Weil er vier Minderjährige sexuell belästigt haben soll, hat das Bistum Erfurt Strafanzeige gegen einen 61 Jahre alten Priester gestellt. Trotz früherer Verdachtsfälle war der Mann noch im Jugendstrafvollzug eingesetzt worden. Die Vorwürfe gegen den Priester beziehen sich auf die Jahre 1980 bis 1996, wie ein Sprecher des Bistums am Freitag mitteilte. Der Mann habe die Vorwürfe bei kirchlichen Befragungen bereits bestätigt. Zuletzt war der Geistliche als Hausgeistlicher in einem Seniorenheim in der Diözese Würzburg tätig. Der Priester hat dem Bistum zufolge seit 2003 unter Aufsicht des Beauftragten für Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs gestanden, da gegen ihn bereits ein Vorwurf sexueller Nötigung bekannt gewesen war. Dennoch sei er von Januar 2004 bis August 2006 als Gefängnisseelsorger in der Jugendstrafanstalt Ichtershausen und der Justizvollzugsanstalt Tonna tätig gewesen. Das Bistum hatte das Thüringer Justizministerium darüber nicht in Kenntnis gesetzt. Eine Sprecher sagte, die Diözese übernehme die Verantwortung für „diese falsche Entscheidung“. Das Thüringer Justizministerium bedauerte, dass es vom Bistum nicht rechtzeitig über das Fehlverhalten informiert worden sei. Die Kirchen müssten in Zukunft sorgfältiger prüfen und alle relevanten Informationen weitergeben.
Der mehrfach preisgekrönte, investigative BBC-Reporter John Sweeney will herausfinden, ob Scientology wirklich so altruistisch ist, wie die Selbstvermarktung glauben lassen möchte. Berichte über Scientology sind wegen Klagsandrohungen und Einschüchterungsversuchen für Journalisten immer auch eine Nervenprobe. Die Weltjournal-Reportage zeigt, wie der BBC-Reporter bei seinen Recherchen in der Scientology-Niederlassung in England und rund um das Scientology-Hauptquartier in den USA bespitzelt, behindert und angebrüllt wird – und zu guter Letzt zurück brüllt.
Quelle: Atheist Media Blog
Peter Jamin
Die katholische Kirche ist durch den vielfachen sexuellen Missbrauch durch Priester und Mitarbeiter seit Wochen in den Schlagzeilen. Besonders in der Kritik ist die eigenmächtige und oft laienhafte Verfolgung oder gänzliche Ignorierung möglicher Straftaten, wobei Polizei und taatsanwaltschaft
weitgehend ausgesperrt bleiben. Grundlage dieses Zustands sind die 2002 von der Kirche festgeschriebenen „Leitlinien zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz”. Dieses von der Kirche selbst entwickelte Regelwerk manifestiert eine große Benachteiligung für die Opfer und die Behinderung
von Polizei und Justiz. Mitten im Schlagzeilen-Gewitter der neusten Skandale um den Missbrauch von Kindern in Schulen und Internaten an unterschiedlichen Orten Deutschlands versuchen die Bischöfe einen Befreiungsschlag und stellen jetzt eine Reparatur der Leitlinien mit Hilfe von Sachverständigen in Aussicht. Ob viel dabei herauskommt, darf bezweifelt werden. Denn die katholische Kirche hat seit der Herausgabe des Regelwerks nicht dazugelernt – immerhin hatte sie acht Jahre Zeit, die schon bei ihrer Einführung umstrittenen Leitlinien zu überarbeiten.
In dieser umfangreichen Abrechnung von Peter Jamin mit den Leitlinien der katholischen Kirche fallen sehr klare Worte, wie die katholische Kirche versucht die Ermittlungsbehörden und die Staatsanwaltschaft systematisch von den Ermittlungen fern zuhalten.
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Es ist erschütternd, zu sehen, wie viele Familien durch Scientology zerstört worden sind. Heiner von Rönn kehrte Scientology vor Jahren den Rücken. Seine beiden Söhne blieben bei ihrer Mutter und in der Organisation. 2002 werden Heiner und seine zweite Frau von Scientology zu “Suppressive Persons” oder Feinden der Organisation erklärt. Mit ihnen müssen Scientologen alle Beziehungen abbrechen. Kurz darauf trennt sein älterer Sohn sich von ihm. Die Dokumentation “Die Seelenfänger” ergänzt die Ausstrahlung des Spielfilms “Bis nichts mehr bleibt“.
… nicht zurückschauen, ZURÜCKTRETEN!
Langsam aber sicher wird es eng für den Bischof Mixa! Bis jetzt hat er ja so einiges unbeschadet überstanden, ob sein “Gebährmaschinen“-Ausdruck, seine “Nazivergleiche” oder seine “Höllengesellschaft“.
Die Misshandlungsvorwürfe gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa weiten sich aus. Ein weiteres mutmaßliches Prügelopfer habe sich gemeldet und erkläre an Eides statt, von Mixa während dessen Zeit als Schrobenhausener Stadtpfarrer geschlagen worden zu sein, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Inzwischen beschuldigten damit vier Frauen und zwei Männer den Augsburger Bischof der Misshandlung. Die sechs Personen, die Vorwürfe erheben, sind laut „SZ“ heute zwischen 41 und 48 Jahre alt. Mixa war ab 1975 Stadtpfarrer in Schrobenhausen, später auch Dekan. Auch Nonnen sollen den Schilderungen zufolge in dem Heim Kinder geschlagen haben, wie die Zeitung berichtet. Sie zitiert zudem eine ehemalige Erzieherin, die berichtet, noch 2005 – also in nicht verjährter Zeit – habe eine Schwester ein Kind geschlagen. Angesichts dieser und anderer bekannt gewordenen Missbrauchsfällen sieht der Mainzer Kardinal Karl Lehmann die katholische Kirche in einer tiefen Krise. In einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt Lehmann, die Kirche dürfe sich nicht wundern, wenn sie jetzt an jenen Kriterien gemessen werde, mit denen sie sonst ihre sittlichen Überzeugungen vertrete.
Wir werden weiter beobachten, wie lange das Leugnen von Mixa und seiner Bischofskonferenz noch anhält.




