel des Videos) zur Schuldfrage.



 

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Ultrakonservative Katholiken kritisieren Merkel

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Wir geben es ja zu, die Reden der deutschen Bundeskanzelerin Merkel strotzen nun mal nicht von inhaltlichen Ansprüchen. Aber manchmal sagt sie etwas, was man nicht überhören kann. So jetzt geschehen in Bezug auf den Vatikan und seinem Papst. In der Auseinandersetzung um die Holocaust-Leugnung des Traditionalistenbischof Richard Williamson hat der Eichstätter Oberhirte Gregor Maria Hanke Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) deswegen jetzt scharf angegriffen. Hanke nannte es am Mittwoch bestürzend, “wie derzeit sogar von offizieller staatlicher und politischer Seite die Integrität von Benedikt XVI. in Frage gestellt wird”. Bischof Gerhard Ludwig und Bischof Gregor Maria Hanke sind von je her, gegen den Fortschrift, ob in Kirche oder Staat. Wer Kritik am Papst übt, wird beseite geschoben, so unlängst Ulrich Hemel, der als Präsident der katholischen Universität Eichstädt im Gespräch war. Hemel gilt als brillanter Theologe und als Grenzgänger zwischen Kirche und Wirtschaft; 2003 wurde er zum “Manager des Jahres” gewählt.
Auch der CSU-Europaabgeordnete Bernd Posselt warnte Merkel davor, “sich weiterhin als Lehrmeisterin des Papstes zu gerieren”. Noch so ein Rückgewandter und ewig gestriger. Bernd Posselt ist seit 1997 Landesvorsitzender der Union der Vertriebenen seit 1998 Präsident der Paneuropa-Union Deutschland und seit 2008 Sprecher der sudetendeutschen Volksgruppe. Die Paneuropa-Union ist ein »Werbeverein für ein extrem konservatives Europa« geworden, die an der Forderung nach einem starken Europa unter Führung eines Deutschlands in den Grenzen von 1937 festhält. Somit wird mal wieder deutlich welche rechtskonservativen Kreise eng mit der deutschen katholischen Kirche und dem Vatikan zusammenarbeiten. Sie alle würden so gern das Rad der Geschichte zurückdrehen.

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Theologe verlässt die katholische Kirche

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Pierre Wils

Die Proteste gegen die Personalentscheidungen des Papstes werden immer massiver. Auch erste Kirchenaustritte gibt es schon. Aus Protest gegen die Rehabilitierung der Piusbrüder und speziell des Holocaust-Leugners Williamson trat jetzt der bekannte belgische Theologe und Ethiker Prof. Jean-Pierre Wils aus der Kirche aus.

Ich will nicht mehr mit dem anti-modernen, anti-pluralistischen und totalitären Geist dieser Kirche identifiziert werden, die Priesterbrüderschaft sei eine «extrem reaktionäre und zutiefst antisemitische Gruppe, die mit Diktatoren und rechtsgerichteten Regimen sympathisiere.

Wils wirft den Traditionalisten vor, ein völlig falsches Bild des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) zu haben. Nach deren Zerrbild sei es von Juden und Freimaurern manipuliert worden. Das Konzil verwarf die lange in der katholischen Kirche verbreitete Sicht, das jüdische Volk für den Tod Christi verantwortlich zu machen. Und es hob auch die Verpflichtung, die Juden christlich missionieren zu müssen, auf. Zuvor hatte sich als erster katholischer Oberhirte in Deutschland der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, öffentlich vom Beschluss des Papstes distanziert.

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Ist der Vatikan radikal?

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[Update 15.02.2009] Der ultrakonservative österreichische Priester Gerhard Wagner hat auf das Amt als Weihbischof von Linz verzichtet. Der 54-jährige Wagner, der von Papst Benedikt XVI. gegen den Willen der meisten Bischöfe ernannt worden war, bat den Vatikan nach eigenen Angaben, seine Ernennung zurückzunehmen. Liberale Pfarrer in Oberösterreich wollten in der kommenden Woche eine Art katholisches «Volksbegehren» gegen Wagner starten. Die Zahl der Kirchenaustritte war seit seiner Ernennung zum Teil um das Vierfache gestiegen.

Eine neuerliche umstrittende Personalentscheidung des Papstes mach die Runde. Benedikt XVI. ernannte den ultrakonservativen österreichischen Priester Gerhard Wagner zum neuen Weihbischof der Diözese Linz. Der 54-Jährige, der bislang in der Gemeinde Windischgarsten tätig war, war 2005 mit einer Bemerkung über den Hurrikan Katrina aufgefallen, der schwere Schäden in der US-Grossstadt New Orleans angerichtet und zahlreiche Menschen das Leben gekostet hatte. Dies sei eine Strafe für die Sünden in New Orleans, erklärte Wagner damals laut einer Meldung des katholischen Nachrichtendienstes Kath.net. Dort seien nicht nur Nachtclubs und Bordelle, sondern auch Abtreibungskliniken zerstört worden. Österreichische Medien berichteten, Wagner habe auch die «Harry Potter»-Bücher verurteilt, weil sie Zauberei verherrlichten.
Der Ratzinger bestätigt hiermit die erzkonservative Haltung des Vatikans. Toleranz gegenüber anderen Religionen, Bevölkerungsgruppen und Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit, ist dem Vatikan völlig fremd. Kirchensumpf ist schon auf die neuen Verteidigungen des deutschen Bischofes Müller gespannt.

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